Als Lea- Fan der ersten Stunde, habe ich mich auf was neues gefreut
Lea Streisand hat enormes Talent zum Fabulieren, wie schon viele große Namen vor ihr, bedient sie sich traditioneller Literatur und baut ihren Wissensschatz überall ein. Auch in diesem Roman über zwei Freundinnen, die über das Mutterwerden und den tiefsitzenden Kinderwunsch philosophieren, baut sie gekonnt ihr Wissen über Grimmsche Märchen ein. Die Handlung erscheint zwar etwas konstruiert, ist aber für diesen Zweck in Ordnung, man muss nicht immer Abenteuer und Fantasie einbauen, manchmal reicht auch der Besuch beim Amt...
Irgendwie hatte ich nach dem Klappentext etwas anderes erwartet. Was ich dann aber las, war witzig, emotional ,einfühlsam und informativ. Wir begleiten die Protagonistin Kathi und ihren Mann David, die sich ein Kind wünschen, aber keins bekommen können auf dem Weg zur Adoption. Kein einfacher Weg, trotzdem unterhaltsam und flüssig geschrieben. Parallel dazu die Geschichte ihrer Freundin Effi, die schwanger wird .Und auch ein Einblick in die Kulturgeschichte der Mütter in den Grimmschen Märchen, über die Kathi ihre Doktorarbeit schreibt. Ich konnte oft lachen, aber auch mitfühlen.
Ich werde mir sicher noch die anderen Bücher von Lea Streisand holen, da ich von diesem begeistert war und ich es weiter empfehle.
Wenn man ein Buch in der Buchhandlung sieht und es perfekt zur eigenen Situation passt … Entweder ich werde nur heulen oder es spendet ein bisschen Hoffnung.