Ein wilder Ritt über die Wellen
Bei einem Halt in der Schweiz springt Marie in den Bulli von Surf-Profi Lex, der sich auf dem Rückweg nach Köln befindet. Es dauert nicht lange, bis Lex merkt, dass Marie nicht die ist, für die sie sich ausgibt. Schlimmer - Marie hat in Liechtenstein die Daten von Steuerhinterziehern gestohlen und damit sehr viele Menschen sehr wütend gemacht … ‚Hunt - Kein Weg zurück‘ ist mal eine ganz andere Art von Thriller, ein wilder, gewalttätiger Roadtrip, erfrischend rasant erzählt. In dem kurzen Buch bleibt kaum mal eine Seite zum Durchschnaufen, so schnell geht es von Europa nach Südamerika und dabei pflastern ziemlich viele Leichen den Weg von Marie und Lex. Fast ‚nebenbei‘ räumen sie dann auch noch die Konten der Steuerbetrüger leer. Dabei sind Lex und vor allem Marie nicht unbedingt die typischen ‚Guten‘, denn auch wenn Marie im Laufe des Romans Lex eine Begründung liefert, warum sie tut, was sie tut, wollen die beiden vor allem eins - sich bereichern. Dabei belässt Jochen Frech das Wie eindeutig an der Oberfläche, jedwede Vertiefung der Transaktionen wird nur kurz angerissen um das hohe Tempo der Geschichte nicht zu stören. Während Lex dabei immer irgendwie ein Sympathieträger bleibt - wer kann einem charmanten Surfer-Boy schon lange böse sein - ist Marie für mich der einzige, dafür sehr ärgerliche Minuspunkt an diesem Buch. Da ist zu wenig Substanz um sie zu mögen und ihr ganzes Verhalten ist viel zu abgedreht um es nachvollziehen zu können. Gleichzeitig wird sie fast schon als kriminelles Mastermind präsentiert, und hier fehlt dann tatsächlich doch die ein oder andere Erklärung, warum das so ist … Wer gerne mal einen Thriller etwas Abseits des Mainstreams lesen möchte und für ein paar Stunden gute Unterhaltung sucht, der sollte in ‚Hunt‘ unbedingt reinlesen!





