11. Juli
Rating:4

Ein Buch was man als Marke Mikrogeschichte abstempeln könnte. Es geht nicht um die Weimarer Republik, nicht um die Geschichte der Menschheit, nicht um internationalen Postkolonialismus. Nach dem Lesen ist dieser Gedanke bizarr und darüber hinaus nicht ganz richtig. Denn geht es auch scheinbar nur um die paar Hundert Frauen, die entführt wurden, ist es doch auch eine Studie Nigerias. Das Buch fährt zweigleisig mit dem Blick auf sie und einem weiteren Blick auf die nigerianische Politik. Dadurch dass die Mädchen gehört werden, man nahe an ihnen dran ist, merkt man erst, wie kalt und abgestumpft man ist, wenn man diese Worte „nur ein paar Frauen“ schreibt. Es ist ein tragisches Schicksal mit vielfach gutem Ausgang und es ist tragisch, dass es diese Schicksale überall auf dieser Welt gibt. Die Chibok Mädchen und dieses Buch - schnell zu lesen, schwer zu vergessen.

Boko Haram: Terror und Trauma
Boko Haram: Terror und Traumaby Stefan KleinKunstmann, A