Heißes Flirten und kulinarische Genüsse. Wenn das Herz im Sommerurlaub zwischen Kochrezepten und Bindungsangst stolpert.
Nach dem starken Auftakt der Serie war ich voller Vorfreude auf das sommerliche Wiedersehen mit den O’Neils in Snow Crystal. In diesem Band steht Sean O’Neil im Fokus, ein arroganter, aber brillanter Chirurg, dem seine Karriere über alles geht. Ihm gegenüber steht die sympathische Élise, die sich im Resort versteckt, um den Dämonen ihrer Vergangenheit zu entkommen. Beide sind sich einig: nur unverbindlicher Spaß, keine Gefühle! Leider konnte mich dieser Teil nicht so sehr überzeugen wie der erste. Obwohl der Schreibstil gewohnt locker und leicht ist, gab es für meinen Geschmack zu viele Wiederholungen. Spätestens nach dem achten Mal hatte ich verstanden, dass Sean tolle Muskeln hat und zwischen den beiden die Funken fliegen, die ständigen "Bizeps-Monologe" waren mir einfach zu viel. Auch fehlten mir die wunderschönen Landschaftsbilder des ersten Bandes. Stattdessen wurden mir gefühlt ständig Speisekarten und Kochrezepte präsentiert, was die Handlung etwas langatmig machte. Élise und Sean blieben für mich charakterlich leider etwas oberflächlich und auch die herzliche Familie O’Neil kam diesmal deutlich zu kurz. Einzig der dramatische Unfall des kleinen Gastes Sam brachte kurzzeitig etwas Schwung und Spannung in die Geschichte. Insgesamt eine nette Unterhaltung für zwischendurch, die aber hinter den Erwartungen des ersten Teils zurückblieb. Wissenswertes In diesem zweiten Band (Originaltitel: Suddenly Last Summer) nutzt Sarah Morgan ihre Erfahrung als Autorin von Medical Romances, indem sie Sean als hochspezialisierten Chirurgen darstellt. Dies verleiht dem Charakter eine zusätzliche fachliche Tiefe, auch wenn das Hauptaugenmerk auf der emotionalen Entwicklung liegt. Die Autorin legt hier einen starken Fokus auf das Thema "Heilung", sowohl physisch durch Seans Beruf als auch psychisch durch Élises kulinarische Leidenschaft. Die Einbindung von Rezepten und Menüfolgen ist ein bewusstes Stilmittel, um die sinnliche Ebene der Geschichte zu betonen, auch wenn dies nicht jeden Leser gleichermaßen anspricht. Es zeigt Morgans Vielseitigkeit, saisonale Stimmungen (vom Winter zum Sommer) innerhalb einer festen Kulisse einzufangen.






