Der Schreibstil ist phänomenal und unglaublich wirkungsvoll. Die kurzen Ausschnitte, teilweise sehr detaillierte Erinnerungen, danach wieder wirre Gedankengänge lassen einen denken, es wäre ein echtes Tagebuch. Die Grenzen zwischen Wahrheit und Wahnsinn verschwimmen zunehmend. Der Verfall des Gedächtnisses wird unglaublich nachvollziehbar wiedergegeben. Die schwindenden Seitenzahlen sind ein zusätzliches, stimmiges Detail.
„Die Experten dieser Welt kommen mir nur wie Experten vor, solange sie über Dinge reden, von denen ich nichts verstehe.“
Leicht zu lesen und die kurzen Abschnitte, welche manchmal mitten im Geschehen begannen, simulierten die Gedankenwelt eines Demenzkranken sehr anschaulich.
Byongsu Kim ist ein Serienmörder. Oder war er es einmal? Mit 70 Jahren scheint dieses Leben weit hinter ihm zu liegen. Doch dann begegnet er einem Mann, in dessen Blick er sich selbst erkennt. Kurz darauf erhält er die Diagnose Demenz und seine Tochter verschwindet. Während er verzweifelt nach ihr sucht, beginnt seine Realität immer mehr zu zerfallen, bis schließlich das Undenkbare geschieht.
Ein weiteres Buch aus meinen 24 für 2026 und ich bin unglaublich froh, dass ich es endlich gelesen habe. Kim Young-ha verbindet hier das ernste Thema Demenz mit spannenden Thriller-Elementen und erschafft eine Geschichte, die einen komplett in ihren Bann zieht. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen so stark, dass man als Leser irgendwann selbst nicht mehr weiß, was eigentlich wahr ist.
Mit jedem Kapitel verschlechtert sich Byongsus Zustand spürbar, und trotzdem bleibt er das, was er immer war, ein Soziopath. Verzweiflung, Wut und eine erschreckende Gefühllosigkeit wechseln sich ab. Je intensiver seine Suche wird, desto mehr zeigt sich auch der Serienmörder, der er einmal war. Genau das hat bei mir für Distanz gesorgt und mir einen ganz neuen, fast schon nüchternen Blick auf das Thema Demenz gegeben.
Dieses Buch hat eine unglaubliche Sogwirkung und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Eine klare Leseempfehlung für alle, die düstere, psychologische Geschichten lieben.
Die Psyche eines Serienkillers… auf asiatische Art und Weise
Lange war’s für mich ein 5- Sterne Buch. Die Monologe, die Gedankensprünge, der Schreibstil war perfekt.
Nur das Ende, das war nicht meins. Es hätte mE „gradlinig“ viel Besser gepasst und wäre aus meiner Sicht spannender und raffinierter gewesen. 🔪 🪦
Dieses Buch war ganz großes Kino für mich! Schräg und wirr - wie die Welt eines Menschen mit Alzheimer wohl eben sein mag. Ich hab mitgefühlt mit diesem Menschen, den viele nur mehr als Monster bezeichnen würden. Und wenn ein Buch sowas schafft, ist das so selten und so besonders. Und zum Ende sitze ich hier, weiß so wenig über die Wahrheit und so viel über das menschliche Leben.
😈 🕞Beängstigend ist nicht das Böse, sondern die Zeit. Denn gegen die sind wir alle machtlos. 🕖👿
Dieses Werk hatte ich in kürzester Zeit weggeatmet und konnte es einfach nicht aus den Händen legen.
Der Schreibstil ist sehr schlicht, klug, scharfsinnig. Sehr simpel aufgebaut, was es wieder einfach nur meisterhaft macht. Die Atmosphäre ist fesselnd, düster und teilweise bizarr.
