Die Geschichte von Oryx und Crake hat genau das mit mir gemacht, was ich von einer Dystopie in der Literatur erwarte:
Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, wollte gleichzeitig die Geschichte anhalten, damit die Protagonisten nicht in die Katastrophe rennen und als ich die letzte Seite gelesen hatte, waren da mehr Fragen als Antworten. Großartig 👏
Gib dir gern etwas Zeit, um in die Geschichte zu finden. Das dauert hier etwas, aber durchhalten lohnt sich. Ich mochte den ambivalenten Charakter von Jimmy „Schneemensch“. Oryx blieb mir als Charakter eher verschlossen und Crake, na ja, bleibt halt Crake und irgendwie unnahbar 😉.
Kleiner Abzug für die nicht ganz passende Beschreibung auf dem Einband. Auch wenn die Liebe zwischen Oryx und Crake zwar ein entscheidendes Element ist, nimmt es in der Geschichte selbst lediglich einen kleinen Teil ein.
Dennoch eine klare Leseempfehlung von mir, wenn du z.B. Bücher wie „Ich, die ich Männer nicht kannte“ magst.
"Oryx und Crake" und ich hatten einen sehr schweren Start. Nach dem Klappentext habe ich mir etwas anderes vorgestellt. Packender, schneller und greifbarer? Stattdessen war der Schreibstil....anders, speziell. Ich habe ewig gebraucht um Zugang zu der Geschichte zu finden. "Schneemensch" war mir suspekt und ich bin anfangs überhaupt nicht durchgestiegen. Ich war mehr als einmal kurz davor, dass Buch abzubrechen. Da ich aber "Report der Magd" und "Die Zeuginnen" mochte, wollte ich unbedingt durchhalten.
Durchhalten lohnt sich auch, das Buch entfaltet nach und nach seine Geschichte und Zusammenhänge.
Kritikpunkt für mich ist, dass Margaret Atwood die Wissenschaft hier eigentlich nur in einen negativen Kontext bringt, irgendwie einseitig.
Faszinierend ist, dass einiges, was bei Erscheinen des Buches im Jahr 2003 Science-Fiction war, heute annähernd Realität ist.
Das Buch ist der Auftakt der MaddAddam-Trilogie und trotz des sehr zähen Beginns werde ich definitiv weiterlesen.
Nicht besonders zugänglich aber spannendes Gedankenexperiment
Dieser Teil der MaddAddam-Trilogie erzählt von drei Personen – u. a. Oryx und Crake – von ihrer Beziehung zueinander, ihren Lebenswegen und den Entscheidungen, die sie in dieser Dystopie getroffen haben bzw. treffen.
Ohne große Einführung wird man direkt in die Welt geworfen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. Beides hat es mir schwer gemacht, mich zurechtzufinden. Erst etwa zur Hälfte fügt sich alles zu einem Gesamtbild zusammen.
Eigentlich wollte ich Teil 2 „Das Jahr der Flut“ lesen; er bekommt auf jeden Fall noch die Chance, mir diese Welt näherzubringen.
Das Gedankenexperiment fand ich nämlich spannend. Welche Möglichkeiten hat man? Was würde man tun? Wie würde man sich verhalten?
Dieses Buch wurde vor über 20 Jahren geschrieben und ist erschreckend gut vorstellbar.
Bis auf die DVDs und CD-Roms, die waren irritierend und haben mich an das Erscheinungsjahr 2003 erinnert. Ansonsten passten vielen Beschreibungen zu unser heutigen Welt, vor allem die mediale Dauerberieselung mit Tod und Pornos. Mit keinem der drei Hauptcharaktere konnte ich mich annähernd identifizieren und doch bin ich ihnen atemlos durch die Dystopie gefolgt. Spannend.
Unfortunately, this book wasn't for me. While the dystopian world is cleverly constructed, the way the story is narrated made it hard for me to connect with it. Lots of questions were raised that were only answered at the end of the book (too late for me personally). I don't think I'll read the other books of the trilogy.
