16. Mai
Rating:5

Jede Dritte…

Ein schonungsloser Blick in den Umgang mit Geschädigten von sexueller Gewalt in einem System, dass sie beschützen bzw. ihnen Recht zukommen lassen sollte. Und es meistens nicht tut… Warum ist es erlaubt, dass ein Beschuldigter schweigen darf? Wieso muss hier nicht erwiesen werden, dass alles getan wurde um eben nicht wegen irgendwas beschuldigt werden zu können? Warum müssen sich Geschädigte wieder entblößen in ihrer Verteidigung und vehement zeigen, wie es zur Schädigung kam? Und wenn Justizia eine Frau ist, warum wird weiblichen Anklägern dann so selten Glauben geschenkt? Ein Buch das aufrüttelt und systematische Fehler aufzeigt, wenn logische Gesetze auf emotionale Schäden trifft und aus eindeutigen Opfern plötzlich angebliche Täter werden…

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
14. Mai
Rating:5

Jede 3. Frau. Nur jede 10. Anzeige...

"Die Rechtssprechung geht in Sexualstrafverfahren von völlig falschen Voraussetzungen aus. Die Erfahrung einer Frau mit sexualisierter Gewalt fügt sich nicht in das männlich dominierte System von Wahrheit. Sie kann dieser Definition von Wahrheit nicht genügen, und deshalb kann es auch keine Gerechtigkeit geben." Dieser Roman hat mich erstarrt zurückgelassen. Ich habe schon vermutet, dass sein Plot dieses Ende einnehmen wird, aber die Tatsache darüber hat mich dennoch schockiert. Es zeigt doch wieder, dass wir uns so schnell nicht aus dem Patriarchat lösen können werden, da die Männerdominanz diesem noch immer sein starkes Fundament gibt. Wir kämpfen weiter und sind dabei laut. Laut wie Tessa!

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
10. Mai
Rating:5

Seitenwechsel

Jede dritte Frau wird in ihrem Leben Opfer eines sexuellen Übergriffs. Und trotzdem werden Frauen vor Gericht oft mit Vorurteilen konfrontiert. Ist eine Frau schuld an einer Vergewaltigung, wenn sie schöne Unterwäsche anhat oder vielleicht betrunken war? Was ist wenn sie Geschlechtsverkehr wollte sich aber kurzfristig um entscheidet? Tessa ist Rechtsanwältin, ehrgeizig und gut in ihrem Job. Sie nimmt gerne Fälle an, denen ein sexueller Übergriff zugrunde liegt. Sie verteidigt die mutmaßlichen Täter und ist mit ihrer Art der Argumentation und der Beweisführung sehr erfolgreich. Im ersten Teil wird uns plausibel erklärt, warum sie so und nicht anders handelt. Ein Rechtssystem kann ihrer Meinung nach nur so funktionieren. Dann aber wird sie selber Opfer und wechselt zwangsläufig auf die andere Seite. Am eigenen Leib erfährt sie nun, was es bedeutet, sich rechtfertigen zu müssen für Dinge, die ganz normal sind, wie eine Verkettung von Ereignissen und psychischen Zuständen Einfluss nehmen auf einen Prozess. Sie weiß, was sie sagen müsste, wie sie sich geben müsste, welche Argumente zählen würden. Ihre mentale Verfassung steht ihr dabei, aber manchmal im Weg, was auch verständlich ist. Ob sie gegen den Täter gewinnt oder nicht, das müsst ihr selber lesen Interessant war, ein Einblick in ihre Vergangenheit zu bekommen. Die Klassenunterschiede zu ihrem gegenwärtigen Leben und dem Aufwachsen am sozialen Rande der Gesellschaft sind schon sehr groß. Während sie sich sehr verändert hat, ist der familiäre Rahmen gleich geblieben. Die Figurenzeichnung hat es geschafft mich viel Sympathie für Ihre Familie fühlen zu lassen. Interessant waren die moralischen Fragen, die man sich beim Lesen immer wieder gestellt hat. Wie hätte ich reagiert? Wie fühlt sich so ein Rollenwechsel an? Diesem Buch liegt Millers erfolgreiches Theaterstück zu Grunde, dass am Broadway groß gefeiert wird. Und auch der Roman ist großartig komponiert. Jedes Detail ist interessant, man konnte Tessa gut folgen, und schon im Vorfeld warfen sich Fragen auf, da man ja ahnte, worauf die Geschichte hinauslaufen wird. Eine packende und spannende Lektüre, die mir eine Lehrstunde in Sachen Gerechtigkeit gegeben hat und uns zeigt, wie wichtig es ist, übergriffiges und straffälliges Verhalten von Männern gegenüber Frauen offen zu diskutieren, damit die Vorurteile fallen und Tabus keine mehr sind. Eine große Leseempfehlung. Denn das was Tessa passiert ist, könnte jedem von uns passieren.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
10. Mai
Wichtig!
Rating:5

Wichtig!

"Geh nie davon aus, dass du dir selbst die Wahrheit erzählst. Vertrau nicht auf das, was du zu wissen glaubst. Das ist nicht das Leben - es ist das Gesetz." Ich hatte beim Klappentext noch nicht ganz verstanden, was da beim Lesen auf mich zukommt. Und vielleicht war das besser. Das Buch hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Sehr schnell habe ich mich gefragt wer hier Täter wird und wie es der Betroffenen im System der britischen Justiz ergehen wird... Der Blickwechsel von Anwältin zu Betroffener ist detailliert und nachvollziehbar herausgearbeitet. Das sorgte für mich selbst zu einem Verstehensprozess beim Lesen. Auf das Buch kam ich durch die Empfehlung von Mareike Fallwickl. Bisher sind all Ihre Empfehlungen wirklich tolle und verändernde Bücher. Ich habe dieses Buch zu ca. 60% im Kurkonzert in Bad Kissingen gelesen. Danke für die musikalische Begleitung und das schöne Ambiente! 🩷🙏🫂

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
29. Apr.
Bewegend, packend, intensiv.
Rating:5

Bewegend, packend, intensiv.