Aus der Sicht eines (demenzkranken) Serienmörders geschrieben, ist man sofort im Kopf des Selbigen! Der Gedankenfluss, die vielen Gedankensprünge, die kurzen und auf den Punkt gebrachten Aussagen machen es einfach brillant und man ist ausnahmslos mit dem Serienmörder „verbunden“.
Für mich persönlich ist dies ein außergewöhnliches Meisterwerk, das nicht ins klassische Thriller-Genre passt, aber für sich alleine in Art und Weise sehr gelungen ist! ❤️ I like it! 🥰
Gerade aufgeschlagen und schon den Deckel wieder zugeklappt? Das Buch liest sich durch den Stil der Tagebucheinträge und vielen Absätze in kürzester Zeit. Spannend, überraschend, sehr kurzweilig!
Klare Leseempfehlung 📗
Bei dem Titel habe ich an grausame Morde, Blut und die Gedanken eines Serienkillers erwartet.
Doch die Geschichte ist anders als erwartet hatte und ich bin positiv überrascht. Das Buch ist sehr kurz und kann an einem Nachmittag gelesen werden.
Es war interessant anders und schön geschrieben.
Der Klappentext hat mich einfach neugierig gemacht und es war die richtige Entscheidung, das Buch zu kaufen.
Es hat Spaß gemacht, den Protagonisten bei seiner Geschichte zu begleiten. Die kleinen „Kapitelchen“ lassen ein das Buch schnell runterlesen und ich finde, man fühlt sich dem Protagonisten durch die Aufmachung sehr „nah“.
Der Autor bringt auch Humor in die Handlung ein und das fand ich überraschend gut und passend.
Einen halben Stern habe ich abgezogen aufgrund des Endes…
ACHTUNG 🚨 SPOILER ‼️
Mir persönlich bleibt am Ende zu viel Interpretationsspielraum. Aber das ist ja auch Geschmacksache.
Kalt, clever, ganz anders – und genau deshalb gut 👍🏻
Aufzeichnungen eines Serienmörders war für mich definitiv mal was anderes – aber im besten Sinne! Die Geschichte wird in Tagebucheinträgen erzählt, geschrieben von einem ehemaligen Serienmörder, der langsam an Alzheimer erkrankt. Klingt abgefahren? Ist es auch.
Die Gedanken sind manchmal sprunghaft und wirr, aber genau das macht den Reiz aus – man merkt, wie der Erzähler sich selbst langsam entgleitet, und trotzdem (oder gerade deshalb) bleibt der Plot spannend. Es gibt eine düstere Spannung, ganz ohne Blutbad, dafür mit einem stillen, klugen Horror, der sich im Kopf festsetzt.
Für alle, die mal raus aus dem typischen Thriller-Einheitsbrei wollen: unbedingt lesen. Kühl, originell und beklemmend gut geschrieben.
After a book that left me bored I wanted to read a smaller one to get me back in the reading mood.
“Diary of a murderer” was not only refreshing to read but also scary in an unconventional way. You’re not afraid of the murderer since he has become old, weak and dement. The scary part is the toll this sickness has on the main character and the people around him.
I don’t want to get into the story but it’s interesting with twists throughout.
I really enjoyed this book!
Ein kurzweiliges aber verwirrendes Buch.
Wir erleben die Geschichte aus Sicht des an Alzheimer-Demenz erkrankten Serienmörders Byongsu Kim. Dementsprechend unzuverlässig ist der Ich-Erzähler. Dieser hat das Gefühl, seine Tochter würde von einem anderen Serienkiller bedroht, der aktuell sein Unwesen treibt. Deshalb beschließt er, dass es sein letzter Akt sein soll, diesen zu töten.
Was nicht grade leicht ist, wenn man ständig alles vergisst und verwirrt ist. Genau so verwirrt werden wir durch die Geschichte geschickt. Was ist wahr und was entspringt nur dem verwirrten Geist unseres Protagonisten. Die Demenz Thematik ist hier spannend ausgearbeitet und das Grundproblem entbehrt nicht einer gewissen Komik. Trotzdem geht es viel auch um die Verzweiflung, die diese Krankheit mit sich bringt und die Probleme, die sich ihretwegen ergeben. So bekommt man, trotz der schlimmen Dinge die Byongsu Kim getan hat, Mitleid mit ihm.
