Ein Fluch, der vor 500 Jahren beginnt, und Gut und Böse heranwachsen lässt.
Vor rund acht Jahren habe ich im Ungarnurlaub meine Reise mit Catherine Shepherds Zons-Thrillern begonnen – damals mit dem Puzzlemörder und dem Sichelmörder, die sich durch die düsteren Gassen von Zons geschlichen haben. Und nun, nach all der Zeit, finde ich endlich zurück zu dieser fesselnden Reihe – mit dem dritten Band: Kalter Zwilling. Und was soll ich sagen? Ich war sofort wieder mittendrin! Wieder steht der mittelalterliche Kommissar Bastian Mühlenberg im Zentrum des Geschehens. In gewohnter Manier ermittelt er in grausamen Mordfällen, die Zons in Angst und Schrecken versetzen. Doch diesmal stößt er auf etwas noch Größeres – eine Fälscherbande. Doch was wird hier gefälscht? Und warum ist das so gefährlich? Parallel dazu erleben wir im zweiten Erzählstrang eine Geschichte in der Gegenwart, in der ebenfalls bestialische Morde geschehen. Catherine Shepherd versteht es einmal mehr meisterhaft, diese beiden Zeitlinien kunstvoll miteinander zu verweben. Manchmal laufen sie parallel, manchmal verschwimmen sie so raffiniert ineinander, dass man als Leser unwillkürlich Gänsehaut bekommt. Was diese Reihe für mich ausmacht, ist nicht nur die Spannung, sondern auch der Blick in die dunkelsten Winkel der menschlichen Seele. Kalter Zwilling zeigt einmal mehr, dass das Böse weder Zeit noch Geschlecht kennt – ob vor 500 Jahren oder heute. In einer modernen Wunschklinik für Kinder scheint sich ein alter Fluch fortzusetzen, und das ist ebenso unheimlich wie genial konstruiert. Ein absolut packender Thriller, der nahtlos an die ersten beiden Bände anschließt – für mich eine klare leseempfehlung.






