14. Jan.
Rating:4

Was für eine kurzweilige und schöne kleine Geschichte, mit vielen Anregungen zum Nachdenken! OJ und Er stehen auf einander, wissen aber natürlich nicht, was der jeweils andere denkt. OJ holt sich Tipps online und Er bei einer Freundin. Beide kratzen ihren Mut zusammen und tasten sich vor... Grade OJs Unsicherheiten sind so plausibel. Nicht nur die Angst vor einer regulären Abfuhr, sondern auch die vor eventuellem Ekel des Gegenübers hält ihn zurück und macht ihn schüchtern. Ich kenne all das nur zu gut, auch wenn meine Sorge in eine etwas andere Richtung geht: Sobald das erste mal zur Sprache kommt, dass meine letzte Beziehung mit einer Frau war und ich bi bin, habe ich Angst, dass Frauen denken könnten, ich wolle nun automatisch was von ihnen. Und tatsächlich ist es mir schon passiert, dass dann so Sätze wie "Oh, äh, ach so, naja Hauptsache du stehst jetzt nicht auf mich, haha" kommen. Am besten ist dann aber das Gesicht dieser Personen, wenn ich ihnen versichere, dass sie nun wirklich überhaupt nicht mein Typ sind und ich so gar nichts von ihnen will. Dann sind sie irgendwie beleidigt.. Ist das nicht verrückt? Erst haben sie Angst, dass ich was von ihnen wollen könnte und dann sind sie sauer oder verletzt, weil ich es nicht tue. Versteh eine die Heten. ;) Mir gefielen die Gedanken, die sich OJ so macht, jedenfalls richtig gut. Z.B. hier: "Wenn also zwei Männer eine Beziehung eingehen wollen, müsse eben einer die Frau sein. Bin ich zu empfindlich, wenn ich das schon diskriminierend finde?" (Nein!) "Die Anerkennung einer Homo-Beziehung klingt jedenfalls anders" (Ja!) Traurig, dass ich das erwähnen muss, aber ein großes Plus dieser Geschichte ist auch, dass es keinen frauenfeindlichen Quatsch gibt (im deutschsprachigen Raum in Verbindung mit diesem Genre leider keine Seltenheit). Es wird zwar Anfangs von "Männergerede" und "flachlegen" gesprochen, allerdings nicht explizit und mehr um die Eifersucht darzustellen, die sich ergibt, wenn man heimlich auf jemanden steht. Gut finde ich bei dem Thema übrigens auch die Einordnung: "Es ist schon echt verrückt, wie eifersüchtig man auf jemanden sein kann, ohne dass man auch nur ansatzweise ein Recht dazu hätte." Klar sollte man sexuelle Orientierungen nicht fetischisieren oder gar Menschen direkt belästigen (passiert mir als "Bi-Frau" ständig, sexualisierte Sprüche und Ekligkeiten von Männern sind keine Seltenheit) und dennoch fand ich es für die Sichtbarkeit toll, dass Ers Text-Freundin offen zugibt, dass sie es "hot" findet, wenn "zwei Männer rummachen". Zu oft wird vergessen, dass Frauen eben auch eine Libido und Vorlieben haben und dass es - wenn es doch schon so normal ist, dass Männer "auf Lesben stehen" - dabei eben auch um zwei Männer gehen kann. Und das gar nicht mal so selten! Außerdem erwähnt OJ in seinen Gedankengängen Männer und Frauen, bzw. Schwule und Lesben auch gemeinsam und bezieht sich eben nicht ausschließlich auf die Männer (zu oft ist nur von "den Schwulen" die Rede, wenn es doch eigentlich um Homosexuelle allgemein geht). Der Schreibstil ist, sagen wir mal, ein wenig unausgereift. Dennoch lassen sich die 167 Seiten schnell lesen, die Textnachrichten und Online-Beiträge lockern zwischendurch immer wieder auf. Ich dachte mir die Ganze Zeit, ach, bis zum nächsten Tag liest du noch, dann packst du das Buch erstmal weg - nur um es doch in einem Rutsch durchzulesen. Mit Er bin ich nicht so ganz warm geworden, OJ ist mir näher (ich zerdenke alles ähnlich), aber das ist auch gut so. Wer Lust auf eine schnell zu lesende, süße und wahre (?) Geschichte hat, ist mit diesem Buch gut bedient, würde ich sagen. Empfehlung! (Hinten im Buch gibt es noch eine Seite für das Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V. Ein Blick auf deren Website lohnt sich und wer da unterstützen kann, möge es bitte tun, denn die leisten wichtige Arbeit!)

