Nach Lenin führt Kapitalismus über Kolonialismus zum Imperialismus.
Wladimir Iljitsch Lenin verfasste 1916 das Werk Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, in dem er versuchte zu erklären, warum kapitalistische Staaten seiner Zeit Kolonien eroberten und immer stärker in Konkurrenz zueinander gerieten. Für Lenin war Imperialismus keine zufällige politische Entscheidung einzelner Regierungen, sondern eine Folge der Entwicklung des Kapitalismus selbst. Er argumentierte, dass sich wirtschaftliche Macht zunehmend in den Händen großer Unternehmen und Banken konzentriere, wodurch Monopole und sogenanntes Finanzkapital entstünden. Diese mächtigen Wirtschaftsakteure seien darauf angewiesen, neue Absatzmärkte, Rohstoffe und Investitionsmöglichkeiten außerhalb des eigenen Landes zu finden. Nach Lenin wurde deshalb der Export von Kapital wichtiger als der reine Warenhandel. Industriestaaten investierten Geld in wirtschaftlich schwächere Regionen, um dort Gewinne zu erzielen und Einfluss auszuüben. Gleichzeitig teilten große Mächte wie Großbritannien, Frankreich oder Deutschland die Welt wirtschaftlich und territorial unter sich auf. Für Lenin führte diese Konkurrenz zwangsläufig zu Konflikten und letztlich auch zu Kriegen wie dem Ersten Weltkrieg. Er betrachtete diesen Krieg daher nicht nur als politischen Streit zwischen Nationen, sondern als Ausdruck imperialistischer Konkurrenz kapitalistischer Staaten. (An den ein oder anderen Stellen ziemlich komplex)


