Eine Novelle in der Form habe ich noch nie zuvor gelesen, man taucht ein in eine sehr düstere Atmosphäre und wird dennoch mit seiner eigenen Fantasie stehen gelassen bis zum Schluss. Ich glaube man sollte niemand sein, der auf ein abgeschlossenes Ende besteht, denn es liegt alles in den Vorstellungen des Lesers. Sehr anders, aber irgendwie gut. Ein Experiment auf dass man sich mal einlassen kann.
Dieses Buch ist ein Mieville durch und durch, auch wenn Cover und Verlag nicht den Anschein erwecken würden. Deswegen empfehle ich die Lektüre dieses Buches eher Leuten, die sich bereits ein wenig mit dem Autoren auskennen und wissen, was sie erwartet. Oder an jene, die neugierig sind, sich aber nicht an die Schunken heranwagen. Alles andere könnte aber rasch in Frustration und Verwirrung enden. Denn verwirren tut einen dieses Werk. Immerhin ist es ein Mieville. Ich muss das Buch definitiv ein zweites Mal lesen, da sich hier so viel versteckt. So viel nur angedeutet wird oder noch nicht einmal das. Hier spielt sich wirklich alles zwischen den Zeilen ab. Im Gegensatz zu den anderen Büchern, die ich von diesem Autoren bisher gelesen habe, spielt sich die Handlung nicht in einer Stadt ab, sondern auf dem Lande. Nur schon daran musste ich mich gewöhnen. Aber auch dies beherrscht Mieville und schafft es auch hier, eine erdrückende Atmosphäre zu schaffen, in welcher sich alles Mögliche verstecken kann. Wieder war ich fasziniert, gefesselt und geknebelt von Mieville, seinen Ideen, seiner Sprache. Ich konnte es oftmals kaum erwarten, wieder zu diesem Werk zu greifen. Auch wenn ich offen gestehe, dass ich nur einen Teil begriffen habe, oder noch nicht einmal das. Deshalb schreibe ich auch, dass ich den Volkszähler noch einmal lesen muss. Und natürlich auch will.

