
Jannie Regnerus hat hier ein Kunstwerk geschaffen. Sie erzählt die Geschichte von Clarissa und ihrem 5-jährigen Sohn Joris, der an Nierenkrebs erkrankt. Bildhaft und erschütternd, ohne jedoch larmoyant zu werden und in kurzen Kapiteln, die wie Filmsequenzen anmuten, führt sie durch ein Jahr voller Ängste und Zuversicht. Von dem Nicht-wahr-haben-wollen der Diagnose: "Sie stellt sich den Arzt mit seinen Schuhen beim Moonwalk vor, rückwärts aus dem Zimmer, er saugt seine Worte wieder in sich hinein, die Tür schließt sich, und sie ist wieder nur eine wartende Frau auf der Kante eines weißen Bettes." Der Hilflosigkeit des kleinen Menschen gegenüber, den man so sehr liebt und den man nicht vor den harten Worten der Wirklichkeit und den Schrecken der Behandlung beschützen kann. "...Und jedes Mal, wenn sie seinen Namen laut mit dem K-Wort in Verbindung bringt, ist es, als schmeiße sie mit aller Kraft einen Ziegelstein auf Joris, den Clarissa nicht für ihn auffangen kann." Der Titel des Buches bezieht sich auf den berühmten Genter Altar von Jan van Eyck, den Clarissa und Joris auch am Ende des Romans besuchen. Aus dem niederländischen von Ullrich Furre. Herausgegeben von dem unabhängigen Weidle Verlag, welcher seit dem 1. Januar 24 dem Wallstein-Verlag angehört.