Das Hörbuch von Prima Facie hat mich von der ersten Minute an gefesselt. Die Sprecherin ist herausragend – eindringlich und nuanciert. Ich habe das Hörbuch nahezu in einem Rutsch durchgehört, auch wenn ich dafür kaum geschlafen habe. Im Zentrum steht Tessa Ensler, eine ehrgeizige Strafverteidigerin, die sich aus schwierigen Verhältnissen nach oben gearbeitet hat. Sie glaubt fest an das Rechtssystem und daran, dass es ihre Aufgabe ist, dem Gericht die bestmögliche Version der Geschichte des Angeklagten zu präsentieren – damit am Ende ein objektives und faires Urteil entstehen kann. Auch deshalb verteidigt sie Vergewaltiger und ist für ihre kompromisslosen Kreuzverhöre bekannt. Die Autorin hat selbst als Strafverteidigerin gearbeitet, daher wirken die juristischen Einblicke authentisch und schärfen den Blick für die Mechanismen des Systems. Tessas Überzeugungen und die des Lesers werden erschüttert, als sie selbst Opfer einer Vergewaltigung durch einen angesehenen Kollegen wird. Plötzlich steht Aussage gegen Aussage. Trotz der erschreckend geringen Verurteilungsquote von 2 % entscheidet sie sich, nicht zu schweigen und den Rechtsweg zu gehen. Als Hörer leidet man intensiv mit ihr nicht nur am quälenden Verfahren sondern auch an vielen Reaktionen des Umfeldes davor. Im Verlauf des Verfahrens wird schmerzhaft deutlich, dass Gerechtigkeit, Objektivität und Fairness oft nicht so existieren, wie wir sie uns vorstellen. Und doch hinterlässt einen das Buch am Ende nicht hoffnungslos. Ein wichtiges, bewegendes und intensives Werk, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. . :::

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
27. Apr.
Rating:5

Sooo ein wichtiger Beitrag zum Thema sexualisierte Gewalt und Strafverfahren. Unbedingt lesen!

Mir gefällt alles an diesem Buch! Neben der spannenden Erzählweise und der Thematisierung sexualisierter Gewalt und Strafverfahren, habe ich in Justiz und Polizei Kontext einiges dazu lernen können. Achtung, im folgenden können spoilerende Elemente zu finden sein. Ein spannender und bereichernder Einblick in das Denken und Handeln von Jurist*innen. Insbesondere mit Hinblick auf den Schwerpunkt von Sexualstraftaten. Dieses Buch wollte ich unbedingt im Lesekreis besprechen. Gestern haben wir uns dazu getroffen :) Durch den Roman bekam ich viele Einblicke in die Denkart und Funktion des Justizsystem. Mir ist schon lange bekannt, wie aussichtslos Sexualstrafprozesse verlaufen. Durch die Geschichte von Tessa, die selbst Strafverteidigerin ist, viele Mandanten vertreten hat, die wegen sexueller Übergriffe angezeigt wurden. Besonders spannend fand ich Tessas Entwicklung/Biografie. Sie kommt aus prekären Verhältnissen und war ein Überflieger. Sie hat als erste in der Familie studiert und eine steile Karriere abgelegt. Insbesondere zu Beginn bekommen wir als Leser*innen einen Eindruck davon, welche Emotionen eine Gerichtsverhandlung bei Strafverteidigern/bei ihr auslösen "Von dem Adrenalinrausch nach einem gewonnen Fall". (S. 25) Ihr Bruder wurde schon als Jugendlicher angeklagt. Die Prozesse verliefen nicht gut für ihn. Im Verlauf der Geschichte nehmen wir auch an ihrer Entwicklung hinsichtlich ihres festen Glaubens in die Gerechtigkeit des Justizsystems. Ihre Annahme, dass das Gesetzt alle beschützt. "Und wenn einige einzelne Schuldige davon kommen, dann liegt das nur daran, dass Polizei oder Staatsanwaltschaft ihre Arbeit nicht gut genug gemacht haben. Ein ordnungsgemäßes Verfahren ist alles." (S. 51) Es ist spannend die Gedankenwelt von Tessa kennenzulernen, wie sie sich ihre Arbeit der Strafverteidigung zurecht legt und mit dem Taxistandprinzip argumentiert, wenn sie mal wieder ein Sexualstrafverfahren verteidigt. Wie sie die Opfer/Zeugin ins Kreuzverhör nimmt und ihren Job par excellence ausführt. Ich weiß gar nicht, wie viel ich hier in diese Beitrag schreiben sollte, um nicht zu viel vorweg zu nehmen. Ich kann dieses Buch auf jeden Fall sehr empfehlen. Insbesondere Menschen, die sich mit sexualisierter Gewalt und Justiz System beschäftigen. Dieses Buch ist auch eine gute Grundlage, um mit Menschen ins Gespräch über sexualisierte Gewalt zu kommen. Ich finde, dass dieser Roman sehr viele wichtige Aspekte öffnet. Es kann Menschen, die sich nicht weitestgehend mit den Umständen auseinandergesetzt haben, realitätsnahe Einblicke geben, was mit dem Leben einer betroffenen Person passiert, wenn sie einen Übergriff Anzeigt. Nachdem ich das Buch von Caroline Darian gelesen habe und auch dort viele Einblicke in das Vorgehen von Zeug*innenvernehmungen bekommen habe, bekam ich durch "Prima Facie noch weitere Einblicke in das Innenleben dieser Systematik. Opfer/Betroffene von Straftaten werden durch das System, wie wir es haben nicht ausreichend geschützt. Es wird keine Rücksicht auf Retraumatisierung gelegt. Der Fokus liegt auf der Aufarbeitung der juristischen Wahrheit, nicht bei der Aufarbeitung von Verletzungen oder gar dem Streben nach Gerechtigkeit. Na ja, ich unterhalte mich gern über dieses Buch, schriftlich fällt es mir doch schwer einen Fokus zu finden. Das Buch ist bei weitem keine leichte Kost. Es wird auch sehr ausführlich ein sexueller Übergriff beschrieben. Das Buch entfacht eine große Sogwirkung und lässt einen nicht aufhören zu lesen.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
20. Apr.
Rating:5

Warum wird so oft von Zustimmung ausgegangen?

Prima Facie schlägt ein wie der Blitz. Von der ersten Seite an ist das Buch fesselnd, intensiv und lässt einen kaum los. Es ist nicht nur spannend, sondern auch tief erschütternd und regt zum Nachdenken an. Die Geschichte beginnt mit einem faszinierenden Einblick in die Denkweise einer Strafverteidigerin. Man erlebt hautnah, wie sie arbeitet, wie sie argumentiert und wie sie auch vermeintlich „schuldige“ Mandanten verteidigt. Dieser Teil ist besonders packend, weil er zeigt, wie das Rechtssystem funktioniert – und wo seine Grenzen liegen. Im Zentrum steht das Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Das Buch macht auf eindringliche Weise deutlich, was in unserem Rechtssystem nicht stimmt. Es stellt unbequeme Fragen: Warum wird so oft von Zustimmung ausgegangen? Warum ist es für Betroffene so schwer, gehört zu werden? Gleichzeitig erzählt Prima Facie auch eine Geschichte über Herkunft und soziale Ungleichheit. Die Rückblicke („davor“ und „früher“) zeigen eindrucksvoll, wie die Protagonistin sich aus einfachen Verhältnissen herauskämpfen musste. Trotz harter Arbeit und exzellenter Ausbildung muss sie sich mehr beweisen als andere, die aus privilegierteren Verhältnissen stammen. Dieser Aspekt verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe und macht sie noch realistischer. Der Teil „jetzt“ wirkt dagegen wie ein schonungsloser Blick auf die Realität: Er zeigt die Schwächen des Systems und konfrontiert den Leser mit Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Insgesamt ist Prima Facie ein unglaublich starkes, wichtiges und emotional aufwühlendes Buch. Es verbindet Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz und bleibt lange im Kopf.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
20. Apr.
Sooo wichtig ‼️
Rating:5