Lies das, wenn du dystopische Climate Fiction mit apokalyptischen Zügen und spannenden Enthüllungen magst
Rezension: Oryx and Crake 🧬🦠🌏
4/5 ⭐️
Lies das, wenn du: dystopische Climate Fiction mit apokalyptischen Zügen und spannenden Enthüllungen magst
Spice level: ❌
Song an den ich beim Lesen gedacht habe: Everybody Wants To Rule The World - Tears For Fears
In Oryx and Crake geht es um den Hauptcharakter Snowmen, der in einer apokalyptischen und vom Klimawandel gezeichneten Umwelt überleben muss. Das Buch springt zwischen zwei Zeitlinien hin und her. In der einen erfahren wir mehr über das Leben von Snowmen als er noch Jimmy hieß. Wir begleiten ihn beim Aufwachsen und erfahren wie es zum Zusammenbruch der Welt, so wie wir sie kennen, gekommen ist. Die zweite Zeitlinie begleitet Snowmen dabei, wie er im „Danach“ zurecht kommt.
Ich bin um ehrlich zu sein sprachlos. Ich frage mich wie es möglich ist, sich so eine Geschichte auszudenken. Teilweise war ich so verstört von den Dingen die passiert sind 🤢 (waren teilweise echt brutal und schlimm), aber das hat dieses Buch unter anderem ausgemacht!
Der Plot war sehr interessant, weil man am Anfang quasi nichts weiß und einfach nur verwirrt ist und dann nach und nach aufgeklärt wird. Trotzdem war es nicht vorhersehbar und blieb bis zum Ende spannend. Zwischendurch gab es leider einige Längen, die ich persönlich als unnötig empfand, da meiner Meinung nach einige Szenen nicht notwendig für die Story waren und eher für Langeweile gesorgt haben.
Davon abgesehen war dieses Buch aber wunderbar. Margaret Atwood hat einen tollen Schreibstil und hat mit Jimmy/Snowmen einen vielschichtigen Charakter geschaffen, der zu gleichen Maßen liebenswert und abstoßend ist. Ich bin mir auch immer noch nicht sicher ob ich ihn mag oder nicht 😂
Ich kann euch eigentlich gar nicht sagen was das Buch für ein Fiebertraum ist, weil so viele abgefahrene Dinge passiert, mit denen ich niemals gerechnet hätte, als ich das Buch begonnen habe. Dadurch wurde diese apokalyptische Atmosphäre geschaffen. Trotz der fiktiven und absurden Elemente waren aber deutlich die Parallelen zu unserer Gesellschaft zu erkennen. Deswegen finde ich auch, dass das Buch als eine Art Warnung gesehen werden kann, was passieren könnte, sollten wir so weitermachen wie bisher.
Alles in allem also ein empfehlenswertes und verrücktes Buch (im positiven Sinne)! 🥰🫶🏻
Das Ende der menschlichen Zivilisation?
"Er weiß nicht, was schlimmer ist, eine Vergangenheit, in die er nicht zurückkann, oder eine Gegenwart, die ihn zerstören wird, wenn er sie zu genau betrachtet."
In Oryx und Crake, dem ersten Buch der MaddAddam-Trilogie von Margaret Atwood begleiten wir Schneemensch in seinem täglichen Überlebenskampf. Schneemensch, im früheren Leben Jimmy, glaubt sich als einziger Überlebender nach einer Apokalypse, die zwar nicht das Leben auf der Erde, aber zumindest die Menschheit und die Zivilisation, die wir kennen, ausgelöscht hat.
Was übrig blieb, sind ausgewilderte und mehr oder weniger gefährliche Labor-Kreuzungen von Tieren wie Hunölfe oder Organschweine, die nach der Auslöschung der Menschheit keine Verwendung mehr haben. Aber da sind auch die Kinder Crakes, die neue Form des menschlichen Daseins, die alle 'unnötigen' menschlichen Verhaltens- und Denkweisen abgelegt haben und fest an Crake als ihren Schöpfer und Oryx als eine Art Natur-"Göttin" glauben, obwohl Religion und Okkultismus ihnen fremd sein sollten.
