Also, mir ist ja schon das ein oder andere schlechte Buch untergekommen. Aber mir war nicht klar, dass es doch noch schlechter geht.
Ein Satz mit x - das war wohl nix.
Nell und Kyle kennen sich seid ihrer Geburt, sie sind unzertrennlich. Kyle ist nicht nur ihr erster fester Freund, sondern auch sonst in jeder Hinsicht ihre erste große Liebe. Eines Abends stirbt Kyle durch einen tragischen Unfall. Mit ihm stirbt auch Nell, wie sie bis dahin war. Sie versinkt in Schuldgefühlen und legt ein selbstzerstörerisches Verhalten an den Tag. Dann lernt sie Colten kennen, Kyles älteren Bruder. Er lehrt sie, Gefühle zuzulassen, ob diese nun gut oder schlecht sind. Er nimmt ihr nicht den Schmerz, sondern schenkt ihr die Fähigkeit damit umzugehen. Für mich waren Nell und Kyle ein tolles Paar. Es war so romantisch, als sich nach jahrelanger Freundschaft endlich mehr zwischen den beiden entwickelt hat. Sein Tod war dermaßen plastisch und emotional aufwühlend beschrieben, dass einem wirklich fast das Herz aus der Brust springt. Ich finde es unglaublich traurig, dass Nell Kyle gerade in dieser schwierigen und verzwickten vorangegangen Situation verlieren muss. Es ist so schade, dass dieses tolle Paar auseinander gerissen wird, aber leider ist genau das ja ein wesentlicher Bestandteil des Buches. Ich mochte beide Charaktere sehr sehr gerne, auch wenn sie für mich eher als Ganzes, als ein Gemeinsames aufgetreten sind und nicht als zwei eigenständige Personen. Bis zu Kyles Tod hat man sehr wenig über beide erfahren. Leider tritt der Charakter Kyle auch in den kommenden Kapiteln in den Hintergrund. Klar ist er ein zentrales Thema, aber man bekommt keine neuen Details über ihn und sein Leben. Dennoch sind mir die beiden sowohl einzeln als auch als Paar ans Herz gewachsen. Zwischen ihnen entsteht eine für mich sehr schöne Liebesbeziehung, grade weil sie sich schon so lange kennen und bereits vieles zusammen erlebt haben. Deshalb ist es auch so schön, dass Sie die erste Liebe zusammen erfahren konnten. Grade weil sie sich so lange kannten, finde ich es auch nicht unrealistisch, dass sie sich letztendlich ineinander verliebt haben. Als Colton in Nells Leben tritt, ist sie hin und her gerissen zwischen Schuld und Verlangen, alten Verhaltensmustern und Loslassen. Obwohl Colton selbst ein harte unbarmherzige Vergangenheit hinter sich hat, ist er gut für Nell und gibt ihrem Leben einen neuen Sinn. Zwischen den beiden beginnt es ganz schön zu knistern und für mich ist es verständlich, dass Nell sich aufgrund der Ähnlichkeit zu seinem Bruder zu Colton hingezogen fühlt. Das einzige, was mich ein wenig irritiert hat, ist, dass beide von Anfang an derart vertraut sind. Sie lernen sich bei Kyles Beerdigung kennen und haben direkt einen Draht zueinander. Natürlich sind beide traumatisiert und trauern, aber für mich kam es doch sehr plötzlich. Besonders gefällt mir auch, welch eine große Rolle die Musik für beide bei der Problembewältigung spielt. Hinten im Buch befindet sich eine Playlist mit allen erwähnten Songs und diese ist wirklich toll und unterlegt nochmal die Stimmung des Buches. Insgesamt mochte ich auch diese beiden Charaktere eigentlich sehr gerne, es war spannend und interessant mehr über deren Vergangenheit zu erfahren. Beide haben eine Menge schlimme Dinge erlebt und ich konnte gut mit beiden mitfiebern und mitleiden. Dadurch, dass zwischendurch immer wieder ein Perspektivenwechsel zwischen Nell und Colton stattfindet, wird die Story wirklich von alles Seiten beleuchtet. Als wäre Nell und Colten in ihrem Leben nicht schon genug schlimmes passiert, endet das Buch nochmal riiiichtig tragisch... Die Armen. Für mich war es insgesamt auch ein bisschen viel Drama und ein bisschen viel Sex. Das Ende war auch ein bisschen sehr kitschig zumal man derartige Gefühlsduselei von einem harten Typen wie Colton gar nicht erwarten würde. Aber das ist vielleicht auch das schöne an ihm: dass unter der harten Schale ein weicher Kern steckt. Das ist ja das, wovon viele Frauen träumen...