Das Ende war dann überraschend und hat mich genau so verwirrt wie den Protagonisten.
Eine Empfehlung für alle, die sich darauf einlassen können, keiner stringenten, dafür einer kurzen und interessanten Geschichte zu folgen.
Es ist definitiv etwas was man mal lesen kann es geht um einen dementen Serienmörder der nun in seinem eigenen Trüben Dasein „ertrinkt“ weil er alles vergisst.
Ebenfalls muss man das ganze Buch lesen um zu verstehen wie was zusammenhängt.
Also wer True Crime oder generell Geschichten über Serien Mörder mag wird hier bestimmt nicht enttäuscht 🖤
Grotesk - ein Wort, welches mir beim Lesen immer wieder in den Sinn kam. Der Schreibstil zur Darstellung des inneren Monologs lässt einen eintauchen in die zunehmend veränderte Welt eines Demenzkranken. Gleichzeitig eröffnet es einem die Möglichkeit eine neue Perspektive auf die Welt einzunehmen.
Eine absolute Leseempfehlung! Ich habe es in kürzester Zeit verschlungen! Mit einer unerwarteten Wendung…
Eine sehr kurzweilige aber auch tragische Geschichte. Mit der Wendung am Ende habe ich garnicht gerechnet.
Die "Kapitel" sind sehr kurz und eher wie Notizen oder Gedankengänge zu lesen.
Der teils etwas verwirrende und abgehackte Schreibstil passt sehr gut zu seinen Gedanken und wirkt für mich aufgrund der Erkrankung authentisch.
Die Einblicke in sein Leben und seine Gedankenwelt sind abschreckend aber auch spannend. Und irgendwie tut er mir auch leid 😅
Sehr gute Abwechslung zu den ganzen Büchern aus Insta & Co, die gefühlt irgendwann alle gleich sind. 😅
Dieses Buch ist unvergesslich? Ein unzuverlässiger Erzähler, eine fortschreitende Demenzerkrankung, am Ende ist unklar, was ist Realität, was ist Gedanke, was ist Vorstellungskraft, was ist Erinnerung, was ist Vergessen? Ein unglaubliches Leseerlebnis!
Ich war absolut begeistert vom Aufbau des Buches. Die Kapitel lesen sich wie kurze, sehr persönliche Aufzeichnungen, die einen tiefen und zugleich verstörenden Einblick in die Gedankenwelt eines Serienmörders geben. Die festgehaltenen Gedankengänge sind in einem nüchternen, fast emotionslosen Ton formuliert – so kühl und distanziert, dass sie für Leser*innen mit moralischen Werten und Empathie fast unvorstellbar wirken.
Besonders faszinierend ist, wie die Alzheimer-Erkrankung von Byongsu Kim zunehmend Einfluss auf seine Aufzeichnungen nimmt. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto fragmentierter und verwirrender werden seine Gedanken. Diese Entwicklung wird so eindrücklich geschildert, dass man sich als Leser*in irgendwann selbst fragt, was eigentlich real ist und was nicht. Am Ende des Buches steht man vor denselben Fragen wie der Protagonist selbst: Was ist tatsächlich passiert? Was ist Wahrheit, und was ist lediglich eine verzerrte Erinnerung? Diese Ungewissheit macht die Geschichte noch intensiver und nachhallender.
Ein Leben mit Demenz. Aufgeschrieben von einem Ex-Serienmörder. Kurz und beklemmend. Für mich jedoch weniger ein Krimi, sondern eher ein faszinierender Einblick in die beginnende Alzheimer Erkrankung aus der Sicht eines Betroffenen.
