Ich würde sagen es ist ok wenn man einen Porno lesen möchte. Ich mag spicy Bücher aber sie müssen auch eine Story haben die mich packt. Hier fehlt mir der Spannungsaufbau und die Story ist sehr flach. Die Sexszenen wiederholen sich.auch immer wieder. Es ist nichts neues dabei.
Wenn man nur Spice ohne großartige Story möchte ist das Buch perfekt aber für mich war es das nicht.
Ich fand das Buch plump, ohne Tiefe und toxisch. Gar nicht meins.
She flies with her own wings von Annie Stone habe ich vor ca. einem halben Jahr gekauft. Ich meine, es war eine Empfehlung für eine Polyamorie Geschichte. Ich war neugierig, solche Bücher sind für mich noch relativ großes Neuland. 😊 Jetzt ist es gelesen und man, seit Monaten habe ich mich nicht so sehr über ein Buch aufgeregt. Ich hätte am liebsten nach der Hälfte abgebrochen! 😓
Aber vielleicht zuerst mal etwas Positives. Das Thema Polyamorie und allgemein, dass jeder leben soll, wie es ihn glücklich macht, wird in dem Buch ganz gut dargestellt. 👍🏻 Die Protagonistin Thea wird hier von ihren Freunden bestärkt und nicht verurteilt. Zweiter positiver Punkt: das Buch ließ sich flüssig lesen. Ende der positiven Punkte. 🙈
Ich musste zwischendurch immer mal wieder Abschnitte fotografieren, weil sie mich so fassungslos zurückgelassen haben. Über 30 Fotos habe ich gemacht. Was mich so gestört hat?
1. Mein allererster Eindruck war: das Buch ist total plump, flach, ohne jegliche Tiefe. Die Figuren haben kaum Persönlichkeit. Die drei Männer kann ich bis zum Schluss kaum unterscheiden. Die Gefühle werden überhaupt nicht greifbar dargestellt. Unglaubwürdig fand ich das alles.
2. Alle sind dauergeil. Es vergeht kaum eine Seite ohne sexuelle Handlungen. Es ist viel zu viel. Wirklich, es passiert fast nichts anderes. 😒 Und obwohl Thea immer wieder von ihrer Wundheit redet, reicht es trotzdem noch für 5 weitere Runden harten S*x an dem Tag. 😵 Dadurch wiederholen sich auch die Beschreibungen ziemlich.
3. Die Sprache. Es wird definitiv viel zu oft „Muschi“ und „f*cken“ gesagt. Es ist eher Gossensprache. Und zwischendurch werden einzelne hochtrabende Wörter (z.B. „misogyn“) eingebaut, um den gebildeten Hintergrund von Thea zu betonen. 😐
4. Die Reaktionen der Familien auf Thea fand ich auch so unglaubwürdig und zum Augen rollen. Außerdem setzt die eine Mutter Thea so übergriffig unter Druck mit ihren Aussagen. Das fand ich echt krass! 😠
5. Das große dunkle Geheimnis aus Theas Vergangenheit spielt für die Geschichte und Theas Gefühle absolut keine Rolle und wurde gefühlt nur eingebracht, um Tiefe der Figuren zu faken.
6. Bis zum Ende ist mir nicht klar, warum die drei Männer unbedingt eine Frau teilen wollen. Warum suchen sie explizit nach einer Frau, auf die sie alle stehen? 🧐 Die Beziehung der vier ergibt sich nicht zufällig, die Männer drängen Thea geradezu hinein.
7. Die Liebe nach wenigen Tagen und unter den Bedingungen ist so unfassbar unglaubwürdig, dass ich gerne in mein Kissen gebissen hätte beim Lesen. 🤮
8. Bis dahin wäre es für mich ein 2-3 Sterne Buch – kann man lesen oder lassen – gewesen. Aber was es für mich richtig schlimm gemacht hat, ist dieser Punkt:
Ich war absolut erschüttert, wie oft Theas Meinung übergangen wird. Einmal ist sie frustriert und nicht glücklich mit einer Sache im Bett und der Typ sagt zu ihr „Nur um dir zu zeigen, dass ich kein Arschloch bin, das nur an sein eigenes Vergnügen denkt, gebe ich dir Einblick in meinen Plan. Nur dieses Mal. Zukünftig vertraust du mir und zickst nicht so rum, klar?“.
Immer und immer wieder merkt man, dass sie Thea nicht ernst nehmen. Selbst wenn sie vehement unter Tränen klargestellt hat, dass etwas sie stört, wird es ignoriert. 😡 Dabei meine ich nicht unbedingt sexuelle Praktiken, sondern auch, dass sie z.B. nicht „braves Mädchen“ genannt werden möchte oder „F*tze“ oder dass ihre Äußerungen als „moralischer Quatsch“ abgetan werden. Und wenn sie es im Streit ablehnt, mit jemandem zu schlafen, tun sie es trotzdem und ihr gefällt es dann auf einmal.
„Wehr sich ruhig, Thea, das macht mich nur an und noch entschlossener, dich gleich um den Verstand zu f*cken!“ Er brodelt förmlich.
„Du wirst mich nie wieder f*cken!“, schreie ich.
„Und ob, Baby. Dein Körper gehört mir und ich nehme ihn, wann ich will.“ Oh mein Gott, er macht mich so geil!
Es wird immer wieder gesagt, dass sie und ihr Körper den Männern gehören. Am Ende gab es so eine mega inszenierte Aussprache dazu. Die wohl darstellen sollte, dass es sich um gleichberechtigte Beziehungen handelt. Aber das kommt mir wie eine Farce vor. 😒
Wenn Thea Zweifel an etwas äußert oder Unsicherheiten, werden die drei immer richtig wütend und machen sie so fertig, dass sie am Ende diejenige ist, die sich entschuldigt. #toxic
Sie ist so verunsichert von ihnen, dass sie um Erlaubnis fragt, mit einem anderen Mann tanzen zu dürfen. Oder fragt, ob er böse ist, dass sie sich ohne Erlaubnis hat tätowieren lassen. 😮
Man bemerke, wir sind hier keinesfalls im Dark Romance. Thea ist eine intelligente, selbstständige Frau. Ihre Gefühle, Aussagen und Grenzen werden hier dermaßen ignoriert und in einer so toxischen Form gegen sie verwendet. Das macht mich echt krank. 🤮
Es gibt noch 3 weitere Teile der Reihe und drei Bonuskapitel. Der erste Band ist aus meiner Sicht aber auch ganz gut abgeschlossen, sodass man nicht unbedingt weiterlesen braucht. Ich werde es auf gar keinen Fall tun.