15. Jan.
Rating:4

"Weißt du, wenn dir bewusst wird, dass das Böse überall ist, und dass es dir vielleicht nichts tut, aber dass du es auch nicht besiegen kannst, dann war's das."

> Japan 1990er. > Protagonist mit bewegter Vergangenheit, die immer näher kommt und ihn schließlich einholt. > Gutes Zusammenspiel mit Nebencharakteren (gerne hätte ich über den ein oder anderen mehr gelesen). > Eher realistischer, geradliniger und greifbarer Krimi, der sich auf wenig Schnickschnack verlässt. > Fragen: Wie viel hält Freundschaft aus? Was und in welchem Maße gönnt man etwas jemandem der einem nahesteht? Wann wird Neid zerstörerisch? >Verzweigungen und Vernetzungen der Yakuza werden aufgegriffen. > Einblicke in die Studentenproteste der 1960er in Japan, bei denen linke Studenten militant z.B. gegen den Vietnamkrieg und die amerikanische Vorherrschft sowie für Demokratisierung demonstierten (->kam überraschend aber hat mir gut gefallen und mein Interesse nachhaltig geweckt). > Unterschiedliche Milieus Japans/ Tokyos (-> brachte mehr Festigkeit in die Geschichte). > Leichte umgängliche Sprache. > Verständliche Zeitsprünge. > Eher kleiner aber feiner Spannungsbogen > Das Buch ist nichts neues, weiß aber genau wo es hin will. > Angenehmes Tempo der Geschichte. > Verschiedene Orte in Tokyo werden benannt und als Kulisse genutzt. > Die Charaktere und ihre Geschichte hauchen dem Buch in erster Linie Leben ein. Dann erst kommt die Action und brenzlige Situationen. > Vlt. hat der Autor eigene Erfahrungen mit verwoben (das unter Druck stehen oder das Gefühl von der Yakuza belauert zu werden). > Das Ende war für mich absehbar, was nicht bedeutet dass es schlecht war. > Eigenartig und nicht nötig waren für mich Yukos anfängliche Annäherungen gegenüber Shimamura.

Der Sonnenschirm des Terroristen
Der Sonnenschirm des Terroristenby Iori Fujiwaracass verlag