Sooo wichtig ‼️

Tessa ist brillant, ehrgeizig und erfolgreich – eine Strafverteidigerin, die das System kennt und fest an die Prinzipien des Rechts glaubt. Fall für Fall gewinnt sie, selbst dann, wenn sie Männer verteidigt, denen Sexualdelikte vorgeworfen werden. Für sie zählt, was vor Gericht Bestand hat. Gefühle spielen keine Rolle. Bis sie selbst zur Betroffenen wird. Was dieses Buch so eindringlich macht, ist der Perspektivwechsel. Plötzlich steht nicht mehr die Verteidigung im Fokus, sondern das Erleben einer Frau, die erkennen muss, wie gnadenlos, demütigend und entmenschlichend der juristische Prozess für Opfer sein kann. Wie viel Mut es braucht, überhaupt zu sprechen. Und wie schnell dieser Mut von Zweifeln, Vorurteilen und gesellschaftlichen Erwartungen zerschlagen wird. „Prima Facie“ stellt unbequeme Fragen: Warum zweifeln wir an den Geschichten von Opfern? Warum messen wir ihre Aussagen an vermeintlicher „Perfektion“? Und woher nehmen wir uns das Recht, Erlebtes zu relativieren oder zu hinterfragen? Der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ ist essenziell – aber die Art und Weise, wie mit Betroffenen umgegangen wird, offenbart eine erschreckende Schieflage. Dieses Buch ist nicht nur spannend, sondern vor allem aufrüttelnd. Es zwingt uns hinzusehen, zuzuhören und unsere eigene Haltung zu hinterfragen. Ein intensives, wichtiges Leseerlebnis, das noch lange nachhallt.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
17. Apr.
Rating:4

Wem glaubt man dem Opfer oder dem Täter

Ein schweres Verbrechen geschieht Das Opfer, die Frau, muss sich detailliert äußern und rechtfertigen Der Täter schweigt und lässt seinen Anwalt reden Wem wird die Juri glauben und wer bekommt Gerechtigkeit

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
16. Apr.
Rating:4.5

Es ist eines der Bücher die ich seit langem durch“suchten“ musste. Es hat nicht enttäuscht und genau an den Stellen geschmerzt, wo es sollte. Ich hoffe ich schaffe es irgendwann als Theaterstück zu sehen (so wie ursprünglich gedacht). An manchen Stellen merkt man es, nimmt aber der Aussagekraft und Message nichts weg✊🏽

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
15. Apr.
Rating:4

„Prima Facie“ von Suzie Miller 4🌟🌟🌟🌟 „Prima Facie“ bedeutet so viel wie dem ersten Anschein nach. Ursprünglich als Theaterstück konzipiert, wurde es 2025 als Buch veröffentlicht. So findet es ein breiteres Publikum – und das zu Recht. Ein provozierendes Buch, das wütend machen will. Ein kraftvolles und kluges Buch, das meine Blick uf Recht, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung geschärft hat – und dessen Nachhall lange bleibt.

Tessa kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich ihren Platz in der juristischen Elite mit Disziplin und unbedingtem Willen erkämpft. Heute ist sie eine gefragte Strafverteidigerin, souverän, scharf argumentierend, gefürchtet im Gerichtssaal. Auch in Verfahren des Sexualstrafrechts schreckt sie nicht davor zurück, Zeuginnen mit präzisen Fragen und juristischer Härte ins Kreuzverhör zu nehmen, ohne dabei gewisse Grenzen zu überschreiten. Sie bleibt dabei höflich und wirkt trotz allem verständnisvoll. Das führt dazu, dass die Zeuginnen sich zunächst verstanden fühlen und sich vielleicht mehr öffnen als sie es einem männlichen Verteidiger gegenüber würden. Für die Jury-Mitglieder bedeutet die Tatsache, dass eine Frau einen Mandanten verteidigt, dem eine Sexualstraftat zur Last gelegt wird, oft unterschwellig, eine Art erweiterter Unschuldsvermutung. Für Tessa hingegen ist der Prozess ein Wettstreit der Narrative: Entscheidend ist nicht, was geschehen ist, sondern welche Geschichte die Jury überzeugt. In diesem System glaubt sie an Chancengleichheit – zwischen den von der Anklage gestützten Zeuginnen und den Mandanten, denen sie ihre Stimme leiht. Über Schuld oder Unschuld möchte sie bestenfalls nichts wissen; Wissen könnte Zweifel säen, und Zweifel haben in ihrer Verteidigungsstrategie keinen Platz. Dann kippt die Perspektive: Aus der Strafverteidigerin wird eine Zeugin. Tessa findet sich im Kreuzverhör wieder – geführt mit derselben Unerbittlichkeit und Präzision, die sie selbst so beherrscht. Sie kennt jede Frage, jedes Manöver, jede mögliche Falle. Und doch zeigt sich, wie gnadenlos dieses System gebaut ist: Selbst perfekte Vorbereitung bietet keinen Schutz, wenn das Verhör weniger der Wahrheit als ihrer Zersetzung und der Streuung von Zweifeln dient. Sie sieht ihre eigene Glaubwürdigkeit in Frage gestellt und ist dem fast hilflos ausgeliefert. Diese Geschichte hat mich tief beeindruckt und nachhaltig bewegt. Es ist mehr als nur ein Gerichtsdrama – es ist eine schonungslose, kluge und zugleich zutiefst menschliche Auseinandersetzung mit Macht, Gerechtigkeit und den Grenzen eines Rechtssystems, das sich selbst als objektiv versteht. Und es ist ein Plädoyer für Frauenrechte und gegen das immer noch in weiten Teilen der Justiz vorherrschende Patriarchat. Die Geschichte ist in das britische Rechtssystem eingebettet, das sich doch in einigen Dingen vom deutschen System unterscheidet. Es basiert auf der sog., adversatorischen Struktur, einem Prozesmodell, bei dem sich zwei Parteien (Anklage und Verteidigung) als Gegner gegenüberstehen. Dabei lebt dieses System von rhetorischer Überzeugungskraft, strategischer Argumentation und der Glaubwürdigkeit von Zeugen und Zeuginnen. Die Geschichte zeigt eindrücklich, dass „Wahrheit“ vor Gericht nicht unbedingt das ist, was tatsächlich geschehen ist, sondern das, was bewiesen werden kann. Zitat:“ Die juristische Wahrheit ist eine Sache für sich. Und nur die suchen wir. Die juristische Wahrheit. Mit der arbeitest du, damit dein Mandant möglichst nicht ins Gefängnis wandert.« Unter feministischen Gesichtspunkten entfaltet „Prima Facie“ eine enorme Wucht durch die deutliche mutige Kritik an patriarchalen Strukturen, die tief im Rechtssystem verankert sind. Besonders eindringlich ist die Darstellung, wie sexualisierte Gewalt juristisch verhandelt wird – oft durch das Streuen von Zweifeln, Misstrauen und impliziten Vorurteilen gegenüber den Betroffenen. Laut „Prima Facie“ ist jede dritte Frau schon einmal von sexualisierter Gewalt betroffen, aber nicht mal ein Drittel bringt das zur Anzeige. Die Story macht sichtbar, warum. Suzie Miller zeigt auf, wie sehr Frauen im Gerichtssaal nicht nur ihre Geschichte erzählen, sondern auch ihre Glaubwürdigkeit „beweisen“ müssen.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
15. Apr.
Rating:4.5

