16. Dez.
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Es herrscht Krieg in Hannah Arendts Märchen "Die weisen Tiere". Für die Kinder haben die Erwachsenen keine Zeit, sie müssen arbeiten und auch die Protagonistin, ein junges Mädchen, verdingt sich als Gänsehirtin. Sie liebt die Tiere sehr und als sie eines Tages eine neue Gans zwischen ihrer Gänseschar entdeckt, ist sie sofort fasziniert. Die Gans hat einen schwarzen Fleck auf der Brust - und sucht am Ende des Tages das Weite. Das Mädchen möchte die Gans unbedingt wieder finden und bricht auf eigene Faust auf, um in das Land der Gänse zu reisen, wo sie ihre besondere Gans vermutet. Auf dem Weg dorthin fliegt sie in einem Flugzeug und trifft allerlei berühmte Tiere, die ihr bei der Suche helfen. "Die weisen Tiere" wurde zufällig von der Autorin Hildegard E. Keller bei ihrer Recherche zu einer Arendt-Biografie in einem Archiv entdeckt. Sie transkribierte die auf Luftpostpapier geschriebene Fabel und eröffnet den Lesenden so eine ganz neue Seite von Hannah Arendts Schreiben. Das Märchen ist nicht lang, gerade einmal 80 Seiten umfasst das Büchlein, doch die Heldin der Geschichte erlebt auf diesen wenigen Seiten sehr viel - inklusive Happy End, wie es für ein Märchen üblich ist. Gerade dieses Ende hat mir jedoch leider gar nicht gefallen, es hat die eigentlich so schöne Story für mich eher getrübt, sendet es doch für mich eine eher fragwürdige Botschaft. Abgesehen davon habe ich das Buch aber wirklich gerne gelesen, es ist eine liebe- und fantasievolle Ablenkung vom Alltag und von der Büchergilde besonders gestaltet. Der schimmernde Einband erinnert an Gänsefedern, inklusive schwarzem Fleck, das Vorsatzpapier ist bedruckt mit Ausschnitten aus dem Originalmanuskript von Hannah Arendt. "Die weisen Tiere" eignet sich in meinen Augen besonders gut als Geschenk!

Die weisen Tiere
Die weisen Tiereby Hannah ArendtEdition Maulhelden