“Alle waren komisch. Alle waren schlecht. Zusammen gelang es ihnen, zu überleben. Alle konnten sie etwas, das den anderen zum Vorteil gereichte.” Emelie ist Journalistin, kämpft sich aber immer durch befristete Jobs. Sie gibt alles und über ihre Grenzen hinaus, dennoch ist es nie genug. Eines Tages kommt sie morgens aus dem Bett nicht mehr hoch und ust einfach ausgebrannt. Emelie liebte immer die Stadt, das quirlige Leben, die Freizeitangebote, das Wuselige, die Geräusche, doch nun ist ihr alles zuviel - sie sehnt sich nur noch nach Ruhe. Sie packt ihr Zelt und ein paar notwendige Dinge ein und verkriecht sich im Wald. Doch dort muss sie feststellen, dass sie nicht allein ist. Immer wieder sieht sie eine Gruppe von sieben Menschen unterschiedlichen Alters, die singen, tanzen und auch manchmal draußen schlafen. Zunächst beobachtet sie die Gruppe nur aus der Ferne, doch eines Tages steht der eine junge Mann plötzlich vor ihr. Annika Norlin ist hier auf gut 575 Seiten ein faszinierender Roman gelungen, der einen von Anfang an mitnimmt und vereinnahmt. Nach und nach erfahren wir in Rückblicken die Geschichte der einzelnen Personen und wie sie zueinander gefunden haben. Hat sich hier eine kleine Glaubensgemeinschaft gebildet oder gar eine Sekte? Oder sind es einfach nur Außenseiter, die einen Platz im Leben suchen? Ihr ahnt es, jede Person hat ihr Päckchen zu tragen und doch ist es keine bloße Ansammlung von tragischen Geschichten. Norlin beweist hier eine außerordentlich feine Beobachtungsgabe von Mensch und Natur, wie Kindheit und Jugend und Erlebnisse Menschen prägen, wie ein stark ein Gefühl und der Wunsch nach einem Zuhause und nach Geborgenheit dein kann, auch wenn es ein zusammengewürfelter Haufen von Menschen ist, die sich zwar nicht gesucht, aber dennoch gefunden haben und sich der Außenwelt entziehen Und was passiert, wenn jemand von Außen in dieses Gefüge dringt und zwei Welten aufeinanderprallen? Ein wahnsinnig interessanter und vieschichtiger Roman über Zugehörigkeit, Gruppendynamik, Macht, Liebe und Moral.
Interessante Thematik! Ein Mix aus Gesellschaftskritik, spannenden Charakterstudien, unterschiedliche Lebensläufe und ein Leben in der Natur!
Wow, dieses Buch hat es in sich. Eine Geschichte über Menschen, wie die Vergangenheit uns prägt, wie Gesellschaften im Mikrokosmos funktionieren und warum wir tun, was wir tun. Dazu noch eine große Portion Naturliebe, denn die Geschichte spielt in den Wäldern Schwedens. Eine bewegende Geschichte voll mit den Themen unserer Zeit, ohne überladen zu wirken und am Ende des Lesens habe zumindest ich mich gefragt, ob ich mehr Unbehagen hätte spüren müssen. Warum? Dazu müsst ihr selbst das Buch lesen. ;)
Wow, endlich mal wieder ein Klopper mit Suchtpotential! Sprache toll, Figurenzeichnung toll, Stimmung toll. Erstes Lesehighlight in 2026.
