Beklemmender Thriller mit starkem Setting und düsterer Atmosphäre. Spannung schwankt, bleibt aber fesselnd.
Mit Passagier 23 liefert Sebastian Fitzek einen Thriller mit einem ungewöhnlichen und beklemmenden Setting. Das Kreuzfahrtschiff als zentraler Schauplatz sorgt für eine besondere Atmosphäre und hebt die Geschichte von vielen klassischen Thrillern ab. Gerade die Vorstellung, dass jedes Jahr Menschen auf Kreuzfahrten verschwinden oder diese Reisen als letzten Ausweg aus ihrem Leben nutzen, verleiht der Handlung eine zusätzliche düstere Ebene. Im Mittelpunkt steht Martin Schwartz, dessen Verlust sich spürbar durch die gesamte Geschichte zieht. Seine Trauer und seine psychische Zerrissenheit wirken emotional und authentisch, auch wenn seine Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar erscheinen. Gerade diese Widersprüchlichkeit macht ihn jedoch glaubwürdig, weil er wie eine Figur wirkt, die längst an ihren Grenzen angekommen ist. Besonders spannend ist zunächst die Grundidee rund um verschwundene Passagiere und die Geheimnisse des Schiffs. Vor allem die Enthüllungen darüber, was auf der „Sultan of the Seas“ über Jahre hinweg passiert ist, sorgen immer wieder für starke Momente. Gleichzeitig verliert die Geschichte zwischendurch etwas an Spannung, da die Handlung häufig springt und lange Zeit nur wenige neue Erkenntnisse liefert. Dadurch wirkt der Spannungsaufbau eher wechselhaft, obwohl die Atmosphäre konstant bedrückend bleibt. Auch viele der Nebenfiguren tragen zu diesem Gefühl des Misstrauens bei, weil kaum jemand wirklich vertrauenswürdig wirkt. Dadurch entsteht permanent das Gefühl, dass hinter vielen Charakteren verborgene Absichten stecken könnten. Die Mischung aus psychologischem Thriller und Ermittlungsstory funktioniert grundsätzlich gut, auch wenn die Umsetzung nicht durchgehend die Intensität erreicht, die die Grundidee verspricht. Besonders gegen Ende zieht die Spannung jedoch wieder deutlich an. Die Auflösung überrascht zwar, wirkt insgesamt aber nicht vollkommen rund. Fazit: Passagier 23 überzeugt vor allem durch sein ungewöhnliches Setting, die düstere Atmosphäre und einen emotional gezeichneten Protagonisten. Auch wenn die Spannung nicht konstant gehalten wird und die Handlung stellenweise etwas sprunghaft wirkt, bleibt der Thriller durch seine Grundidee und die beklemmende Stimmung fesselnd.

























































