12. Apr.
Rating:4

In “Hotel Amerika” erzählt Maria Leitner vom Kampf Klasse gegen Klasse auf nur wenigen Etagen. Im New Yorker Hotel Amerika lässt es sich mit allen Annehmlichkeiten leben - wenn man die nötigen Mittel dafür hat. Diejenigen, die für die Annehmlichkeiten zu sorgen haben, sind oft Migrant*innen, immer ohne Alternative und hausen in heruntergekommenen Quartieren. Eine von ihnen ist die junge Shirley, die heute ihren letzten Tag im Hotel hat. Denn morgen wird ihr Freund sie in eine glänzende Zukunft entführen. Er hat es versprochen! Deshalb kann sie diesem letzten Tag unerschrocken ins Gesicht blicken. Maria Leitner war eine politisch sehr engagierte Schriftstellerin, die aufgrund dessen mehrfach emigrieren musste und 1942 unter furchtbaren Umständen in Marseille starb. Ihrer schriftstellerischen Existenz war sie da schon lange beraubt - "Hotel Amerika" stand seit 1933 auf der Liste zu verbrennender Bücher. Leitner nutzt den kontrastreichen Hintergrund eines Luxushotels für ihre Erzählung über Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Skrupellosigkeit in der US-amerikanischen Gesellschaft. Die vorlaute und charmante Shirley bringt dabei die Dynamik in den Roman, die er braucht, um nicht zum Lehrstück über die Organisation der Arbeiter*innenklasse zu werden. An etlichen Stellen zuckt man zusammen aufgrund der rassistischen Stereotype, die von der Autorin bedient werden. Auch ihr Vokabular umfasst Begriffe, die man heute völlig zurecht nicht mehr verwendet. Hier muss man den Text wohl als Produkt seiner Zeit begreifen und zumindest begreift Leitner die Multikulturalität New Yorks ausschließlich als Gewinn und Chance. “Hotel Amerika” erzählt von einem einzigen aber sehr ereignisreichen Tag und von der gnadenlosen Macht des Geldes. Liebe, Verrat, verletzter Stolz und ein waschechter Aufstand kommen auch noch vor. Ein lesenswertes Dokument der 1920er Jahre und den gnadenlosen Gesellschaftsregeln dieser Zeit.

Hotel Amerika
Hotel Amerikaby Maria LeitnerEdition Mokka
11. Sept.
Rating:3

Von diesem Buch hatte ich mir sehr viel mehr versprochen. Irgendwie konnte die Geschichte mich nicht richtig erreichen. Der Plot an sich ist sehr gut, jede Figur hat eine eigene Geschichte, aber irgendwie konnte ich wohl mit dem eher trockenem Schreibstil nicht so richtig warm werden. Das Nachwort von Katharina Prager über die Autorin fand ich jedoch sehr lesenswert. Dieses Nachwort mit der Biographie über die Autorin Maria Leitner hat mir besser gefallen und war spannender als der Roman selbst. "Hotel Amerika" gehörte zu den ersten Büchern, die von den Nationalsozialisten verbrannt wurden. Es ist schon zu erkennen, welche nach wie vor gültige gesellschaftskritische Kraft in diesem klugen Buch steckt. Deshalb eine Leseempfehlung für Leser, die Interesse an dem 1920 Jahren in Amerika haben.

Hotel Amerika
Hotel Amerikaby Maria LeitnerEdition Mokka
18. Okt.
Rating:3.5

Maria Leitners "Hotel Amerika" (1930) ist ein eindringlicher sozialkritischer Roman, der das Leben von Einwanderern in den USA zur Zeit der Weltwirtschaftskrise beleuchtet. Die Protagonistin erlebt die Härte des amerikanischen Traums, der für viele zur Illusion wird. Leitner beschreibt mit nüchternem, journalistischem Stil die Arbeitslosigkeit, Ausbeutung und Ungleichheit, die den Alltag der Figuren prägen. Durch eindringliche, authentische Porträts von Menschen am Rande der Gesellschaft gelingt es ihr, die Schattenseiten des Kapitalismus offen zu legen. Ein wichtiges, ungeschöntes Werk, das auch heute noch aktuell wirkt.