Der Leser wird in diese postapokayptische Realität hineingeworfen. Die Rahmenhandlung im Jetzt, nämlich Schneemenschs Reise auf der Suche nach Nahrung und Werkzeug, gerät in den Hintergrund, während sich die eigentliche Geschichte der Vergangenheit basierend auf den Erinnerung Schneemenschs ausrollt. Je näher er dem Epizentrum der damaligen Geschehnisse kommt, desto mehr entspinnt sich die Geschichte für die Lesenden bis man schließlich erfährt, wie es zu der Katastrophe kam und was die beiden titelgebenden Personen damit zu tun haben.
Dieser sprachliche Ansatz entfaltet seine Wirkung vor allem in der zweite Hälfte des Buches. Allerdings sorgt diese Erzählweise auch dafür, dass man sehr lange braucht, um in die Geschichte reinzukommen. Ich hätte es fast wieder weggelegt, weil ich nicht verstanden habe (und auch noch nicht verstehen konnte), was eigentlich Sache ist und wer 'Crakes Kinder' nun sind und was Oryx mit allem zu tun hat.
Oryx und Crake ist eine moralische Anklage gegenüber der Genforschung und des menschlichen Strebens nach Unsterblichkeit und Perfektionismus, aber auch eine Geschichte über Freundschaft und Liebe.
Alles in allem bin ich grundsätzlich kein großer Fan von anklagenden Dystopien und daher vielleicht einfach die falsche Zielgruppe gewesen. Der Fokus liegt bei Oryx und Crake auf der Gesellschaft und den moralischen Aspekten, die mich leider nicht wirklich gecatcht haben. Dass man einfach "nur" eine Generation an Menschen auslöschen muss, um eine ganze neue Spezies zu erschaffen, halte ich darüber hinaus für eine schlicht falsche Annahme, viel zu viel hat die Menschheit hinterlassen an Aufzeichnungen, Bauwerken und Kulturgütern. Dazu kommt, dass ich es als Leserin nicht mag, wenn ich zu lange zu sehr im Unwissen gelassen werde. Spannungsbogen schön und gut, aber bei mit hat sich gerade in der ersten Hälfte des Buchs eine solche Ratlosigkeit eingesetzt, dass ich schon überlegt habe, ob ich es einfach nicht verstehe. Ich habe fast 20 Tage an dem Buch gelesen, was wohl auch symptomatisch dafür war.
Daher im Großen und Ganzen einfach nicht meine Geschichte. 3 Sterne dennoch für die Idee der Geschichte und die Sprache der Autorin.
Margaret Atwood schafft es auch hier - wie in A Handmaids Tale - eine der düstersten Versionen unserer näheren Zukunft zu entwerfen. Disturbing, chilling... Umweltkatastrophen führen zu weitreichenden Genmanipulationen, Kriegen und totaler sozialer Spaltung. Und dann zur Apokalypse. Die Perspektive des Erzählers ist zunächst eher anstrengend und etwas langwierig, bevor das Buch an der Mitte sehr spannend wird. Na dann mal auf zu den zwei Fortsetzungen... is there hope?
Ähnlich wie bei ,,Der Report der Magd‘‘ hat man das Gefühl das Buch von hinten nach vorne zu lesen. Es gibt viele verwirrende Zeitsprünge und erst am Ende des Buches versteht man alles. Jetzt kann ich sagen, dass das Buch wirklich gut ist aber bis ich soweit war, war es ziemlich anstrengend und wirr. Es ist aber definitiv lesenswert!
Ich bin etwas enttäuscht von meinem ersten Atwood-Buch.
Die Story an sich fand sich sogar relativ originell. Genervt haben mich aber die vielen Klischees die Atwood in diesem Buch vertritt. Naturwissenschaftler sind alle sozial inkompetent, Asperger, emotionslos, am besten noch ein bisschen wahnsinnig. Naturwissenschaftlerinnen sind das alles ebenfalls, zusätzlich halten sie nicht viel von Hygiene, Mode oder Make-up.