Female Rage vom Feinsten

Wer den etwas langen, ereignislosen Einstieg durchhalten kann, wird am Ende belohnt. Der Einstieg ist aber dennoch notwendig, weil er den Werdegang und die Sozialisierung der Protagonistin beschreibt und damit eben wichtig für die weitere Geschichte ist. Die Protagonistin hinterfragt am Ende alles, wofür sie immer eingestanden hat, nachdem jemand gegen ihren Willen mit ihr tat, was er wollte. Es geht um Recht und Gerechtigkeit und alles dazwischen. Es geht um den lebenslangen Kampf einer jeder Frau gegen das Patriarchat. Klassenunterschiede und das Rechtssystem sind ebenfalls große Themen. Wirklich lesenswert, vor allem, wenn man auf feministische Literatur steht.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
11. Apr.
Rating:2.5

Ab der Gerichtsverhandlung dachte ich beim Hören nur noch: nee, nee, nee. Das Buch hat mich stellenweise ziemlich wütend gemacht. Vor allem, weil ich mir eine tiefere Auseinandersetzung mit dem inneren Konflikt der Protagonistin gewünscht hätte. Ihre moralisch schwierige berufliche Rolle wird für mein Empfinden nicht ausreichend reflektiert und der spätere Perspektivwechsel hätte noch viel stärker in den Mittelpunkt gestellt werden können. Gerade dieser Rollentausch, der eigentlich im Zentrum stehen müsste, bleibt für mich zu wenig besprochen. Auch ihre Reaktion im Gericht hat mich irritiert, wobei ich gleichzeitig merke, wie schwierig es für mich ist zu beurteilen, wie jemand in einer solchen Situation „richtig“ handeln würde.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
10. Apr.
Rating:5

"Jede Dritte - das sind eine ganze Menge Frauen, die etwas zu sagen haben. Zu viele, um sie zu ignorieren."

Dieses Buch ist so wichtig! Was ist eigentlich Gerechtigkeit und kommt es darauf vor Gericht wirklich an? Ich wusste, dass ich wütend werde und genau das bin ich auch. Es gibt so unerträgliche viele Frauen, denen schlimmes widerfährt und die aus nachvollziehbaren Gründen nicht zur Polizei gehen. Aus Angst nicht gehört und gesehen zu werden, zu übertreiben oder zu viel verlieren zu können. Das ist nicht nur eine Geschichte, sondern Realität. Jeden Tag. Für Tausende Frauen. Ich bin traurig und wütend. Tessas Geschichte und Erfahrung ist keine Fiktion und kein Einzelfall. Das Buch ist all in one großartig, der Schreibstil war fesselnd und flüssig. Eine absolute Empfehlung ! An alle Frauen, die das lesen: seid laut, seid ungemütlich und seid für einander da! Haltet zusammen.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
10. Apr.
Rating:5

Triggerwarnung sexualisietes Gewalt. Es ist ein unglaublich gut geschriebenes Buch. Es ist ein schweres Thema. Ich habe lange dran gelesen, immer nur kleine Stückchen. Hat mich an vielen Stellen persönlich getriggert, also passt auf euch auf beim lesen! Lesen sollten dieses Buch ALLE , wie gesagt - nicht zu schnell. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
1. Apr.
Rating:4.5

Mit dem Finger direkt in die Wunde

Zu Beginn des Buches schildert die Protagonistin Tessa sehr ausführlich das britische Rechtssystem, ihre Beweggründe Jura zu studieren, um dem Staat und der Gerechtigkeit zu dienen. Dann wird Sie unbeabsichtigt auf die andere Seite der Richterbank katapultiert und sie beginnt all ihre Überzeugungen zu hinterfragen. Sehr, sehr interessant. Ich schätze mal, für Frauen noch mehr als für Männer. Man beginnt selbst, so einiges Revue passieren zu lassen und zu hinterfragen.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
1. Apr.
Rating:5

Fesselnd, emotional & klug

Prima Facie von Suzie Miller ist mutig, schonungslos und gleichzeitig unglaublich bewegend. Es fordert dazu auf, Perspektiven zu hinterfragen und macht spürbar, wie komplex und ungerechte die Realität sein kann. Ein Buch, das nicht nur berührt, sondern wachrüttelt! Absolut fesselnd, emotional und klug.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
31. März
Rating:5

Wenn man Frauen eine Stimme gibt ⚡

Ich bin ergriffen, sprachlos, wütend und irgendwie auch stolz auf eine fiktive Person. Was für ein Ende 😲 "Prima Facie" erzählt die Geschichte der Strafverteidigerin Tessa Ensler, die fest an das (historisch männlich geprägte) Rechtssystem und seine Prinzipien glaubt. Durch ein "Ereignis" gerät ihre Sicht darauf allerdings stark ins Wanken. Was mich besonders gepackt hat, ist der Perspektivwechsel: Plötzlich wird alles, was zuvor klar und logisch erschien, hinterfragt. Der Roman zeigt sehr eindrücklich, wie das Rechtssystem funktioniert – aber auch, wo seine Grenzen liegen, vor allem, wenn es um zwischenmenschliche Erfahrungen geht, die sich nicht immer eindeutig beweisen lassen. Der Schreibstil ist nah an der Protagonistin. Die Zeitsprünge und die Einteilung der Kapitel in ein Davor und ein Danach hat mir sehr gut gefallen. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Die Geschichte ist emotional, teilweise schwer auszuhalten und wirkt lange nach. Sie regt dazu an, das Rechtssystem aus einer anderen Perspektive zu betrachten und kritisch zu hinterfragen. Ein starkes, wichtiges Buch!

