
Obwohl ich ein Fan von Comics und Graphic Novels bin, habe ich hier bisher kaum über solche geschrieben. Jetzt habe aber gerade mal wieder eine Graphic Novel gelesen und teile hier meinen Eindruck über die Erzählung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. In den letzten Jahren wurden in dieser Buchsparte vor allem Biographien veröffentlicht. Ihr Ton ist meist sachlich, ernst, seriös. Warum? Vermutlich muss sich das Comicgenre in Deutschland, im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich oder Belgien, wo sie normaler Bestandteil des erwachsenen Lesekanons sind, immer noch aus der spaßigen Kinder- und Teenagerecke herauskämpfen, bevor wir mehr Graphic Novels mit Witz und Intelligenz à la "Kinderland" von mawil in den Buchläden finden. Auch "Erdoğan" ist eine Biographie; mit Humor hat es Recep Tayyip selbst auch nicht, sodass ihre nüchterne Erzählweise in diesem Fall stimmig ist. Der Freude am Lesen aber abträglich. Die Graphic Novel zeichnet den Weg des Politikers von der Wiege bis zum Jahr 2000 (der Folgeband ist bereits in Arbeit). Dabei beschränkt sie sich ausschließlich auf dessen politisches Handeln. Ihr Ziel ist die Aufklärung über die politische Türkei in einer erzählerischen Gattung, der Karikatur, gegenüber der der türkische Staatspräsident eine Nulltoleranzstrategie fährt. Zu unterhalten ist nicht ihre Absicht, dennoch kenne ich andere Graphic Novels wie z.B. "Maus", "Der Fotograf" oder "Persepolis", die mich aufklären und zugleich zu unterhalten und begeistern vermögen. Hier habe ich eine staubtrockene Erzählung, der ich deshalb💜💜💜 gebe. Lest ihr auch Comics oder Graphic Novels? Welche könnt ihr empfehlen?