Falling into you klang meiner Meinung nach sehr interessant und nach sehr viel Gefühl. Zwischendurch lese ich sowas eigentlich immer mal ganz gerne. Nell und Kyle sind beste Freunde, seit sie denken können. Irgendwann ändert sich ihre Beziehung und sie werden ein paar. Als sie zusammen übers Wochenende wegfahren, passiert ein Unfall und Kyle stirbt. Danach versinkt Nells Welt in Dunkelheit – bis Cole auftaucht. Das Problem? Er ist Kyles älterer Bruder und ganz und gar kein Sunnyboy. Ich teile das Buch jetzt einfach mal in 3 Abschnitte auf. Im ersten lernt man Kyle und Nell und deren Geschichte kennen. Die hat mir wirklich gut gefallen, leicht und entspannend geschrieben und sympathisch. Die Autorin kann definitiv Sympathien aufbauen und Gefühle transportieren. Leider kommen dann immer wieder solche Schnitzer: Es schneit, Kyle fährt ein Reh an und kann das Auto in letzter Sekunde unter Kontrolle bringen. Was tut man? Man hält an und fällt übereinander her, hat fast Sex auf dem Fahrersitz, bricht dann ab und denkt sich: man könnte ja mal nach dem Reh schauen. Sowas war unnötig und hätte sie es einfach weggelassen, wäre alles gut. Bei Kyles Tod und dessen Beerdigung musste ich wirklich schlucken. Womit wir beim zweiten Abschnitt wären. Ich hatte echtes Mitleid mit Nell und dieses traurige Gefühl wurde einfach super rübergebracht – bis Nell anfing, Cole auf der Beerdigung anzuschmachten. Da hilft auch nicht, das sie immer wieder ihre Schuldgefühle betont. Kyle war gerade mal zwei Tage tot. Irgendwie fand ich das pietätlos. Dann gibt es einen großen Cut und die Story setzt zwei Jahre später wieder ein. Nell wohnt in New York und ist unglücklich. Sie verletzt sich selbst. Und sie trifft wieder auf Cole. Ab da hat es für mich ausgesetzt. Ich mochte Cole wirklich. Aber dieses ewige hin und her, von wegen ich darf ihn nicht wollen, dann wieder doch, dann darf Cole sie nicht wollen. Dann betreiben wir intensives Befummeln und dann sind da wieder Schuldgefühle und Heulkrämpfe. Cole befiehlt ihr mit dem Ritzen aufzuhören und hätte die Autorin sich nur ein bisschen mit dem Thema befasst, hätte sie gewusst, dass das absolut gar nichts bringt und „einfach aufhören“ so nicht klappt. Soweit so gut, im dritten Abschnitt gleicht die Geschichte einem Porno. 100 Seiten lang Sex, Sex, Gedanken an Sex, kurze Pause, wieder Sex. Nochmal ein dramatisches Finish einbauen und wieder Sex. Und sie hat sein „Ding“ Rute genannt. Kurz gesagt, für mich war es einfach nichts. Das Cover und der Klappentext lassen anderes vermuten, aber hier war wenig Tiefe vorhanden, auch wenn es definitiv anders gewollt war. Drogen, Selbstverletzung, Trauer, Schuldgefühle werden kurz angerissen und verlieren sich dann aber im Schmachten und Fummeln. Ein guter Anfang, der 4 Sterne bekommen hätte. Die Mitte gab noch 2 und der Schluss definitiv 0. Im Durchschnitt ergibt das noch eine 2. Schade.