Bei diesem schmalen pinkroten Buch bekommt man genau das, was der Titel verspricht: die Aufzeichnungen eines Serienmörders. In sehr kurzen Abschnitten schildert der 70-jährige Byongsu Kim die Dinge, die er vermutlich schon kurz nach dem Schreiben wieder vergessen wird – denn er hat Alzheimer. Gleichzeitig plagt ihn die Angst um seine Tochter, die er in Gefahr sieht. Ein Mann treibt sein Unwesen in der Stadt, und Byongsu Kim erkennt in ihm Züge von sich selbst. Vor 25 Jahren beging er schließlich selbst seinen letzten Mord.
Die Geschichte ist außergewöhnlich, und trotzdem hat sie mir sehr gut gefallen. Sie wird noch lange in meinem Kopf nachhallen. Obwohl Byongsu Kim schreckliche Dinge getan hat, hatte ich aufgrund seiner Krankheit oft Mitleid mit ihm.
Ein schönes und zugleich trauriges Detail: Im Verlauf des Buches werden die Seitenzahlen immer blasser – genauso wie die Erinnerungen eines Demenzkranken.
Eventuell ist langsam und stilvoll eine gute Beschreibung, aber richtig sicher bin ich mir nicht. Es gibt zum Ende hin eine kleine Spannungskurve, Dinge die gänzlich anders waren als erwartet und im ganzen hatte ich Freude am lesen. Es ist fast schon traurig, dass es nur eine kurze Geschichte ist, aber andererseits passt das auch perfekt zum Buch.
"Der Mensch ist ein Häftling, eingekerkert in einem Gefängnis namens Zeit"
Ein beeindruckendes Buch über das Böse, die Zeit und Demenz. Wir begleiten den ehemaligen Serienmörder Byongsu Kim, der erfährt, dass er dement ist und sich seitdem alles notiert. Diese Notizen bekommen wir auf 152 Seiten zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz und teilweise sehr kryptisch, was den Effekt den dieses Buch auf einen hat noch verstärkt. Klare Empfehlung!
Herr Kim ist eine interessante Persönlichkeit, der in teils sehr kurzen „Kapiteln“ über seine Morde, das Leben mit seiner Tochter und seinen Frauen spricht.
Er wird dement, was vor allem zum und am Ende sehr deutlich wird, denn die Geschichte ändert sich am Ende.
Es war ein sehr interessantes Buch, was auch auf die Probleme dementer Personen eingeht.
Das Ende hat mich allerdings durch einen Twist sehr geschockt.
Ein super Buch für einen netten Nachmittag.
Byongsu Kim ist ein Mörder.
Seinen letzten Mord hat er vor 25 Jahren begangen.
Jetzt will er noch mal einen Mord begegnen,
einen allerletzten um seine Tochter zu beschützen.
Dabei gibt es nur ein Problem.
Byongsu Kim leidet an Demenz.
Schafft er es einen letzten Mord durchzuführen obwohl ihm jeden Tag immer mehr seiner Gedanken entgleiten?
Das Buch ist in der Ich Perspektive geschrieben.
In dem Buch gibt es immer wieder Absätze, so als würden wir Notizzettel lesen.
Die Texte sind dementsprechend auch nicht sehr lang.
Ob das so gewollt ist aufgrund der Demenzerkrankung weiß ich nicht.
Aber ich finde es sehr passend.
In dem Buch lesen wir mal eher belanglose Dinge und dann wieder Sachen die etwas relevanter sind.
Das Buch lässt sich sehr schnell lesen und ist auch einfach zu verstehen.
Mit der Wendung zum Ende hin hätte ich nicht gerechnet.
Ich hätte mir aber gewünscht das mehr von den vergangenen Morde des Byongsu Kim erzählt wird.
Was mir auch aufgefallen ist das die Seitenanzahl zum Ende hin immer weniger sichtbar wurde, so als würde sie sich auflösen.