Hotel Amerika
Hotel Amerikaby Maria LeitnerEdition Mokka
26. Juni
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Rating:3

Die Wäscherin Shirley träumt von einem besseren Leben als reiche Dame - dem Leben voller Entbehrungen und Schikanen als Angestellte in einem New Yorker Luxushotel möchte sie gerne entkommen. Einen vermeintlichen Ausweg bietet ihr der zwielichtige Mr. Fish, der jedoch ganz eigene Ziele verfolgt. Auch das schwedische Zimmermädchen Ingrid und der deutsche Küchenjunge Fritz haben mit der harten Arbeit und anstrengenden Hotelgästen zu kämpfen. Langsam spitzen sich die Ereignisse im Hotel zu, die Arbeitnehmenden werden immer unzufriedener und proben den Aufstand - aber ist die Zeit für einen Streik schon reif? Maria Leitner beobachtet in ihrem 1930 erschienenen Debütroman "Hotel Amerika", der als eines der ersten Bücher von den Nationalsozialisten verboten wurde, durch die Augen ihrer Figuren hindurch einen Tag im Hotel aus Sicht der Angestellten. Sie beschreibt die Ausbeutung und die harte Arbeit, denen das Hotelpersonal täglich ausgesetzt sind und wie ausweglos die Situation für die meisten von ihnen ist. Streiks gestalteten sich zu dieser Zeit noch schwierig, eine Arbeit zu finden war fast unmöglich und schlechte Arbeitsbedingungen deshalb zu erdulden. Leitners Protagonist*innen hören trotzdem nicht auf zu träumen und sich solidarisch zu zeigen. Die Geschichte spitzt sich zum Ende hin immer mehr zu und gewinnt an Dynamik, die ich jedoch im Mittelteil des Buches etwas vermisst habe. Gestört hat mich, dass in dieser wirklich sehr schön gestalteten Neuauflage diskriminierende Sprache gebraucht wird - das ist in meinen Augen absolut nicht zeitgemäß und gerade bei einem neu aufgelegten Buch eine vertane Chance. Ich freue mich trotzdem, dass ich Maria Leitner durch die Reihe der Klassikerinnen des Reclam-Verlags kennen- und schätzen lernen durfte und finde gerade auch die Autorin selbst sehr spannend. Vielleicht werden weitere Werke Leitners wiederentdeckt, das würde mich freuen!

Hotel Amerika
Hotel Amerikaby Maria LeitnerEdition Mokka
15. März
Rating:4

In dem Buch geht es um den amerikanischen Traum und das er sich doch nicht so leicht erfüllt, wie man es sich vorstellt. Es wird ein Tag in einem Luxushotel aus Sicht der niedrigsten Angestellten erzählt. Mich hat es interessiert, mit welchen Problemen die Menschen zu kämpfen hatten und teilweise heute noch haben. Obwohl der Roman bereits 1930 veröffentlicht wurde, sind die Themen immer noch aktuell. Das Buch ist schwer zu lesen, da der ursprüngliche Schreibstil erhalten geblieben ist. Man kann sich aber reinfuchsen. Ich finde es gut, dass der Verlag das Ursprungswerk erhalten hat. Daher werden auch Wörter verwendet, die wir nicht mehr nutzen. Einen entsprechenden Hinweis gibt es im hinteren Teil des Buchs. Dieses Buch ist für alle geeignet, die gerne über authentische Beschreibung von Lebensumständen lesen.

Hotel Amerika
Hotel Amerikaby Maria LeitnerEdition Mokka
10. März
Rating:4

Tolles Buch. Ein Tag in einem Hotel in Amerika Anfang des 19. Jahrhunderts. Von der Oberschicht bis zu ganz unten, den Scheuerfrauen, Wäscherinnen usw.. die verschiedenen leben und Schichten sind gut beschrieben und man hat einen guten Eindruck, wie es früher war.

Hotel Amerika
Hotel Amerikaby Maria LeitnerEdition Mokka