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
27. März
Rating:4.5

"Es gibt keine echte Wahrheit. Nur eine juristische"

Durch die Rezension von @buchmelodie bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und es wurde gemeinsam im Buchclub gelesen und besprochen. Tess lebt für das Rechtssystem und empfindet dieses als gerecht. Als sie allerdings zur Klägerin wird, stellt sich ihr gesamtes Weltbild auf die Probe. Suzie Miller schafft eine sehr ausdrucksstarke, gefühlvolle Adaption ihres Theaterstücks, auch wenn dies an einigen Stellen sichtbar wurde. Als Lesender dringt man tief in die Gefühlswelt der Protagonistin ein. Man leidet, fiebert mit ihr und wird auf Spannung gehalten. Das Buch kritisiert sehr viele verschiedene Aspekte. Machtmissbrauch, sexuellen Missbrauch, Justizsystem, aber auch den Zugang zur Bildung in prekären Verhältnissen. Teilweise ist das Buch so dramatisch und gefühlsecht geschrieben, dass man innehält und sich die Emotionen der Protagonistin übertragen. Zumeist sind diese Wut und Zorn, aber ebenso Machtlosigkeit, Ohnmacht, Trauer, Einsamkeit und Verzweiflung. Sehr starker Schreibstil, gut zu lesen. Schwere Themen gut aufgearbeitet. Dem Opfer wird viel Platz eingeräumt. Miller lässt zudem ein paar autobiographische Aspekte in Charakteren mit einfließen. Besonders positiv empfand ich die Entscheidung auch positive männliche Charakter auftreten zulassen. In anderen Werken mit ähnlicher Thematik wird dies oft vernachlässigt. Eine absolute Leseempfehlung! Besonders im Buddy-Read geeignet. Bei der aktuellen öffentlichen Thematik ist dies ein passendes Werk, um die Auswirkungen von Opfern sexuellen Missbrauchs und vor allem die extremen, weitreichenden Hürden und Konsequenzen der Entscheidung dies zur Anzeige zu bringen, aufzuzeigen.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
27. März
„Das Gesetz ist nicht die Wahrheit. Es ist nur das, was bewiesen werden kann.“
Rating:4.5

„Das Gesetz ist nicht die Wahrheit. Es ist nur das, was bewiesen werden kann.“

Prima Facie = dem ersten Anschein nach Tessa Ensler glaubt fest an das Rechtssystem, und sie ist überzeugt, wenn jemand freigesprochen wird, dann, weil die Beweise nicht ausreichen. Emotionen spielen dabei zunächst für sie keine Rolle. Doch dann wird Tessa selber zum Opfer, und damit leitet sich ein Wendepunkt ihres Glaubens an das Rechtssystem ein, und sie stellt dieses in Frage. Das Buch schildert sehr emotional und intensiv Tessas Erkenntnis, dass das System, an das sie glaubte, für Betroffene in den meisten Fällen nicht funktioniert. Die Autorin überzeugt mit einem angenehmen Schreibstil und nutzt Zeitsprünge, um die Protagonistin authentisch und greifbar darzustellen. Ein sehr wichtiges und notwendiges Buch! Leseempfehlung!

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
25. März
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Rating:5

Prima Facie von Suzie Miller ist kein Hörbuch, das man „einfach so“ hört – es ist eines, das einen trifft, erschüttert und lange nachhallt. Mir ist diese Bewertung wirklich schwer gefallen, weil das Thema so unglaublich belastend ist. Besonders im Hinblick auf reale Fälle wie den von Collin Fernandez wird einem schmerzhaft bewusst, wie erschreckend die Realität für viele Frauen aussieht. Ich wusste, dass die Rechtslage problematisch ist – aber dass sie so gravierende Lücken hat, hat mich fassungslos gemacht. Die letzten 30 Minuten haben mir durchgehend Gänsehaut beschert. Ich musste zwischendurch pausieren, weil es kaum auszuhalten war – und genau das zeigt, wie kraftvoll dieses Hörbuch ist. Auch die Sprecherin Pegah Ferydoni trägt diese emotionale Wucht unglaublich intensiv. Dieses Hörbuch ist wichtig. Unbequem, schmerzhaft – aber absolut notwendig. Ich wünsche mir wirklich, dass vor allem Männer diese Geschichte hören. Denn: Jede dritte Frau.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
24. März
Rating:4

Prima Facie hat mich sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht. Ich fand besonders spannend, wie sich ihre Sicht auf Gerechtigkeit im Laufe der Geschichte verändert. Am Anfang ist sie überzeugt davon, dass das System fair ist, doch durch ihre eigenen Erfahrungen beginnt sie, alles zu hinterfragen. Diese Entwicklung war für mich sehr emotional und gut nachvollziehbar. Der Schreibstil ist einfach und direkt. Gleichzeitig ist das Thema sehr ernst und teilweise auch belastend, weil es zeigt, wie schwer es für Betroffene ist, vor Gericht gehört zu werden.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
22. März
Rating:5

definitiv ein must-read! das buch ist keine leichte lektüre, aber vom schreibstil sehr verständlich, fesselnd und emotional geschrieben. befasst sich mit einem sehr wichtigen und leider immer noch aktuellem thema.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
21. März
Was passiert, wenn du an das Rechtssystem glaubst, bis es dich selbst betrifft?
Rating:5

Was passiert, wenn du an das Rechtssystem glaubst, bis es dich selbst betrifft?

In Prima Facie von Suzie Miller begleitet man eine brillante Strafverteidigerin, die fest an den Rechtsstaat glaubt, an Beweise, Argumente und Glaubwürdigkeit. Bis sich die Perspektive radikal verschiebt. Dieser Roman stellt eine unbequeme Frage: Reicht ein funktionierendes System, wenn es die Realität vieler Frauen nicht mitdenkt? Es geht um Machtverhältnisse, um Wahrheit vor Gericht und um die Lücke zwischen Recht und Gerechtigkeit. Ich fand das Buch so so gut!! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Ein Buch, das wütend macht, und genau deshalb gelesen werden sollte. Vorallem von Männern 🩶

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
19. März
Rating:5

Man möchte einfach nur schreien.

Ein sehr aufwühlendes Buch. Die Überheblichkeit, Übergriffigkeit und Ignoranz von Täter und Umfeld ist so auf den Punkt gebracht, ein schonungsloses Bild der ungleichen Stellung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft. Das Buch sollten sehr viele Menschen lesen.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
19. März
Rating:5

HIGHLIGHT 🌟 Ein Schlag ins System und mitten ins Herz!!!

