Drogen im mittelalter und eine weitere Leiche
Bereits auf den ersten Seiten zieht „Auf den Flügeln der Angst“ die Leser*innen in eine beklemmende Atmosphäre aus Misstrauen, Angst und psychologischer Manipulation. Im Zentrum der Handlung steht ein grausames Verbrechen: Eine Frau wird ermordet aufgefunden – in Szene gesetzt auf eine Weise, die tief in ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Ängste hineinzureichen scheint. Die Ermittlungen führen Rechtsmedizinerin Julia Schwarz auf eine gefährliche Spur, in der nichts ist, wie es scheint. Etwa bis zur Hälfte des Buches entfaltet sich ein raffiniert aufgebautes Puzzle aus Hinweisen, Rückblenden und psychologischen Abgründen. Dabei wechselt die Perspektive geschickt zwischen Opfer, Täter und Ermittlerin – und genau das sorgt dafür, dass man beim Lesen kaum zur Ruhe kommt. Für mich war dieser Thriller wieder ein absolutes Leseerlebnis. Catherine Shepherd schafft es meisterhaft, nicht nur Spannung zu erzeugen, sondern auch den Abgrund der menschlichen Seele in Worte zu fassen. Was hier an psychologischer Manipulation geschieht, ist ein starkes Stück – und genau das hat dem Buch die nötige Würze gegeben. Durch den eindringlichen und fesselnden Schreibstil der Autorin war die Spannung kaum auszuhalten. Ich konnte das Buch schlichtweg nicht zur Seite legen, weil ich unbedingt wissen musste, wie es ausgeht. Das Ende kam für mich völlig überraschend – ich habe es so nicht vorhersehen können, was den Gesamteindruck noch einmal verstärkt hat. Ein absolut packender Psychothriller – düster, klug konstruiert und mit einem Ende, das nachhallt.



