
"Danach durften wir über 40 Jahre nicht darüber reden. Die Russen waren ja unsere Befreier" S. 434
Eigentlich lese ich keine Graphic Novels. Als Kunstform schätze ich sie zwar, aber ich habe lieber Worte, um meine eigenen Bilder zu sehen. Für eine Challenge habe ich jetzt aber mal eine Ausnahme gemacht und was soll ich sagen: Es hat mir doch ziemlich gut gefallen. Allein dafür, wie exakt Anke Feuchtenberger die verschiedenen Lichtstimmungen im Wald wiedergibt lohnt sich das Buch. Auf den ersten Blick wirkt ihr Stil etwas kritzelig und fast kindlich, aber er passt immer genau. Allerdings fällt es mir schwer, stringent zusammen zu fassen, worum es eigentlich geht in "Genossin Kuckuck". Es zu lesen war wie ein fiebriger Traum, in dem echte und verzerrte Erinnerungen sich vermischen und die Zeit nicht mehr linear ist. Aber es zieht einen hinein, hinter allem liegt eine große Spannung. Man glaubt ständig etwas schreckliches wird passieren und merkt nach und nach, dass es schon längst passiert ist und hinter der Sprachlosigkeit vielleicht immer weiter geschieht.