„Aufzeichnungen eines Serienmörders“ wäre mir wohl nie begegnet, hätte ich nicht für einen Buchhamsterkauf die BuchhändlerInnen meines Vertrauens einen Lesestapel für mich auswählen lassen. In diesem befand sich auch dieses Kleinod.
VERGANGENHEIT, VERGESSEN, ZUKUNFTSLOS
Kim Young-ha ist ein südkoreanischer Schriftsteller, der wegen einer Kohlenstoffmonoxidvergiftung einen Erinnerungsverlust über seine ersten zehn Lebensjahre erlitt.
Auch Byongsu Kim, der Protagonist dieses Romans, kämpft gegen das Vergessen, doch während er sich noch sehr gut an seine blutrünstige Vergangenheit erinnern kann, entgleitet ihm wegen beginnender Demenz die Gegenwart, ohne die er für sich keine Zukunft mehr sieht.
In einem letzten Akt der Verzweiflung möchte er seine Tochter vor Schaden bewahren, doch das ist nicht so einfach, wenn das Kurzzeitgedächtnis das Erlebte immer wieder löscht. Er versucht sich mit Notizen und Audioaufnahmen zu behelfen, kommt aber nicht gegen das Chaos in seinem Kopf an und verliert immer mehr die Kontrolle über seinen Alltag.
IDENTITÄT OHNE ERINNERUNG
Young-ha befasst sich auf humorvolle Weise damit, wie bedrohlich und hoffnungslos sich eine beginnende Demenz anfühlen kann, wie sie einen Menschen zu einem Leben in der Vergangenheit zwingt und ihm seiner Zukunft beraubt, weil er keine Gegenwart mehr hat.
Der Serienmörder, der viele grausame Taten begannen hat, wird nun selbst zum Opfer und zum Gefangenen einer Krankheit, die seine Realität auslöscht. Der arme, alte Mann tut einem leid, auch wenn man eigentlich für einen Täter wie ihn so nicht empfinden sollte.
UNTERHALTSAM PHILOSOPHISCH
„Aufzeichnungen eines Serienmörders von Kim Young-ha ist ein kleines Buch, das auf seine ganz eigene Weise unterhaltsam nachdenklich stimmt.
Ich bin sehr froh, es gelesen zu haben und meine, dass es in keiner Bibliothek fehlen sollte.
Ein kurzes Buch, dass sich schnell weglesen lässt. Leider hat es mich nicht so wirklich erreicht. Ich habe zwar viel über den Hauptprotagonisten Byongsu Kim erfahren, aber hätte mir noch mehr Handlung/ Erzählung drum herum gewünscht. Für mich blieb es alles ein wenig zu distanziert und oberflächlich. Unter anderem weil er zwar immer wieder von seiner Vergangenheit und seinen Taten erzählt, dabei aber nie in die Tiefe geht. Ich weiß, dass das die Krankheit widerspiegeln soll. Für mich hat es nur mit Blick auf die Person so nicht funktioniert. Schade, ich hatte mir mehr erhofft.
„Schreiben Sie alles auf und führen Sie die Aufzeichnungen immer bei sich. Es kann sein, dass Sie irgendwann nicht einmal mehr den Weg nach Hause finden.“ empfiehlt der Arzt Byongsu Kim, einem ländlichen südkoreanischen Tierarzt im Ruhestand, als dieser zusehends vergesslicher wird und die Diagnose Alzheimer erhält. Und so erfährt man beim Lesen aus eben diesen Aufzeichnungen, die in kurzen Absätzen gehalten sind und gedanklich von einem zum anderen Punkt springen, nicht nur was in dem Erkrankten vor sich geht und wie sich sein Gesundheitszustand verändert, sondern auch wie sich sein Leben immer mehr mit seiner dunklen Vergangenheit vermischt.
