15. Juli
Rating:2.5

Eine Enttäuschung

Einen Krimi in der Ich-Form zu schreiben, ist eine Herausforderung, weil alles aus der Perspektive des Erzählers beschrieben wird. Genau das macht die Lektüre dieses Buches schwierig, denn der Erzähler ist der Ermittler und stand dem Opfer sehr nahe. Befangen und betroffen macht er seinen Job als Ermittler mehr schlecht als recht. Wie so oft bei Götschi dreht sich vieles um Sex, Liebe und Betrug. Die Figuren sind teils sehr verschwommen, teils recht klar beschrieben. Orte sind primär Strassen, wie die Räume aussehen, erfährt man nur selten. Dass der Mörder klischeehaft ein Südländer ist, der ein Familienmitglied rächen will, macht das ganze noch schlimmer. Götschi veröffentlicht bis zu drei Bücher pro Jahr und das merkt man den Büchern an. Ein klarer Plot ist da, ein Plan eindeutig vorhanden, aber die Geschichten wirken nicht ausgereift. Als ob die Autorin keinen Wert darauf legt, auf Rhythmus, Stimmung und räumliches Denken zu achten.

Mord im Parkhotel
Mord im Parkhotelby Silvia GötschiCameo Verlag