Dieses Buch hat mich nicht nur bewegt – es hat mich aufgewühlt, erschüttert und gleichzeitig in einer fast schmerzhaften Klarheit bestätigt. „Prima Facie“ ist kein leises Werk. Es ist ein Aufschrei. Ein Brennglas. Ein Spiegel unserer Gesellschaft. Weil ich selbst aus dem juristischen Bereich komme und selbst sehr, sehr hadere mit dem Händeln von Anzeigen und Verhandlungen von sexuellen Delikten, hat mich dieses Buch unmittelbar getroffen. Es legt genau dort den Finger in die Wunde, wo das System versagt – nicht abstrakt, sondern brutal konkret. Es zeigt, wie Recht und Gerechtigkeit auseinanderdriften können, wenn es um die Realität von Frauen geht. Für mich ist es eine ekelhafte Realität, dass immer noch nicht gilt: „Ja, heißt ja“. Auch wenn es leider faktisch noch immer keine Umkehr der Beweislast gibt, bleibt die Verantwortung viel zu oft bei den Betroffenen hängen. Frauen und Mädchen leben mit einer statistischen Angst vor sexuellen Übergriffen – und jede zweite Frau in Deutschland hat bereits Übergriffe erlebt. Das ist kein Randphänomen. Das ist Struktur. Und genau das macht dieses Buch so kompromisslos sichtbar: Hier ist nicht die Frau schuld. Es sind die patriarchalen Strukturen. Die Machtverhältnisse. Die tief verwurzelten Narrative, die Täter schützen und Betroffene zermürben. Dazu kommt die bittere Wahrheit, dass Frauen sich nicht einmal sicher sein können, dass ihnen in solchen Situationen geholfen wird. Wir leben im Jahr 2026 – und noch immer wird zugelassen, dass ein Körper materiellisiert wird. Dass Grenzen verhandelbar erscheinen. Dass Würde relativiert wird. Die Protagonistin ist dabei ein absolutes Kraftzentrum. So beeindruckend wird ihre Vergangenheit und ihr harter Kampf für ihre Träume erzählt – man spürt jede Entscheidung, jede Entbehrung, jede Ambition. Eine starke Frau, die nicht perfekt ist, aber genau darin so echt wirkt. Ihr Weg ist inspirierend und gleichzeitig tragisch, weil er zeigt, wie selbst Stärke nicht vor strukturellem Unrecht schützt. Nach der ersten Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe es schier verschlungen – ein wahrer Page Turner, der einen immer tiefer hineinzieht. Und gleichzeitig ist es so wundervoll berührend und emotional geschrieben, dass es lange nachhallt. Es ist keine einfache Lektüre, aber eine notwendige. Zwei Aussagen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben, weil sie so verstörend wie entlarvend sind: „Vergewaltigbar“ „Männer bleiben Männer, ein Mädchen wird eine Frau!“ Diese Sätze stehen wie dunkle Gravuren im Text – unbequem, provokant und erschreckend nah an der Realität. „Prima Facie“ ist mehr als ein Buch. Es ist ein feministisches Statement, ein juristisches Dilemma und ein emotionaler Ausnahmezustand in einem. Es zwingt dazu, hinzusehen. Und genau das macht es so unfassbar wichtig.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
17. März
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Rating:5

Prima Facie ist kein leichtes Buch – aber ein wichtiges und hochaktuell! Im Zentrum steht Tessa Ensler, eine brillante Strafverteidigerin aus einfachen Verhältnissen, die fest an das Rechtssystem glaubt – bis sie selbst Opfer sexualisierter Gewalt wird und dieses System plötzlich von der anderen Seite erlebt. Das Buch hat mich tief berührt und auch gleichzeitig wütend gemacht. Sehr interessant und sehr gut erzählt mit einer starken Protagonistin! Sehr empfehlenswert, besonders wer sich für gesellschaftliche Literatur interessiert.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
10. März
Rating:5

Das war heftig! Ich kann kaum in Worte fassen, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Es regt nicht nur zum Denken an, es hinterfragt das System, die Leute, die dieses System geschaffen haben, die, die sich tagtäglich darauf stützen und verlassen. Prima Facie ist ein Aufruf an die Justiz, die Gesellschaft, an alle Menschen da draussen, sich nicht in alteingesessenen Regeln und Angewohnheiten zu verlieren, Täter zu verurteilen statt Opfer weiter zu demütigen. Es ist ein Appell an alle Frauen, für sich und ihre Wahrheit einzustehen, auch wenn die Chance, gehört zu werden, noch so klein zu sein scheint. „Jede Dritte - das sind eine ganze Menge Frauen, die etwas zu sagen haben. Zu viele, um sie zu ignorieren.“ Ein Buch, das wütend macht, ein Roman der nachhallt. Ein absolutes Must-Read und eine grosse Leseempfehlung!

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
9. März
Rating:5

Das war heftig! Ich kann kaum in Worte fassen, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Es regt nicht nur zum Denken an, es hinterfragt das System, die Leute, die dieses System geschaffen haben, die, die sich tagtäglich darauf stützen und verlassen. Prima Facie ist ein Aufruf an die Justiz, die Gesellschaft, an alle Menschen da draussen, sich nicht in alteingesessenen Regeln und Angewohnheiten zu verlieren, Täter zu verurteilen statt Opfer weiter zu demütigen. Es ist ein Appell an alle Frauen, für sich und ihre Wahrheit einzustehen, auch wenn die Chancen, gehört zu werden, noch so klein zu sein scheinen. „Jede Dritte - das sind eine ganze Menge Frauen, die etwas zu sagen haben. Zu viele, um sie zu ignorieren.“ Ein Buch, das nachhallt. Ein absolutes Must-Read und eine grosse Leseempfehlung!

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
4. März
Rating:5

Wenn Gerechtigkeit verhandelt wird …

„Schaut nach links, schaut nach rechts. […] Jede Dritte - das sind eine ganze Menge Frauen, die etwas zu sagen haben.“ Diese Art der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt gegen Frauen hat mich sprachlos zurückgelassen. Suzie Millers Roman ist weniger eine Anklage als eine genaue Untersuchung. Indem sie ihre Protagonistin als Strafverteidigerin zeichnet, verschiebt sie den Fokus: Nicht nur das individuelle Erleben steht zur Debatte, sondern die Struktur, in der dieses Erleben verhandelt wird. Die Perspektive aus dem Inneren des Systems macht die Mechanismen der Justiz sichtbar, ohne sie plakativ zu verurteilen. In der Schlussverhandlung verdichtet sich der Roman zu einer schonungslosen Bestandsaufnahme eines Rechtssystems, das – so heißt es – „[…] von Generationen um Generationen weißer, heterosexueller Männer geformt“ wurde. Das abschließende Plädoyer der Protagonistin ist kein theatralischer Gefühlsausbruch, sondern eine Zuspitzung dessen, was der Text zuvor subtil analysiert hat: die Diskrepanz zwischen juristischer Logik und erlebter Realität. Ein literarisch kluger, gesellschaftlich relevanter Roman, der zum Denken zwingt. Klare Leseempfehlung!

