Ich weiß gar nicht so genau , was ich über dieses Buch sagen soll...skurril? Grausam? Ein ernstes Thema mit schwarzem Humor versetzt? Ich bin zwiegespalten. Die Tatsache, dass Herr Hilsenrath selbst Holocaust Überlebender war, macht es noch grausamer.
Ein heftiges Thema, aber ich bin leider nicht richtig rein gekommen ins Buch. Somit zog es sich ganz schön in die Länge für mich.
Das Buch ist unerträglich. Die Geschichte eines Massenmörders, der sich häutet wie eine Schlange und sich dadurch den jeweiligen gesellschaftlichen Gegebenheiten anpasst. Kaltblütig und gewissenlos schlängelt er sich durch sein Leben, wird für nichts bestraft und zeigt auch keine Reue. Ein Mensch, der ein einziger Abgrund ist. Der Roman soll eine Satire sein, allerdings finde ich gar nichts komisch daran. Der Humor passt abartig zur Hauptfigur, bei mir löst er Ekel aus. Auf 465 Seiten nutzt sich da auch einiges ab, wenn zum 100. Mal die Wendung"ich, Itzig Finkelstein oder der Massenmörder Max Schulz" fällt. Da kann ich dann nur noch mit den Augen rollen. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Ganz starkes Buch! Edgar Hilsenrath wirft mit seiner Geschichte des Max Schulz bzw. des Itzig Finkelstein eine ganz eigenständige Perspektive auf das Dritte Reich und die Nachkriegszeit. Bizarr, nüchtern, düster, grausam, sarkastisch und schwarzhumorig . Alles zusammen, alles durcheinander. Für mich bislang eines der eindrucksvollsten Bücher über diese Zeitepoche. Und nicht zuletzt die Zurückhaltungen und Schwierigkeiten der ersten deutschen Ausgabe, als das Buch im Ausland schon längst ein Bestseller war, machen diesen Roman besonders.
Ein unglaublich innovatives und überraschendes Buch. Mit seiner drastischen und düster-humorigen Schreibweise zieht Hilsenrath einen direkt in den Bann! Ein Buch, das einen nochmal ganz anders auf das dritte Reich blicken lässt. Pflichtlektüre!