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
2. Jan.
Rating:4

Story: Seit 2 Jahren ist OJ in seinen Kumpel verliebt – da ist es nicht hilfreich, wenn dieser nur in Boxershorts bekleidet in deinem Bett liegt, um gemeinsam mit OJ eine Politsendung zu sehen. Um sich abzulenken, veröffentlicht OJ einen Jodel auf der gleichnamigen, anonymen Plattform und tritt damit eine wahre Welle los – in den folgenden Tagen und Wochen entwickelt sich unterstützt und beobachtet von hunderten, anonymen Jodlern, eine der schönsten Liebesgeschichten unserer Zeit … Der Erlös des Buches kommt dem Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V. zugute. Eigene Meinung: Mit dem Buch „#ichwillihnberühren“ erschien eine der bekanntesten Liebesgeschichten der letzten Jahre beim Ach je Verlag. Der Jodel (den man noch immer lesen kann und der noch immer kommentiert wird), der im November 2017 gestartet wurde und über die Tage und Wochen viral ging (und es schließlich auch in die News diverser Zeitungen und Onlineportale schaffte), erzählt die Liebesgeschichte zweier junger Studenten hautnah und direkt, denn die anonyme Jodelgemeinschaft war rund um die Uhr dabei und unterstützte OJ dabei, sich seinem Kumpel gegenüber zu öffnen und auf ihn zuzugehen. In diesem Buch kommt nicht nur OJ zu Wort, auch sein Freund darf seine Sicht auf die Ereignisse wiedergeben, denn seine Perspektive ist nicht minder interessant. „#ichwillihnberühren“ enthält nur einige, ausgewählte Ausschnitte und Kommentare aus dem Jodel-Verlauf, der Löwenanteil der Geschichte ist neu, denn OJ hat die wichtigsten Tage ausführlich niedergeschrieben. Er gibt dem Leser einen tieferen Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt, seine Sorgen und Ängste und was ihn in dieser Zeit umgetrieben hat. Auf duese Weise erhält man einen sehr authentischen, fast schon intimen Einblick in das Leben eines jungen Mannes, der von Ängsten und Unsicherheiten geplagt wird. Zeitgleich kann man beobachten, wie er allmählich auftaut und immer offener wird, denn die Jodelgemeinschaft hilft ihm dabei, Zeichen zu deuten und sich seinem Kumpel zu nähern. Die Perspektive seines Freundes (ER) wird ebenfalls bedacht. Sie ist nicht ganz so ausführlich wie OJs Passagen, dafür werden diese Abschnitte mit WhatsApp Verläufen von ihm und einer guten Freundin aufgelockert, die ERs Sicht auf die Ereignisse gut untermalen. In gewisser Weise wird die Geschichte erst mit diesen Abschnitten komplett, denn die meisten Leser des Jodel12s haben sich wahrscheinlich gefragt, was ER während dieser Zeit gedacht hat. Wer darauf hofft, dass die beiden ihre Identität preisgeben, wird enttäuscht – das Buch erscheint unter OJ & ER. Es werden keine Namen genannt, was im Grunde auch nicht notwendig ist. Die zuckersüße Liebesgeschichte kann man auch genießen, ohne die Namen zu kennen, die sich hinter der Jodel-Geschichte verbergen. Positiv ist zudem, dass sämtliche Einnahmen einem Verein zugutekommen, denn OJ und sein Freund wollen mit ihrer Geschichte kein Geld verdienen. Stilistisch ist das Buch teilweise ein wenig schwieriger zu lesen, denn die beiden sind einfach keine gestandenen Autoren, die ihr Handwerk durch vorherige Veröffentlichungen erlernt und verbessert haben. Es verwundert nicht, dass sie sich gedanklich manchmal ein wenig im Kreis drehen oder immer wieder wiederholen, hin und wieder wirken die Sätze nicht ganz rund oder sind unverständlich. Daran gewöhnt man sich allerdings mit der Zeit – irgendwie macht es die Sache authentischer, das nicht jeder Satz und jedes Wort perfekt geschliffen wurde. Es passt zum Thema, zum Jodel und allem, was im Hintergrund steht. Fazit: „#ichwillihnberühren“ ist eine Geschichte, die nur das Leben schreibt – sie ist süß, manchmal kitschig, fast schon unwirklich und doch genau so passiert. Wer den Jodel kennt und mitverfolgt hat, wird um dieses Buch nicht herum kommen, wer romantische und authentische Liebesgeschichten mag, sollte ebenfalls zugreifen. OJ und sein Freund haben ein Buch geschrieben, das stilistisch nicht perfekt, dafür aber realistisch und authentisch ist. „#ichwillihnberühren“ berührt und lässt einen an Happy-Ends glauben. Zu empfehlen.

