
Was zunächst wie eine humorvolle Fantasy-Parodie begann, entfaltet sich hier zu einem überraschend tiefgründigen und stellenweise erschütternden Drama. Der Band knüpft direkt an die Ereignisse rund um Helcks Vergangenheit an und genau hier liegt seine größte Stärke. Endlich bekommen wir ein klareres Bild davon, wer Helck wirklich ist und was ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist. Besonders die Rückblicke auf seinen Bruder Cless sind unglaublich intensiv. Zu sehen, wie Cless als gefeierter Held der Menschen langsam dem Wahnsinn verfällt, gehört zu den stärksten Momenten der gesamten Reihe. Die Verzweiflung, die Hilflosigkeit und vor allem Helcks Schmerz darüber - sind greifbar und treffen härter, als man es von einem Manga erwartet, der anfangs so leichtfüßig wirkte. Auch die Enthüllungen rund um das Imperium und die „Erweckung“ der Menschen sorgen für eine düstere Wendung. Die Art und Weise, wie Menschen zu willenlosen Soldaten gemacht werden, verleiht der Geschichte eine beklemmende Tiefe und wirft moralische Fragen auf, die lange nachhallen. Helcks unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen wirkt dadurch noch tragischer und gleichzeitig bewundernswert. Auch zeichnerisch überzeugt der Band auf ganzer Linie. Die Mimik der Charaktere – insbesondere Helcks Emotionen sind unglaublich stark eingefangen. Actionsequenzen sind dynamisch, aber es sind die ruhigen Panels, die wirklich im Gedächtnis bleiben. Unterm Strich ist Helck Band 5 ein absoluter Wendepunkt der Serie. Emotional, düster, packend und mit einer erzählerischen Wucht, die man so nicht kommen sieht. Wer bis hierhin dabei ist, wird nicht nur belohnt, sondern regelrecht mitgerissen. Ein Band, der zeigt, wie viel Tiefe in Helck wirklich steckt und warum die Reihe weit mehr ist als nur eine Fantasy-Geschichte mit Humor.