Die Sozial- und Geisteswissenschaftler/innen sind alle exzentrische Künstlertypen, mit ausgefallenen Modestils und diversen psychischen Problemen die sie in ihre Kunst einfließen lassen. Sie suchen den weichen, verständnisvollen Typ Mann der ihre seelischen Probleme versucht zu heilen, was er natürlich nicht schafft. Immerhin, hätte mich auch wirklich erschreckt wenn Frau Atwood als Feministin diese schwachsinnige Vorstellung aus dem Romance-Genre vertritt, dass Frau nur den richtigen Mann brauch um ihre seelischen Verletzungen zu heilen.
Leider ist das Klischee aber noch nicht zu Ende gesponnen:
Atwood unterteilt die Menschen in "Zahlenmensch" und "Wortmensch". Erstere sind natürlich die Naturwissenschaftler, die mit Literatur nichts anfangen können, während Letztere natürlich Künstler sind, die total kreativ sind und mit Naturwissenschaften nichts anfangen können. Ja genau, weil Naturwissenschaftler auch gar nichts mit Büchern anfangen können, total unkreativ sind, die Frauen sich nie schminken und alle aussehen wie Amy Farrah Fowler. In einer Comedy Serie wie Big Bang finde ich diese Klischees ja noch ganz witzig, aber nicht in einem Sci-Fi-Roman.
Ich möchte hier kurz erwähnen, dass ich selbst Naturwissenschaftlerin bin und mich sehr wohl jeden Morgen bevor ich ins Labor fahre, schminke. Ich achte auch auf Körperhygiene und mache mich gerne schick. Ok, ich habe nicht dieses angeborene Stilempfinden wie viele künstlerisch begabte Menschen und kleide mich dementsprechend auch nicht super modisch und ausgefallen, aber ich laufe nicht mit Strickweste und Wollstrumpfhose herum.
Ich bestreite auch nicht, dass es Verhaltensmuster gibt die speziell oder gehäuft bei Naturwissenschaftlern auftreten und andere bei Künstlern. Aber in diesem Buch werden diese typischen Verhaltensweisen durchgängig übertrieben und pauschalisiert.
Ok, so viel zu den Klischees die mich aus sehr persönlichen Gründen gestört haben.
Der Schreibstil von Margaret Atwood war gut, aber nicht so wahnsinnig toll und besonders wie ich es aufgrund vieler Rezensionen erwartet hatte. Wobei sowas natürlich auch immer sehr subjektiv ist, wie eigentlich jede Buchbewertung.
Was ich Atwood zu Gute halten muss, sind ihre Zukunftsvisionen. Die sind zumindest teilweise ordentlich recherchiert, vieles wie bspw. das Organschwein sind heute fast schon Realität. Nach meinem bisherigen Wissensstand gibt es zwar noch keine lebenden Schweine die "humanisierte" Organe enthalten, aber es ist bereits mehreren Wissenschaftlern erfolgreich gelungen Schweineorgane im Labor zu "humanisieren", sodass sie zur Organspende verwendet werden können. Generell nervt mich aber mittlerweile die Darstellung einer ultimativen negativen Zukunft, bedingt dadurch dass Wissenschaft und Forschung aus dem Ruder laufen und alle Wissenschaftler eigennützig, unmoralisch, bestechlich sind und sich keine Gedanken um mögliche Konsequenzen machen. Meistens wird dieses Bild von Leuten propagiert, die selbst nichts mit (Natur-)Wissenschaft und Forschung zu tun haben und sich daher auch nicht damit auskennen. Das ist doch irgendwann sehr ermüdend.
Fazit: Wären diese Klischees nicht gewesen, hätte mir das Buch deutlich besser gefallen. So war es für mich ein flüssiges, teilweise auch spannendes Leseereignis, aber eher durchschnittlich bis nervtötend. Weiterverfolgen werde ich diese Reihe daher auch nicht.