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
21. Dez.
Rating:5

Herzrasen hoch 1000! Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann und ob ich überhaupt jemals ein Buch gelesen habe, dass mir solches Herzrasen verursacht hat – vor Aufregung – und das praktisch von der ersten Seite an. Ich habe damals die Sache auf Jodel nicht mit verfolgt und bin tatsächlich nur zufällig über dieses Buch gestolpert, als ich auf Goodreads unterwegs war, auf der Suche nach ein paar Büchern, die interessant genug klingen, um sie auf meine Wunschliste zu setzen. #Ichwillihnberühren schaffte es dabei nicht nur auf meine Wunschliste, sondern unmittelbar in meinen Warenkorb und ich bereue nichts. Das Buch ist so unglaublich mitreißend geschrieben, man hat praktisch das Gefühl, live dabei zu sein, obwohl die Ereignisse schon über ein Jahr in der Vergangenheit liegen. Ich denke, was das Ganze noch interessanter, noch mitreißender, noch spannender macht ist einfach die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um eine fiktive Liebesgeschichte handelt, die sich irgendjemand ausgedacht hat, nein, das hier ist tatsächlich passiert, zwischen zwei jungen Männern aus Frankfurt, die sich zueinander hingezogen fühlten, sich aber nicht sicher waren, ob diese Gefühle auch auf Gegenseitig beruhen. Erzählt wird die Geschichte einmal aus der Sicht von OJ, demjenigen, der damals den Jodel verfasst und seine Gedanken und Ängste mit so vielen Menschen online geteilt hat und einmal aus der Sicht von ER, der Freund, in den sich OJ verliebt hat. Als ich im Internet von dem Buch las, wusste ich zunächst nicht, was ich erwarten sollte. Waren hier einfach nur die Nachrichten von Jodel abgetippt, vielleicht mit ein paar Gedanken der beiden Männer dazu? Ich hatte keine Ahnung, habe mich am Ende, als ich das Buch dann in den Händen hielt, allerdings sehr darüber gefreut, dass es eben nicht nur die Einträge von Jodel sind, sondern dass es sich um einen Fließtext handelt. Größtenteils werden in der Ich-Perspektive Ereignisse, Erfahrungen, Gedanken, Gefühle und Ängste geschildert. Dazu gibt es auch ein paar Chatverläufe zwischen ER und einer Freundin und auch ein paar Originalkommentare aus dem Jodel-Forum, die seinerzeit von Usern geschrieben wurden. Auch die Aufteilung fand ich klasse. Zuerst erfährt man nur, wie es OJ ergangen ist, wie er sich gefühlt hat, was er gedacht hat. Während des Lesens fragt man sich irgendwann immer und immer mehr, wie ER denn überhaupt dazu steht. Es schürt die Neugierde praktisch bis ins Unermessliche. Irgendwann steigt dann auch endlich ER in die Erzählungen mit ein und wir erfahren mehr über ihn, über seine Gefühle und Gedanken, was mir wirklich unglaublich gefallen hat. Die beiden sind so unglaublich unterschiedlich, dass man selbst ohne die Kapitelüberschriften „OJ“ oder „ER“ immer gleich gewusst hat, wer hier gerade seinen Teil der Geschichte erzählt. Ich möchte auch unbedingt dazu sagen, wie unglaublich sympathisch die beiden Männer sind. Die Texte wirken kein einziges Mal aufgesetzt … es scheint fast so, als hätten sie ihre Gedanken, genauso aufgeschrieben, wie sie sich in ihren Köpfen geformt haben. Allein wegen ihrer Art habe ich die beiden in dieser doch recht kurzen Geschichte so sehr in mein Herz geschlossen, dass es mir am Ende des Buches wirklich unglaublich schwer fiel, sie gehen zu lassen. Alles fühlte sich so echt an, so wirklich, so real – eben ganz anders, wie man es aus anderen fiktiven Romanen manchmal kennt. Man kann sagen was man will, aber solche Geschichten schreibt eben doch nur das wahre Leben. Ein weiteres Plus: bei diesem Buch handelt es sich, wie unschwer zu erkennen, um ein Own-Voice-Buch, in dem es nicht