Munterer und kindgerechter Sprachstil aus Sicht eines 9-/10-jährigen Mädchens, die mit ihrer Mutter im Frauenhaus lebt, auf ihr „ganz normales“ Leben, das sie mit Bravur und Charakter meistert.
Ich mag dieses Buch sehr gerne. Das Thema "Frauenhaus" habe ich sonst noch in keinem Buch so angetroffen. Somit ist meine Begeisterung schon für die Themenauswahl gross. Kann das Buch sonst mithalten? Definitiv. Jagoda lebt mit ihrer Mutter im Frauenhaus. Sie geht zur Schule und ist eher eine Aussenseiterin. Bis Mia neu in die Klasse kommt. Als Mia sie auf eine Geburtstagsparty anspricht, verspricht ihr Jagoda eine Einladung. Dass eine Party im Frauenhaus nicht möglich sein wird, ist nur ein Problem. Die Party soll auch in vier Tagen schon stattfinden. Ideen sind also gefragt. Ich mag Jagoda. Sie spricht die Leser direkt an und erklärt vieles wie einer guten Freundin. Jagoda ist schon sehr erwachsen für ihr Alter. Auf Grund ihrer Erfahrungen ist dies selbstverständlich. Sie ist hilfsbereit und macht einen Plan, um ihr Ziel zu erreichen. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten nimmt die Partyplanung aber Fahrt auf. Ich fand sehr schön, dass alle mithelfen und das Miteinander im Vordergrund steht. Das Thema Frauenhaus wird sehr kindgerecht erklärt und eingebaut. Hinten im Buch gibt es einen Text einer Referentin fürs Thema "Kinder in Frauenhäusern", welcher unglaublich spannend ist. Selbstverständlich fehlen auch Telefonnummern und Anlaufstellen nicht. Ein wichtiges Lesebuch, welches einem tollen Kind in einer schweren Situation eine Stimme gibt. Das Buch hat aber auch lustige, leichte Momente und versprüht viel Hoffnung.