Denn Byongsu Kim ist nicht nur Tierarzt im Ruhestand, sondern er hat auch vor gut 25 Jahren seine Machenschaften als Serienmörder aufgegeben, nachdem er die Eltern des Mädchens getötet hat, das er seitdem als seine Tochter aufzieht. Als plötzlich eine Mordserie die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt, fragt sich Kim unweigerlich, ob er vielleicht der Täter sei und das nur vergessen habe. Doch als er bei einem Auffahrunfall Jutae Park kennenlernt, sagt ihm sein Instinkt sofort, dass er den wahren Täter gefunden hat und seine Tochter um jeden Preis beschützen muss:
„Meine letzte Lebensaufgabe steht fest. Ich muss Jutae Park umbringen. Bevor ich vergesse, wer er ist.“
Der Autor hat mit Byongsu Kim eine Figur geschaffen, für die man eine Form von Sympathie und Mitgefühl entwickeln kann, vor der es einem jedoch gleichermaßen auch grausen kann. Im einen Augenblick philosophiert er darüber, was einen Demenzkranken vom Tier unterscheidet um im nächsten seinen vermeintlich letzten Mord zu planen.
„Aufzeichnungen eines Serienmörders“ ist eines der Bücher, das ich am liebsten gleich nochmal von vorn gelesen hätte, um meine Eindrücke und Schlussfolgerungen nochmal auf den Prüfstand zu stellen und mit dem abzugleichen, was bei diesem ungewöhnlichen Kriminalroman, der 2020 den Deutschen Krimipreis gewonnen hat, am Ende heraus kommt. Ein überraschendes, aber kein konstruiertes gewollt überraschendes Ende, das zwar in gewisser Form auch zu erwarten war und das ich dennoch so nicht erwartet hätte. Absolut lesenswert!
Ein klasse Kriminalroman.
Ein alter Serienmörder leidet an Demenz, als plötzlich seine Tochter selbst Ziel eines Serienmörders wird und er will sie retten.
Spannend, aufregend und mit tollen Überraschungen erzählt der Autor die besondere Geschichte eines Demenzkranken und verwirrt jeden. Wunderbar eindrücklich, nüchtern und klar geschrieben. Hab es an einen Tag verschlungen!
"Verliert man das Zukunftsgedächtnis, verharrt man für immer in der Gegenwart. Welchen Sinn hat die Gegenwart wenn es weder Vergangenheit noch Zukunft mehr gibt?"
◇ 1 Erzähler, 2-3 Nebencharaktere
◇ Hauptcharakter ist nicht unbedingt sympathisch. Eher kalt, psychisch abweichend von der Norm und befindet sich zu Anfang der Geschichte am Beginn einer Alzheimer-Erkrankung
◇ innovative Idee: Serienmörder mit Alzheimer, der seine Tochter davor bewahren möchte von einem Mörder umgebracht zu werden
◇ Ein Serienmörder möchte einen anderen Mörder umbringen, während er seine eigenen, begangenen Morde langsam vergisst
◇ Themen sind z.B. Tod & Erinnerung
◇ regt zum Nachdenken an:
> inwiefern machen unsere Erinnerungen uns als Menschen aus
> kann ich jemanden für Dinge verurteilen, die ich selbst getan habe
> ist der Tod immer etwas böses & schlechtes
> wem kann man trauen, wenn man sein Gefühl für Zeit verliert
◇ Ich-Erzähler
◇ durch die Perspektive kommt man sich selbst manchmal verwirrt vor. Dadurch entsteht aber wiederum Spannung.
◇ sehr kurze Abschnitte
◇ gefühlsbetont
◇ man befindet sich ganz klar in der Gedankenwelt eines Menschen --> Buch eher wie ein Tagebuch/ Gedankenstrom
◇ klares Manko ist die eingedeutschte Schreibweise der koreanischen Namen. In Korea steht der Familienname an erster Stelle. Wenn im Buch also "Jutae Park" steht ist dies einfach falsch und kostet ein wenig Lesespaß.