nur um zwei junge Männer geht, die die Liebe füreinander entdecken, sondern in dem auch wichtige Themen angesprochen werden. Insbesondere OJ beschreibt seine Unsicherheiten, nicht nur Angst vor einer allgemeinen Abfuhr zu haben, sondern auch vor einer eventuellen mit Ekel zersetzten Reaktion seines Gegenübers, sehr plausibel und nachvollziehbar. OJ findet hier einfach genau die richtigen Worte und hält sich mit seiner Meinung auch nicht zurück, was mich wieder zu der Vermutung zurück bringt, dass die beiden jungen Männer diese Geschichte eben genauso aufgeschrieben haben, wie ihnen „der Schnabel gewachsen ist“, was sie nur noch sympathischer macht. Außerdem regt er mit seinen Gedankengängen unglaublich zum Nachdenken an und ermöglicht es, insbesondere nicht betroffenen Personen, noch einmal intensiver darüber nachzudenken. Was mir hieran auch super gefallen hat ist die Tatsache, dass OJ seine Gedankengänge nicht nur auf schwule Männer abstellt, sondern auch auf lesbische Frauen, mithin geht es hier allgemein um das Thema Homosexualität, eben nicht geschlechtsspezifisch. Gerade da OJ ja selbst ein Mann ist und schwul, hätte man vermuten können, dass er alles auf das männliche Geschlecht bezieht, was er allerdings nicht tut. Stilistisch gesehen ist das Buch vielleicht kein Meisterwerk und ich könnte mir vorstellen, das der ein oder andere vielleicht etwas an dem Schreibstil zu nörgeln hätte; ich für meinen Teil kann allerdings sagen, dass, auch wenn das Buch stilistisch nicht perfekt ist, es aber unglaublich realistisch eine Geschichte aus dem wahren Leben erzählt. Und gerade die Tatsache, dass es sich hier eben nicht um ein stilistisch perfektes Buch handelt, macht nicht nur die beiden Autoren noch sympathischer, sondern die Geschichte noch um einiges echter. Mir sind die beiden Jungs wirklich unglaublich ans Herz gewachsen. Nach Beenden des Buches war mein Herz einfach so voll von Liebe … Zurückgelassen hat es mich mit einem unglaublich warmen Gefühl im Herzen; ich hatte nicht nur ein Kribbeln im Bauch, sondern auch flatternde Nerven. Ein Märchen des 21. Jahrhunderts, eine Liebesgeschichte, besser, als Hollywood sie jemals hätte schreiben können. Diese Geschichte hallt nach, wie ein lautes Echo, das nicht mehr verklingen mag. Es bleibt nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen. Es regt zum Nachdenken an und hilft hoffentlich auch dabei, endlich ein paar Vorurteile auszumerzen, die sich Betroffene selbst heute immer wieder ausgesetzt sehen. Ich bin unglaublich gerührt von dieser Geschichte, kann einfach nicht aufhören an die beiden zu denken und wünsche ihnen von ganzem Herzen alles erdenklich Gute und hoffe, dass sie ihr Leben lang glücklich miteinander sind. LOHNT SICH DAS BUCH? Ja, ja und nochmal ja. Ein ganz großes Ja! Nicht nur, weil man dadurch auch etwas Gutes tut (siehe unten), sondern weil es zum Nachdenken anregt und nicht nur das Herz, sondern auch die Seele berührt. Ich bin ganz hingerissen von diesem wunderschönen Liebesmärchen, habe noch immer Herzflattern, wenn ich daran denke und kann diese Geschichte wirklich nur jedem dort draußen ans Herz legen. TIPP: Tatsächlich tut ihr auch noch etwas Gutes, wenn ihr euch dazu entscheidet, das Buch zu kaufen. Denn OJ und der Verlag haben einen Vertrag geschlossen, in dessen Zusammenhang der Großteil des Reinerlöses an Aktionsbündnis gegen Homophobie gespendet wird; eine Organisation, die sich für die vorurteilsfreie Akzeptanz von LGBTQ+ einsetzt. Mit anderen Worten: OJ verzichtet von vornherein komplett auf sein Autorenhonorar und der Verlag legt noch einmal die Hälfte oben drauf, sprich, insgesamt erhält das Aktionsbündnis gegen Homophobie mithin 75 % des Nettoreinerlöses.

