Ich habe lange nicht mehr ein Buch gelesen, das so vielschichtig war wie Rebekka Salms Wie der Hase läuft. Zwei Familien, ganz viele Personen und jeder hat sein eigenes "Päckli" zu tragen. Und am Schluss weiss man immernoch nicht, ob das jetzt alles so stimmt oder ob die Hauptperson, Teresa, sich das eine oder andere dazugedichtet hat, damit die Löcher in ihrer Familiengeschichte gestopft werden. Es geht um die junge Emma, deren Ehemann Cees in Amsterdam 1943 von einem deutschen Soldaten erschossen wird. Emma flüchtet in die Schweiz und heiratet erneut. Es gibt immer wieder Zeitsprünge in denen wir Dinge über verschiedene Personen erfahren. ZB Muriel, Emmas Tochter, die ein uneheliches Kind kriegt und für ihren Chef, den Metzgermeister Georg schwärmt. Teresa, deren deutscher Grossvater Wede 1943 in Amsterdam stationiert war. Louise, die demente Grossmutter Teresa's, die mit Georg verheiratet ist. Das Buch ist verwirrend und lässt einem mit Fragen zurück und genau das ist es was es so grossartig macht. Die Geschichte lebt von den ganzen Sachen die man zwischen den Zeilen herauslesen kann und jeder Lesende anders interpretiere kann. Rebekka Salm hat ausserdem das Talent mit 2-3 Sätzen ganze Geschichten zu schreiben, die auf verschiedenste Weisen interpretiert werden können. Wer Lust auf ein vielschichtiges Buch hat, bei dem man selber noch ganz viele Geschichten reininterpretieren kann, ist mit Wie der Hase läuft wunderbar bedient. Highlight-Potential! Ps: Rebekka Salms Debüt-Roman Die Dinge beim Namen, ist ähnlich grossartig!
14. Apr.Apr 14, 2024
Wie der Hase läuftby Rebekka SalmKnapp Verlag