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
26. Feb.
Rating:3

Wichtiges Thema, das Buch hat mir leider trotzdem nicht sehr zugesagt. Achtung Spoiler!

mMn zieht sich die erste Hälfte leider sehr und man fragt sich: Warum gibt es so extrem viele Erläuterungen, Beispiele und Ausführungen in verschiedenen Weisen? Sind diese wirklich alle notwendig? Ich verstehe, dass diese auch dazu gehören, um Tessa und ihren absoluten Glauben ins Rechtssystem zu verstehen...aber mir war es einfach zu langwierig. Schade eigentlich, weil gerade in den Schilderungen nach der Vergewaltigung, als es um die zwischenmenschlichen Interaktionen von Tessa und ihren Freunden/ihrer Familie ging, hat mich das Buch sehr berührt. Dass das Thema aber aufgegriffen wird, find ich wichtig und richtig. Deswegen war es für mich definitiv ein must read.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
22. Feb.
Rating:5

Strukturen werden gebrochen.

Prima Facie hat mir einen intensiven und erschütternden Einblick in die Rechtsprechung gegeben. Besonders gelungen finde ich, dass zunächst ausführlich das Leben der Hauptfigur Tessa erzählt wird, einer erfolgreichen Strafverteidigerin, die fest an das bestehende System glaubt. Zu Beginn hätte ich die Wendung früher erwartet. Im Nachhinein bin ich jedoch dankbar für die ausführliche Vorgeschichte, weil ich mich dadurch viel stärker in Tessa hineinversetzen und ihre Denkweise nachvollziehen konnte, auch wenn mir diese Welt bisher fremd war. Gerade dieser Perspektivwechsel macht das Buch so eindringlich. Als die Wendung schließlich kam, habe ich richtig mitgefiebert. Ich wollte wissen, wie es ausgeht und bekam genau das Ende, welches ich mir gewünscht habe: realistisch und frustrierend. Das Ende macht einen möglicherweise wenigstens ein wenig glücklich, da sie noch sagen konnte, was falsch läuft in diesem System, doch bei mir war die Wut und der Tatendrang die größeren Empfingung zum Ende des Buches. Genau deshalb halte ich dieses Buch für so stark. Es unterhält sehr gut, doch rüttelt auch auf. Es eröffnet eine neue Perspektive auf die Mechanismen des Rechtssystems und darauf, wie schwer es Betroffenen gemacht wird. Es ist erschreckend, wie leicht Täter davonkommen können. Ein Buch, das nicht beruhigt, sondern bewegt.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
21. Feb.
Rating:5

So ein wichtiges Buch!!

Das Buch war von Anfang an spannend und hat mich gefesselt. Ich wusste bereits, dass im Laufe des Buchs irgendwas einschneidendes passieren würde, hatte aber trotzdem die ganze Zeit Hoffnung, dass es nicht so kommen wird. Dieses Ereignis stellt die Protagonistin und ihren Glauben an Gerechtigkeit auf die Probe. Die Geschichte wirkt sehr realistisch und am Ende wurde ich zu Tränen gerührt. Ich kann nur empfehlen dieses Buch zu Lesen, für einen realistischen Einblick in das Leben einer englischen Strafverteidigerin.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
19. Feb.
Rating:3

In der ersten Hälfte zieht sich das Buch ereignis- und belanglos dahin. Interessiert die Auswahl von Perücke, Schuhe und sogar Tupperdose (!) der aufstrebenden jungen Rechtsanwältin Tessa Ensler irgendwen? Mich jedenfalls nicht. Nach etwas mehr als 100 Seiten kommt es zur Schlüsselszene des Buchs: Tessa wird von ihrem Anwaltkollegen Julian vergewaltigt. Im Gerichtsverfahren steht sie, die bislang Sexualstraftäter verteidigt hat, auf der anderen Seite. Sie wird von der Verteidigung so in die Mangel genommen, wie sie es bisher mit Vergewaltigungsopfern getan hat. Dieser Rollenwechsel gibt dem Buch die Brisanz, die sich gegen Ende zur von der Autorin, die selbst Strafverteidigerin war, angestrebten Generalabrechnung mit der Praxis der Sexualstrafverfahren zuspitzt. Trotz einiger Längen auch in diesem Schlussteil kommt hier (endlich) Spannung auf.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
18. Feb.
Rating:5

Aktueller und wichtiger feministischer Roman

Der Roman befasst sich mit Themen der sexualisierten Gewalt, Gerechtigkeit, Macht(strukturen) und Sprache. Dabei wird vor Allem Augenmerk auf die Diskrepanz zwischen persönlicher und rechtlicher Wahrheit gelegt. Im Mittelpunkt steht die Strafverteidigerin Tessa Ensler, die sich aus einfachen Verhältnissen bis an die Spitze gearbeitet hat. Sie glaubt fest an das Rechtssystem, bis sie selbst Opfer sexualisierter Gewalt wird. Ihre darauf folgenden Erfahrungen ändern nachhaltig ihr bisheriges Weltbild. "Prima Facie" fügt sich wunderbar in aktuelle Debatten über #MeToo, strukturelle Ungleichheiten und die Gerechtigkeit eines juristischen Systems, welches Zweifel an einem Tathergang stärker gewichtet als Opferschutz, ein. Von mir klare Leseempfehlung 👍