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
23. Juli
Rating:4

Dieses Buch war auch eine Empfehlung meiner besten bücherfreundin @eva_mueller_91. Es steht tatsächlich schon länger in meinem SUB weil mich der Titel irgendwie nicht so angesprochen hat. Aber es ist es eine sehr leichte, witzige, tiefgründige Geschichte, zweier Männer, die das erste mal Gefühle für das gleiche Geschlecht haben. Es wird deutlich, was für "Probleme" plötzlich auftauchen. Welche Gedanken sich Homosexuelle Menschen machen, bevor sie den Schritt Richtung Liebe wagen. Der intimste Moment war der langersehnte Kuss zwischen den beiden und ich habe so richtig mit gefiebert und mich sehr gefreut als es endlich so weit war und beide ihr Glück kaum glauben konnten.

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
7. Juli
Post image
Rating:5

„Man schaut sich zuvor tausende Male an und beim tausendundersten Mal dann das“ -Er Super süße, kurze und wahre Story, aus meiner Heimat. Hat sich gut lesen lassen und ich musste wirklich ständig grinsen oder lachen weil es so witzig geschrieben ist. Das man als Leser längst weiß was beide denken, ohne das sie es voneinander wissen lässt einen so mitfiebern. Hab es direkt am Stück verschlungen und geliebt.

