Wer schon immer wissen wollte, wie man mit Daytrading, moralischem Gewissensbiss und einem Baum ein Wirtschaftswunder erlebt, findet hier endlich die passende Gebrauchsanweisung.
Dieses Buch ist ideal für alle, die beim Lesen weder gefordert noch überrascht werden möchten. Handlung? Optional. Spannung? Verdünnt. Charaktertiefe? Auf Diät. Damit ich überhaupt noch Leben in meinem System spüre, musste ich mir das Video anschauen. Du hast es gesehen? Gut, das kommt nicht vor 🤣 Wir begleiten eine Frau auf ihrem Weg vom Heimchen-am-Herd-Dasein zur finanziellen Selbstermächtigung. Und ja – sie zockt an der Börse. Richtig. Sie setzt Geld, sie gewinnt ordentlich, sie wird reich. Dann bekommt sie Skrupel, verliert alles wieder, und anstatt daraus eine differenzierte Auseinandersetzung mit Risiko, Verantwortung oder Finanzethik zu machen, schlägt die Geschichte einen Weg ein, den man… kreativ nennen kann. Denn natürlich baut sie sich ein neues Imperium auf. Mit Hilfe eines Baums. Warum ein Baum? Weil… warum nicht. Die wirtschaftliche Entwicklung folgt dabei weniger einer Strategie als einer Mischung aus Zufall, moralischer Läuterung und literarischer Bequemlichkeit. Konflikte tauchen auf und lösen sich mit erstaunlicher Sanftheit wieder auf. Man wartet auf Tiefe, auf echte Konsequenzen, auf Reibung – und bekommt stattdessen eine Geschichte, die sich anfühlt wie ein Business-Workshop mit Feenstaub. Wer ein Buch sucht, das man lesen kann, ohne Gefahr zu laufen, geistig herausgefordert zu werden, wird hier solide bedient. Es ist nett. Es ist harmlos. Es tut niemandem weh. Wer allerdings auf durchdachte Charakterentwicklung, glaubwürdige Motivation oder wenigstens einen Hauch von Spannung hofft, der sollte dieses Werk eher als funktionales Möbelstück betrachten. Zum Abstützen eines wackelnden Tisches eignet es sich hervorragend. Fazit: Vom Anspruch her Börsenepos, in der Umsetzung eher Glückskeks mit Baumbeteiligung.