◇ ansonsten Kandidat für einen Re-Read
Dieses Buch hab ich erst nach mehrmaligem Wieder-ins-Regal-stellen gekauft und bin sehr froh, dass ich es getan hab.
Der Schreibstil hat mich sofort in die Geschichte gezogen.
Von Anfang an war ich gefesselt und hab es in einem Rutsch gelesen.
Ein Buch, dass (für mich definitiv) nachhallt.
📌 "Der Mensch ist ein Häftling, eingekerkert in einem Gefängnis namens Zeit. Ein demenzkranker Mensch ist ein Häftling, eingekerkert in einem Gefängnis, das immer schneller immer kleiner wird. Bis man keine Luft mehr bekommt." (S. 100)
Byongsu Kim ist pensionierter Serienmörder.
Als bei ihm Alzheimer diagnostiziert wird, plant er einen letzten Mord, um seine Tochter zu retten, die er von einem gerade im Viertel aktiven Verbrecher bedroht sieht.
Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig, so richtig gefallen hat er mir nicht, aber die Idee dahinter war echt gut und auch die Wendung am Ende hat mir gut gefallen.
Hmhm, tja.
Gelesen. Anfänglich sehr gepackt, dann stark verwirrt und am Schluss mit Widerwille zu Ende gelesen.
Interessant, intelligent und gleichzeitig überhaupt nicht Meines.
Deshalb: irritierte 3 Sterne.
Ein wirklich formvollendete Geschichte, wunderbar erdacht von vorne bis hinten. Zum einen spannend und zum anderen mit dem Thema Alzheimer, dass richtig stark beschrieben wird und bei dem einen Himmelangst wird, falls man selbst einmal davon betroffen sein sollte.
Meinung:
Ein etwas verworrenes aber sehr gutes Buch. Es war angenehm und leicht zu lesen. Wer Krimis mag ist hier auf jeden Fall richtig. Nun würde mich echt mal interessieren ob es Serienmörder gibt, dir etliches von ihren Taten vergessen können.
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Es ist ein totales Lesehilight von mir!
Eine totale Empfehlung wer Bücher mag,die nach und nach aufbauen. Und wo man erst am Ende versteht was überhaupt geschehen ist.
Einzigartig, außergewöhnlich und ein bisschen verrückt. Trotz der Kürze von nur 150 Seiten ein grandioses Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Kim Young-Ha erzählt die Geschichte eines Serienmörders, der ein letztes Mal zur Tat schreiten möchte, aus dessen Ich-Perspektive. Da dieser gerade die Diagnose "Demenz" erhalten hat, taucht der*die Leser*in mit dem Protagonisten in eine Welt und in einen Studel sich verlierender Gedanken ein, aus dem es kein Entrinnen gibt.
Ein kluges, innovatives, außergewöhnliches Buch!
Ein literarischer Krimi der zurecht Preise gewann!
Byongsu Kim war ein Serienmörder. Seinen letzten Mord begang er vor 25 Jahren. Er ist nun an Demenz erkrankt und schreibt alles auf, um nichts zu vergessen. Und eines ist on klar, seine Tochter ist in Gefahr und er muss sie retten, bevor er die Kontrolle über seinen Verstand verliert.
Ich habe noch nie so etwas gelesen. Die Geschichte ist sehr clever, der Schreibstil poetisch, die Spannung subtil. Unglaublich!
Young-ha Kim ist mit “Aufzeichnungen eines Serienmörders” ein unglaubliches Werk gelungen. Allein die Idee ist vollkommen außergewöhnlich! Unser Protagonist: Byongsu Kim, 70 Jahre alt, “pensionierter” Serienmörder, wurde mit Alzheimer diagnostiziert.
