
Mando Mavrojenous (1818–1838, Griechenland)
Mando ist eigentlich eine ganz normale Frau – bis ihr Vater getötet wird und sie von ihrem Pastor in Kriegsführung und vielem mehr ausgebildet wird. Währenddessen befindet sich Griechenland im Krieg mit den Türken, und Mando muss ihr Wissen unter Beweis stellen und ein Heer anführen. In dieser schweren Zeit kommt sie ihrem Cousin Markus näher, und zwischen den beiden entwickelt sich eine Affäre, die zu dieser Zeit mehr als fragwürdig ist und viele Probleme mit sich bringt … Ein sehr schöner historischer Roman über Mando Mavrojenous. Er könnte zwar an manchen Stellen besser sein, aber insgesamt hat er mir trotzdem gut gefallen. Der Schreibstil war am Anfang echt gewöhnungsbedürftig, weil innerhalb eines Kapitels ständig zwischen den Charakteren gewechselt wurde – ohne Überschrift oder Kennzeichnung. Das hat mich manchmal ziemlich verwirrt. Aber nach einer Weile habe ich mich daran gewöhnt, und dann wurde Mandos Geschichte wirklich spannend. Besonders interessant fand ich, wie die Situation Griechenlands dargestellt wurde: die Kriegszeit mit Nahrungsknappheit, Freundschaften, Feindschaften und all den Intrigen. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist irgendwie süß, aber gleichzeitig traurig, weil sie damals eigentlich nie eine echte Chance auf eine Beziehung gehabt hätten. Wobei man sagen muss, dass es heute auch noch nicht wirklich akzeptiert ist, seinen Cousin zu lieben. Man sollte außerdem wissen, dass im Buch auch viele Vergewaltigungen thematisiert werden. Deshalb würde ich es nur lesen, wenn man mit solchen Themen umgehen kann. Ein Buch für alle, die gerne historische Romane lesen und sich für Griechenland, den Krieg gegen die Türken und die ganzen Intrigen drumherum interessieren. 🫶🏻
