Solides Buch mit starken Nebenfiguren, aber vorhersehbar und wenig Biker‑Feeling. Freue mich auf die Nächsten. SPOILER
Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht oder traurig bin, aber ich muss ehrlich zugeben, dass dieses Buch für mich kaum etwas mit Motorrädern zu tun hat. Ja, es geht um eine Biker‑Clique (eigentlich sogar zwei), aber die Bikes selbst spielen praktisch keine Rolle. Man könnte die gesamte Handlung ohne sie erzählen, und es würde sich nichts verändern. Das ist nicht böse gemeint, nur eine Beobachtung, die mich etwas überrascht hat. Wenn man sich dann den Charakteren und der Story widmet, muss ich sagen: schlecht geschrieben war es definitiv nicht. Trotzdem ging mir die Entwicklung an manchen Stellen etwas zu schnell. Gerade bei einem Buch, das schon Richtung „fast Burn“ geht, fühlt sich diese Kritik vielleicht streng an, aber sie war beim Lesen einfach da. Insgesamt war das Buch wirklich okay. Ich mochte die Entwicklung der Figuren, auch wenn mir die überraschenden Momente gefehlt haben. Die Handlung war für mich sehr vorhersehbar selbst der SPOILER, dass Rixen der Verräter ist und nicht Riven, lag für mich schon früh auf der Hand. Auch die Szene, die vermutlich schockieren sollte, dass Riven seinen Bruder erschossen hat, hat mich nicht wirklich überrascht. Trotzdem war es kein schlechtes Buch, nur eben eines ohne große Wendungen. Was ich aber wirklich hervorheben möchte: Die Nebencharaktere sind stark geschrieben. Jeder von ihnen hat eine eigene, klar erkennbare Persönlichkeit, und das findet man selten. Natürlich weiß ich, dass Tooth, Scar und Riven ihre eigenen Geschichten in der Red‑Devils‑Era haben und ich werde sie definitiv lesen. Aber schon hier hatten sie eine Präsenz, die die Story bereichert hat. Auch bei Skull sieht man eine deutliche Entwicklung. Vom harten, einschüchternden Mann wird er zu jemandem, der Zärtlichkeit und vor allem Loyalität zeigt, besonders seiner Familie gegenüber. Dass er am Ende sogar sagt, Riven hätte den VP‑Status mehr verdient als er selbst, weil er sich mehr um Alea gekümmert hat als um seine Brüder, zeigt eine Tiefe, die ich wirklich mochte. Alea dagegen wirkt für mich oft naiv und kindisch. Besonders die Szene, in der Lore behauptet, sie und Skull seien ein Paar und Alea das sofort glaubt, ohne Skull überhaupt zur Rede zu stellen, hat mich irritiert. Statt zu reden, läuft sie einfach weg wie ein trotziges Kind. Für mich wirkt dieses Verhalten nicht logisch, und ich bin mir unsicher, wie ich das einordnen soll. Trotz all dieser Punkte freue ich mich aber auf die nächsten drei Teile, vielleicht gerade, weil die Nebencharaktere so stark sind und ich gespannt bin, wie ihre Geschichten erzählt werden.





