Byongsu führt mittlerweile ein ruhiges Leben, indem er Klassiker liest und Gedichte schreibt. Allerdings treibt sich ein Serienmörder in seinem Viertel herum. Als er eines Tages auf einen Mann trifft, erkennt Byongsu ihn sofort als seinesgleichen. Er sieht ihn immer häufiger in seiner Nähe und fürchtet um die Sicherheit seiner Tochter Unhi. Um sie zu beschützen, plant er deshalb einen letzten Mord, doch mit seinem schwindenden Gedächtnis ist das gar nicht so einfach.
Mit seiner voranschreitenden Demenz vergisst er nämlich immer wieder, wer dieser Mann überhaupt ist und stützt sich auf Notizzetteln und einem Aufnahmegerät. Allerdings versteht er manche seiner Notizen selbst nicht mehr! Wir erleben hautnah mit, wie Byongsu um sein Gedächtnis kämpft und wie sehr ihn das frustriert.
Das Buch ist in kurzen Absätzen eingeteilt und aus der Ich-Perspektive erzählt, sodass ich das Gefühl hatte, als würde ich die Notizzettel von Byongsu lesen und selbst nicht mehr wissen, was eigentlich Realität und was lediglich Einbildungen des alten Mannes sind. Manche Notizen sind triviale alltägliche Handlungen wie das Wasserkochen. Bei anderen Notizen merkt man wie verzweifelt sich Byongsu an sein Gedächtnis klammert.
Mein einziger Kritikpunkt: Im Buch wird ein Haiku erwähnt und evtl. liegt es an der Übersetzung, denn es folgt nicht dem traditionellen Siebzehnsilbenmuster (5 / 7 / 5). Allerdings hat es sich laut der deutschen Haiku-Gesellschaft e.V. “mittlerweile unter vielen Haiku-Schreibern europäischer Sprachen eingebürgert, ohne Verlust des inhaltlichen Gedankengangs oder des gezeigten Bildes mit weniger als 17 Silben auszukommen”. Dementsprechend fällt wohl mein Kritikpunkt weg.
Obwohl Byongsu nun wirklich keine Person, der man Sympathie entgegenbringt, denn er ist ein Serienmörder, falls ihr das vergessen habt, habe ich dennoch eine gewisse Zuneigung zu ihm gehegt. Ich kann es mir selbst nicht erklären, denn er ist reuelos und erzählt schon fast schwärmerisch von seinen Morden, die er als kostbare Erinnerungen ansieht.
Besonders viel Lob verdient die Gestaltung des Buches! Die Radierung auf dem Schutzumschlag gefällt mir unglaublich gut und passt m.M.n. sehr gut zu einem dementen Serienmörder. Und das was unter dem Schutzumschlag hat mich auch sehr positiv überrascht. Häufig ist es lediglich einfarbig, aber bei “Aufzeichnungen eines Serienmörders” sind einzelne Wörter von Byongsu aufgedruckt, die auf die schwindenden Gedanken von ihm anspielen. Selbst bei den Seitenzahlen hat man sich etwas gedacht, denn je weiter man liest, desto mehr verblassen diese! Genauso wie Byongsus Gedächtnis.
Zum Inhalt hab ich gar nicht viel zu sagen, außer dass ich leider nicht so recht Zugang finden konnte und die Personen für mich flach und leblos blieben. Die Story an sich war aber trotzdem unterhaltsam.
Noch kurz zur Übersetzung: Mir dreht sich der Magen um, wenn ich hier "Jongil Kim" oder "Jutae Park" lese. Im koreanischen Raum wird der Familienname dem Vornamen nunmal vorangestellt - kann man das dem deutschsprachigen Lesepublikum etwa nicht zumuten? Muss das tatsächlich eingedeutscht werden? Schauderhaft.
Klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, nimmt mir aber ein Stück weit die Freude am Lesen.
3,75*
Dafür dass das Buch so kurz gewesen ist, hat es wirklich eine einzige und unglaublich interessante Geschichte.
Mit der Entwicklung die das Buch genommen hat, habe ich tatsächlich nicht gerechnet und ich bin wirklich zufrieden wie die Geschichte geendet hat.