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
17. Feb.
Rating:3.5

Lässt mich enttäuscht zurück *** enthält Spoiler ***

Ich traue mich gar nicht. bei der allgemein überragenden Bewertung die 3,5 Sterne zu erklären… Vorneweg: es ist mir klar, dass sexualisierte Gewalt gegen Frauen und die niedrige Verurteilungsquote ein wichtiges Thema sind. Trotzdem kann auch ein wichtiges Thema schlecht in einem Roman verarbeitet werden, und das ist hier für mich der Fall gewesen. Tessa ist als Person für mich überhaupt nicht greifbar. Auf der eine Seite wird ihre Kindheit im Armutsmillieu von England beschrieben, dann aber ihre doch selbstbewusste Art, sich in der neuen High Society der Anwälte zurechtgefunden zu haben. Was denn nun? Ich fand sie manchmal regelrecht arrogant, dann wieder super pathetisch. Und die ständigen Nebensätze, die ein „wir hier unten gegen die da oben“ haben raushören lassen, haben mich ernsthaft genervt. Auch für die Story fand ich das nicht unterstützend, weil sie ja durchaus genauso Partei ergreift, wie sie es anderen vorwirft. Insgesamt war das Setting also nichts Neues. Armes Mädchen prallt gegen reichen Jungen, der sich nimmt, wozu er sich im Recht sieht. Ja, das ist abartig und das Rechtssystem lässt einen im Stich. Ist das deshalb ein guter Roman? Nicht, wenn keine Emotionen rüberkommen. Was mich zum nächsten Punkt bringt: Den hier so gepriesenen Schreibstil sehe ich nicht als geradlinig und klar, sondern als steril und protokollarisch. Dadurch - und es tut mir wirklich leid das zu sagen - kam für mich nicht mal bei der Vergewaltigung sowas wie Empathie auf. Nur bei ihrem Monolog am Ende hatte sie mich kurz. Dieser Monolog zeigte durchaus, wie völlig unpassend die Unschuldsvermutung im Falle einer Vergewaltigung ist. Und trotzdem, es gab für mich keine Überraschungen, keine Emotionen und das Ende war auch enttäuschend. Ich habe gelesen, dass das Buch ursprünglich ein Theaterstück ist, das nur durch eine einzige Schauspielerin in einem Monolog getragen wird. Das stelle ich mir tatsächlich interessant vor. Aber in dieser Umsetzung keine Empfehlung.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
17. Feb.
„Warum gehen wir eigentlich automatisch von einer Zustimmung einer Frau aus, die sich nicht ausdrücklich weigert?“
Rating:5

„Warum gehen wir eigentlich automatisch von einer Zustimmung einer Frau aus, die sich nicht ausdrücklich weigert?“

Jede dritte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben physische und/oder sexualisierte Gewalt. Nur jede Zehnte geht zur Polizei. Und die Verurteilungsrate? Ich wage kaum, sie auszusprechen. In „Prima Facie“ geht es um genau diese bittere Realität: die ehrgeizige Stafverteidigerin Tessa wird nach einem Übergriff selbst zur Klägerin und muss feststellen, wie sehr das System die Täter schützt – und wie wenig die Opfer. Ein aufwühlendes Buch, das sprachlos und wütend macht. Ich habe mit Tessa mitgelitten, wollte mit ihr schreien und Gerechtigkeit in dieses kaputte System bringen. Es ist eine gewisse Ohnmacht, die bleibt. Vor allem, wenn man bedenkt, wie lange sich derartige Prozesse hinziehen. Wie viele Tage Opfer aushalten müssen, bis sie vor einem Richter die Tat wieder und wieder durchleben müssen. In diesem Fall waren es 782. „Er kann sich zurücklehnen und weiß, dass er die ganze Verhandlung über kein Wort wird sagen müssen. Wie kann es sein, dass er einfach da sitzen darf, während ich hier warte? Dass er das Ganze einfach aussitzen darf, ohne ins Kreuzverhör genommen zu werden?“

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
15. Feb.
Jede dritte Frau
Rating:5

Jede dritte Frau

„Prima Facie“ begleitet Tessa, eine brillante Strafverteidigerin in England, die fest an das Rechtssystem glaubt und gelernt hat, es strategisch für ihre Mandanten zu nutzen. Sie kennt die Mechanismen von Kreuzverhören, Beweislast und Glaubwürdigkeitsprüfungen und bewegt sich souverän in einer juristischen Welt, in der Fakten und Zweifel über Schicksale entscheiden. Besonders spannend fand ich den Einblick in die Vorgehensweise von Anwältinnen und Anwälten in Strafprozessen und die nüchterne Logik, mit der Aussagen zerlegt werden. Als Tessa selbst Opfer sexueller Gewalt wird, kippt ihre Perspektive radikal. Plötzlich steht sie auf der anderen Seite des Systems, das sie zuvor verteidigt hat. Am Ende der Verhandlung greifen Elemente aus ihrer eigenen Berufslaufbahn auf beklemmende Weise wieder auf und zeigen, wie strukturell es ist, dass Betroffenen so selten geglaubt wird und Täter noch seltener verurteilt werden. Obwohl die Geschichte klar in der modernen Gegenwart verortet ist, wirkt sie zeitlos, weil sie grundlegende Fragen nach Gerechtigkeit, Macht und Glaubwürdigkeit stellt. Für mich war das eine kluge, feministische Erzählung, aus der ich unglaublich viel mitgenommen habe.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
15. Feb.
Rating:2

2,5 Sterne Ab der Gerichtsverhandlung dachte ich beim Hören nur noch: nee, nee, nee. Das Buch hat mich stellenweise ziemlich wütend gemacht. Vor allem, weil ich mir eine tiefere Auseinandersetzung mit dem inneren Konflikt der Protagonistin gewünscht hätte. Ihre moralisch schwierige berufliche Rolle wird für mein Empfinden nicht ausreichend reflektiert und der spätere Perspektivwechsel hätte noch viel stärker in den Mittelpunkt gestellt werden können. Gerade dieser Rollentausch, der eigentlich im Zentrum stehen müsste, bleibt für mich zu wenig besprochen. Auch ihre Reaktion im Gericht hat mich irritiert, wobei ich gleichzeitig merke, wie schwierig es für mich ist zu beurteilen, wie jemand in einer solchen Situation „richtig“ handeln würde. Gleichzeitig steht völlig außer Frage, dass die Botschaft am Ende wichtig und dringend ist und viel lauter besprochen werden müsste!

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
12. Feb.
Rating:5

Burn the patriarchy! 🔥

Das sind sehr wütende 5 Sterne! Eigentlich wollte ich eine halben Stern abziehen, weil es etliche Druckfehler gibt…aber heidewitzka! Das Buch war so gut und hat mich so so wütend und traurig gemacht. Da muss ich erstmal drüber nachdenken. Das Buch sollte in jeder Bibliothek stehen und an jeder Schule gelesen werden. ❤️‍🩹

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag
12. Feb.
Rating:5

Ein außergewöhnliches, wichtiges Werk, das lange nachhallt und zum Weiterdenken zwingt. Ein Buch, das man mit allen Emotionen spürt.

Ein unfassbar intensives, aufrüttelndes Buch, was einem gleichzeitig Mut macht, als auch ermüdet. Das ständige hin-und hergerissen sein im Kampf um Gerechtigkeit, in einem immer noch Männer-dominierten und teils stark anpassungsbedürftigem (Rechts-)system. Gleichzeitig bietet es einen zutiefst lehrreichen und spannenden Einblick in die Welt und Arbeit von Strafverteidigenden und die unausgesprochene aber stets existente Bedeutung von Herkunft und Privilegien . Eine absolute Empfehlung für jeden, ich wurde lange nicht so stark und nachhaltig berührt. Eine von drei.

Prima facie
Prima facieby Suzie MillerKjona Verlag