Eine von Burn-Out geplagte junge Frau steigt aus und „versteckt“ sich im Wald, einfach erst mal raus. Dort entdeckt sie aus der Ferne eine Gruppe von 7 Menschen, die durch ihre besondere Gruppendynamik ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Klingt vielleicht erst mal so semi-spannend. Aber dann knöpft sich der Text die Einzel-Schicksale vor. Und diese sind so emotional und vielseitig, wie ich es schon lange nicht mehr gelesen habe. Es ist ein wilder Mix aus 7 gequälten Seelen, die absolut lost in der Gesellschaft sind und eher unbewusst als bewusst abseits der Zivilisation eine ganz eigene Kolonie gegründet haben. Manch einer denkt jetzt unweigerlich an eine Sekte oder an eine Hippie-Kommune. Und ja – dieser „Haufen“ besitzt durchaus etwas Kultiges. Doch statt einer funktionierenden Utopie verkörpert er eher ein fragiles Miteinander, das uns mehr über unsere menschlichen Sehnsüchte als über echte gesellschaftliche Alternativen erzählt.
Ein Haufen Menschen oder Ameisen? 🐜
Tatsächlich habe ich mir das Buch gekauft, weil ich das Gefühl hatte, einem gewissen Gruppenzwang zu unterliegen. Der Stein wurde durch meine Lieblingsbuchhändlerin und ihrem Instakanal losgetreten. Naja und ich finde, Emelie wollte auch wo dazu gehören. Also Thematisch schon mal richtig. 👍🏻 Jedoch ist das Genre weit ab von meinen Lieblingsbüchern „Krimi, Thriller und Fantasy“. Verschlungen habe ich es trotzdem. Es liest sich sehr leicht, literarisch wertvoll. Leider nur kann ich mit der nordischen Kühlheit, wenn es um emotionale Themen geht wenig anfangen. Diese erreicht mich dann nicht. Zu entdecken gibt es sehr viele aktuelle Themen und in der Mitte ist auch endlich der rote Faden zu einem ganzen Gebilde geworden. Leider hat sich das für mich nicht bis zum Ende gehalten. Ein wenig wie ein Kreis, bei dem alles in die Mitte zieht und zusammenkommt, um dann wieder rückwärts zu gehen und auseinanderzugehen. Dennoch guter Jahresabschluss gewesen.

»Wir sind alles Menschen, denen es schwerfällt, es woanders okay zu finden. Hier haben wir uns ein Leben nach unseren eigenen Regeln aufgebaut.«
Emelie ist wegen ihres Jobs komplett fertig und weiß, ihr Leben muss sich komplett ändern. Sie zieht sich zurück, mitten in die Natur, in einen Wald. Dort merkt sie schnell, dass sie nicht alleine ist, sondern stößt bald auf eine Gruppe Menschen, die am Rand des Waldes in einer Kommune zu wohnen scheinen und stets darauf bedacht sind, im Einklang mit der Natur zu leben. Mehrere Tage beobachtet sie die sieben, bis sie auf Låke, den jüngsten von ihnen trifft. Was sie nicht weiß – wir Leser*innen dagegen im Laufe des Buchs erzählt bekommen – jede*r von ihnen hat ihre/ seine eigene bewegende Geschichte, weswegen sie so geworden sind und sich für ein Leben abseits jeglichen gesellschaftlichen Lebens entschieden haben. Der Klappentext verriet nicht allzu viel und ließ Raum für Spekulationen. Umso neugieriger war ich und zudem voller Hoffnung auf eine packende Umsetzung, die mich von Anfang an sogartig mit sich riss. Die vielen wichtigen Themen – z.B. die Ausbeutung von Tieren, die Zerstörung unserer Natur oder sexualisierte Gewalt – wurden weder gezwungen noch beiläufig erwähnt, sondern von der schwedischen Autorin Annika Norlin hinsichtlich der Handlung stimmig, mal feinfühlig und mal drastisch, verwoben. Ich liebe dicke Bücher, wenn sie toll geschrieben sind und man regelrecht in der Geschichte versinken kann, weil sie einen mit jeder Seite packt. Genauso ging es mir mit diesem Buch. Ich habe mich darin oft wiedererkannt, habe mitgelitten, mich gefreut und nach dem Buch fühlt es so an, als wäre ich selbst Teil des „Haufens“ gewesen, der sich eskapistisch gegen jegliche Zivilisation ausgerichtet hat.