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
1. Mai
Rating:5

Bewertet mit 4.5 Sternen Zum Buch: OJ ist total überfordert, sein Kumpel liegt nur mit seiner Boxershorts bekleidet in seinem Bett und schaut fern. OJ schreibt einen Jodel und fragt wie er sich verhalten soll, denn OJ ist in seinen Kumpel verliebt, weiß aber nicht ob dieser Hetero ist oder ebenfalls auf Männer steht ... Meine Meinung: Die Geschichte geht über zwölf Tage und OJ beginnt zu erzählen was er empfindet, da er sehr schüchtern ist und sich nicht traut seinen Kumpel anzusprechen schreibt er einen Jodel, das ist ein Kommentar im Social-Media, bei dem man anonym etwas über sich erzählt und Fremde darauf antworten. Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, die Art wie OJ erzählt ist schon besonders. Die Story wird abwechselnd von OJ und Er, dass ist der Kumpel, erzählt. Mich hat die Geschichte sehr berührt, sie erzählt doch wie schwer es ist zu seinen Gefühlen zu stehen, wie schwer es für junge Menschen ist, wenn sie "anders" sind. Mich hat total berührt, die Gedanken von OJ zu lesen und zu spüren wie schwer es ihm fällt. Ein tolles Buch für Jugendliche die dadurch sehen können, dass es alle schwerfällt zu seinen Gefühlen zu stehen. Aber auch für Erwachsene, die doch gerne vergessen wie es war, als wir noch jung waren. Ein Buch über das Outing und wir schwer es ist, wie viel Angst doch jeder hat nicht so gemocht zu werden wie man wirklcih ist.

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
31. Dez.
Rating:5

Ich habe das Buch bei einer Freundin entdeckt und wusste gleich, dass ich es auch lesen möchte. Jodel sagte mir zwar etwas, aber habe ich das ganze damals nicht mitbekommen. Schade, ich hätte bestimmt auch total mit gefiebert. OJ liegt im Bett neben seinem Kumpel, dieser trägt nur eine Boxershorts und OJ ist mit der Situation total überfordert. Er steht schon seit 2 Jahren heimlich auf seinen Kumpel und hat keine Ahnung, was diese "nur in Shorts aus der Dusche kommen Aktion" bedeuten soll, soll sie denn was bedeuten oder bildet er sich da nur was ein? So zieht der die Online-Community zu Hilfe und schreibt einen Post auf Jodel. Die User geben ihm Tipps und motivieren ihn, treiben ihn an, am Ball zu bleiben, die Hoffnung nicht aufzugeben und auch etwas zu wagen. Auf der einen Seite ist es eine unheimlich süße Geschichte. Sie wird aus der Sicht von OJ und ER erzählt. OJ ist sehr unsicher, überlegt immer alles 100 Mal, nur um dann doch spontan etwas zu sagen, was er meistens nicht so klug findet. ER ist da eigentlich eher der coole Typ, viel Selbstbewusster und extrovertiert, aber wenn dann Gefühle mit im Spiel sind, tja, da ändern sich solche Dinge oft. Zu lesen, wie die beiden sich langsam, ja extrem langsam, annähern war extrem spannend und fesselnd und wie gesagt, unheimlich süß. Man fiebert jeder Berührung hingegen, und ja, ich habe ein bisschen freudig gequietscht, als es fast zum Händchen halten kam. Auf der anderen Seite ist es auch eine wichtige Geschichte. Nicht nur weil sie einem Hoffnung gibt, was Lovestorys angeht. Sondern weil auch thematisiert wird, wie schwer es sein kann, als homosexueller Mann auf einen anderen Mann zuzugehen. Wir haben alle Angst vor Ablehnung, zu flirten ist für viele nicht einfach und den ersten Schritt zu machen, verdammt schwer. Noch schwerer ist es, wenn man nicht weiß, ob der gegenüber einen nicht aufgrund seiner Sexualität beleidigen oder gar körperlich angehen wird. Kein Mensch möchte hören, dass er eklig oder abstoßend ist! So versucht OJ immer zu überlegen, ob sein Verhalten noch als normal in einer Freundschaft angesehen werden kann und ER, ach lest lieber selbst.... ;-) P.S 75% des Nettoreinerlöses von #ichwillihnberühren geht an das Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V. Fazit: Eine wirklich süße und auch wichtige Geschichte. Selten habe ich kleinen Berührungen so entgegen gefiebert. Einmal angefangen konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, man muss einfach wissen, wie es weiter geht. Auch hat es mich ein bisschen wehmütig an das verliebt sein denken lassen.

