Was Thomas Glavinic seinen Leser*innen hier anbietet ist die Studie eines Menschen, der in seiner eigenen Echokammer sitzt, den niemand aus seiner Paranoia und dem sich immer weiter zuspitzenden Wahnsinn befreien kann, da es einfach niemand anderen gibt. Tom, der Protagonist, dessen Monologe in ein Internetradio, bei dem er gar nicht weiß, ob überhaupt irgendjemand zuhört, wir Leser*innen erleben, lässt sich über Sex, Politik und Religion aus und liefert dabei immer Punkte, bei denen man ihm zustimmen möchte, nur um im nächsten Moment wieder vor den Kopf zu stoßen. So ungefähr wie die Theorie von Lisa also, eine Killerin, die an allen möglichen Orten auf der Erde unterwegs ist, die grausamsten Verbrechen begeht, die aber niemand gesehen haben will, bei der aber vorhandene DNA-Beweise eine (scheinbar) deutliche Sprache, ob ihrer Existenz sprechen. Man fragt sich zwar schlussendlich was man aus ,,Lisa" mitnehmen soll, eine unterhaltsame, irritierende Generalabrechnung mit der Moderne ist Thomas Glavinic allerdings auf jeden Fall gelungen.
30. Nov.Nov 30, 2025
Lisaby Thomas GlavinicParlando
