Reutlingen 15. Jahrhundert …. Das Waisenkind Georg wächst in einem Beginenhaus auf. Kaum das 6. Lebensjahr erreicht, wird dieses von der örtlichen Inquisition geschlossen. Georg gelingt es durch Zufall zu entkommen. Aus Angst vor dem Waisenhaus streift er einige Tage einsam durch das Reutlinger Umland, bis er von dem umherziehenden Bader Michel aufgelesen wird, der ihn als sein Mündel annimmt. Nach 4 Jahren gemeinsamer Wanderschaft finden Sie den Lehrjungen Bertram mit einigen schlimmen Verletzungen im Straßengraben liegen. Nachdem sie ihn halbwegs aufgepäppelt haben, trennen sich ihre Wege vorerst wieder. Georg und Michel zieht es weiter nach Straßburg, während Bertram nur von seinem ehemaligen Lehrmeister dort fliehen will. Kaum angekommen wird Michel bei einer Auseinandersetzung (Welches ist das beste Bier der Welt?) tödlich verletzt. Erneut auf sich alleine gestellt bleibt Georg nichts anderes übrig, als Michels Wagen und Gerätschaften zu verkaufen. Auf der Suche nach Arbeit, um sich fortan selbst seinen Lebensunterhalt zu verdienen, bewirbt er sich ausgerechnet beim Brauherren Daniel Fischer, Bertrams ehemaligen Lehrmeister, der ihn auch so zugerichtet hat. Doch wider Erwarten gelingt es Georg, durch seine unempfindliche und loyale Art, mit dem cholerischen Daniel zurecht zu kommen. Schon bald steigt er zu dessen Protégée auf und erfährt die Geheimnisse des Bier Brauens. Bei einer Stippvisite in Straßburg wird der kaiserliche Konvoi auf das Brauhaus Daniel Fischers aufmerksam. Dem Kaiser (Friedrich III.) wird schon länger wegen einer Gastritis von seinem Leibarzt geraten, von Wein auf Bier umzusteigen. Da Daniel seinen Wohnort nicht verlassen will, „verkauft“ er ihnen den nun 18 jährigen Georg der fortan ausschließlich sein Bier für den Habsburger Kaiser und dessen Hof in Wiener Neustadt braut. Von seinen Magen Beschwerden geheilt schickt Friedrich Georg in den kommenden Jahren als „kaiserlichen Bierkieser“ auch auf Wanderschaft. Er soll dafür sorgen das fortan überall im Reich Bier in gleich bleibender, guter Qualität vorhanden ist. Auf seinen kommenden Reisen stellt Georg nicht nur die Weichen für das noch heute geltende „Münchner Reinheitsgebot“, sondern begegnet auch vielen faszinierenden, historischen Persönlichkeiten. Dabei durchlebt er eine unglückliche, weil nicht standesgemäße Liebe. Erfährt am eigenen Körper einen mittelalterlichen LSD Trip in Mainz. Begegnet Bertram noch das ein oder andere Mal. Und klärt ganz nebenbei noch eine Mordserie in Augsburg auf. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ „Das Erbe des Bierzauberers“ ist der zweite Band von Günther Thömmes Bierzauberer Reihe. Die Bände können allerdings auch unabhängig voneinander ohne Probleme gelesen werden. Man merkt sofort, dass der Autor ein großer Fan des kalten Hopfenblütentees ist. Es gibt viel über die verschiedenen Brautechniken der damaligen Zeit zu lernen. Und es ist interessant welche Brauereien es bis heute noch gibt. Selbst ich als Fränkin habe mir vorher nie Gedanke darüber gemacht, wie lange es beispielsweise schon das Hofer Schlappenbier, oder das Bamberger Rauchbier gibt. Auch die realen, historischen Personen sind gut in die Geschichte eingearbeitet. Ich hab mich häufig dabei erwischt, nach verschiedenen Charakteren zu googeln, um herauszufinden wie es mit ihnen weiter ging. Alles in allem eher ein Buch für Historien-Fans als für Krimi-Liebhaber. Und ein Muss für alle Bier Gourmets dort draußen, die sich sicherlich noch den einen oder anderen Geheimtipp abholen können.
17. Nov.Nov 17, 2022
Das Erbe des Bierzauberersby Günther ThömmesGmeiner-Verlag