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
28. Dez.
Rating:5

Ich habe im November 2017 den Jodel mit bekommen, nicht ganz live, aber es war da schon sooo schön 😍 Als ich jetzt gehört habe, das OJ und ER die Geschichte aufgeschrieben haben, auch mit der Sichtweise von ER, ich musste es sofort kaufen und lesen. Das alle Einnahmen gespendet werden, war da natürlich nochmal ein Sahnehäubchen. Zur Story selbst: man merkt schon ein bisschen, das OJ kein geübter Autor ist, nach ein paar Seiten kam ich aber gut rein und konnte es flüssig lesen. Autoren wird oft vorgeworfen, zu unrealistisch, mit zu viel Kitsch zu schreiben ... das hier ist die Realität und das ist einfach nur schön!

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
22. Sept.
Rating:4

"Ich (m) hab mich in einen Kumpel verliebt und jetzt liegt er in Boxershorts neben mir im Bett." Das ist die Nachricht, mit der OJ sich an die anonyme Jodel-Community von Frankfurt wendet, weil er keine Ahnung hat, was er machen soll, als der Kumpel, in den er seit zwei Jahren verliebt ist, nur noch in Unterhose neben ihm im Bett liegt. Was das zu bedeuten hat. Ob es überhaupt zu bedeuten hat, aber liegt man einfach so in Unterwäsche bei einem Kommilitonen im Bett? Machen Männer, die ganz bestimmt hetero sind, sowas? OJ sucht sich Rat, bekommt gute Tipps und weniger gute Tipps und lässt sich von einem Haufen Frankfurter*innen beraten, wie er in dieser Sache endlich vorgehen soll. Gut, dass sie auch ratgebend zur Seite stehen, als Er die nächsten Tage immer wieder zu Besuch kommt und die ganze Angelegenheit aufregender und aufregender wird. Die Geschichte basiert tatsächlich auf einem 2017 sehr viral gegangenen Jodel, der auch über Frankfurt hinaus bekannt wurde (ich habe ihn nicht verfolgt, aber auch davon gehört). Zunächst werden die Geschehnisse nur von OJ geschildert und es ist nur seine Perspektive auf die Ereignisse bekannt, die Leser*innen wissen also ebenfalls nicht, ob der Kumpel vielleicht auch schwul ist, ob OJ Chancen hat und wieso Er zur Hölle eigentlich in Unterhose auf OJs Bett chillt. Etwa ab der Hälfte bekommt Er auch eine Erzählperspektive, die noch mit dem Whatsapp-Verlauf mit seiner besten Freundin aufgestockt wird, denn Er ist eigentlich genauso unsicher und überfordert wie OJ. Die wechselnden Perspektiven haben mir gut gefallen. Um das Buch zusammenzufassen: Wie sehr können zwei Menschen in ihrer Verliebtheit überfordert sein und Signale aussenden, die sie für komplett offensichtlich halten, aber einfach nur weird sind? Ja. Es ist total niedlich und witzig und herzerwärmend, vor allem dadurch, dass es eine Geschichte ist, die auf wahren Begebenheiten beruht. Beide jungen Männer kommen sehr sympathisch rüber, denn auch Er, der sonst immer so cool und selbstbewusst wirkt, ist in Wahrheit eher ein bisschen verunsichert und er macht sich genauso viele Gedanken. Gleichzeitig werden auch Themen wie Homofeindlichkeit und die berechtigte Sorge vor Zurückweisung aufgrund der eigenen Sexualität thematisiert. Was mir aufgefallen ist: Man merkt dem Stil des Buches sehr an, dass es von Menschen verfasst wurden, die noch nicht sehr viel geschrieben haben. Das betrifft insbesondere die Parts von OJ, die Teile von Er sind etwas besser. Sprachlich ist es ein bisschen ungelenk, bisschen zu einfach, nicht sehr ausgefeilt. Hat mich jetzt nicht unbedingt gestört, ist mir aber aufgefallen, weil die Teile von OJ sich dadurch auch etwas anstrengend lasen, auch weil sie sich sehr nahe an der Mündlichkeit befinden. Dennoch hat es mein Lesevergnügen nicht geschmälert, es war ein kurzweiliges Erlebnis, dieses Buch zu lesen und ich mochte auch den Hintergrund, dass es auf einer wahren Begebenheit beruht.

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag
5. Sept.
Rating:5

Der erste Erzähler dieser Geschichte ist OJ (Abkürzung, mit der in der App "Jodel" der Verfasser des ursprünglichen Beitrags markiert wird), der online nach Tipps fragt, nachdem er sich in einen Freund verliebt hat. Er ist schwul und er erzählt von seiner Angst vor Ablehnung und möglicher Diskriminierung aufgrund dessen. Dabei weist er auch den Leser immer wieder auf bestimmte Probleme hin und sensibilisiert dadurch ein wenig. Als ich das Buch entdeckt habe, hatte ich etwas Sorge, dass es komplett in "Jodel"-Form geschrieben sein würde, das ist aber glücklicherweise nicht der Fall. Größtenteils werden aus der Ich-Perspektive die Ereignisse geschildert, es gibt hin und wieder abgedruckte Chats und nur wenige "Jodel" um als Beispiel für das dortige Feedback zu dienen. Zu Beginn hat mir dieser Aspekt die Handlung noch zu sehr beeinflusst, aber später steht das glücklicherweise nicht mehr im Mittelpunkt. Toll fand ich, dass die zweite Perspektive irgendwann dazu kam, als man sich schon dringend gefragt hat, was ER von diesen Ereignissen hält und ob die beiden auf einer Wellenlänge sind. Durch die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere wäre auch ohne die Kapitelüberschriften immer klar gewesen, wer gerade erzählt. Der Beginn des Buches war für mich noch etwas langsam und ich war unsicher, ob die Geschichte die ganze Zeit über mein Interesse würde halten können, aber das änderte sich rasch. Ehe ich mich versah habe ich vollkommen mitgefiebert, weil die unsicheren Annäherungsversuche so realistisch und echt wirkten, ganz anders als man es aus vielen Romanen kennt. Laut Klappentext handelt es sich hierbei um eine wahre Geschichte, was bedeutet, dass sie wohl auch von den Charakteren selbst geschrieben wurde und dementsprechend realitätsnah ist. Schön ist, dass es sich dadurch auch um einen Own Voices Roman handeln wird und die Autoren wirklich wissen, wovon sie sprechen. Auffällig ist dabei besonders, dass OJ bereits Erfahrungen mit Diskriminierung hat und dabei auch auf Situationen eingeht, in denen anderen ihre Mikroaggressionen* vielleicht gar nicht bewusst sind. Anders sieht das allerdings beim ER aus, der sich mit einer Freundin austauscht, die Schwule ganz offen fetischisiert, was ihn gar nicht zu stören scheint und er eher witzig findet. Sehr schade finde ich hier, dass das nicht angesprochen und problematisiert wird. Die Autoren verzichten auf ihr Honorar und 75% der Einnahmen des Buches gehen an das Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V. Fazit Nachdem ich hier nur leichte und witzige Unterhaltung erwartet habe, wurde ich völlig positiv überrascht. Eine absolut echt wirkende und sehr süße Geschichte über Unsicherheit und erste Schritte. * alltägliche, unterschwellig diskriminierende Äußerungen

#ichwillihnberühren
#ichwillihnberührenby OJAch je Verlag