23. Apr.
Rating:4

Vernunft gegen Instinkt. Wenn Traditionen auf unkontrollierbare Leidenschaft treffen. Ein Herzschlag-Duell.

Nora Roberts beweist in diesem dritten Band der Reihe erneut ihr Talent für einen flüssigen und atmosphärisch dichten Schreibstil. Das Setting besticht durch den reizvollen Kontrast zwischen modernen amerikanischen Lebensentwürfen und den tief verwurzelten Traditionen einer ukrainisch-stämmigen Familie. Beim Lesen entsteht eine greifbare Spannung, da Roberts die Leidenschaft nicht nur als körperlichen Akt, sondern als fast elementare Kraft darstellt, die den wohlgeordneten Alltag der Figuren völlig auf den Kopf stellt. Der Einstieg gelingt meisterhaft, weil die Alltagsmagie im Kleinen, wie gemeinsame Essen oder familiäre Rituale, eine Erdung verleiht, die den Leser sofort in den engen Kreis der Familie aufnimmt. Die psychologische Charakterstudie der Protagonisten ist das Herzstück des Romans. Es geht um den klassischen Konflikt zwischen Vernunft und Instinkt, wobei Roberts die innere Zerreißprobe sehr authentisch beschreibt. Die starken Frauenfiguren zeigen eindrucksvoll, dass berufliche Härte und emotionale Weiblichkeit kein Widerspruch sind. Besonders spannend ist das Motiv der "Eroberung", das hier wie ein emotionales Schachspiel inszeniert wird, bei dem das langsame Einreißen von Schutzmauern im Vordergrund steht. Ein kritischer Blick lässt sich jedoch auf die kulturelle Darstellung werfen. Manche Klischees werden zwar thematisiert, wirken in ihrer Auflösung aber bisweilen etwas formelhaft, was der Geschichte einen Hauch von Vorhersehbarkeit verleiht. Die Dynamik der Familie fungiert dabei gleichermaßen als sicherer Hafen wie als Quelle von Erwartungsdruck, was die Handlungen der Figuren zwar logisch begründet, sie aber manchmal in ihrer individuellen Entfaltung bremst. Der Lesespaß ist für Fans von Roberts gewohnt hoch, da die Liebesgeschichte als Katalysator für die Heilung alter Wunden dient und eine hohe emotionale Dichte aufweist. Das emotionale Resümee ist hoffnungsvoll und unterstreicht die Botschaft, dass manche Begegnungen unvermeidlich sind. Ein kleiner Abzug in der Bewertung erfolgt aufgrund der Tatsache, dass die kulturelle Identität zwischen zwei Welten zwar ein starkes Thema ist, die Konflikte daraus aber zugunsten der Romantik manchmal etwas zu reibungslos gelöst werden. Ich empfehle das Buch allen, die tiefgründige Familiengeschichten mit einer ordentlichen Portion Leidenschaft schätzen und gerne beobachten, wie die Vernunft gegen die Vorsehung den Kürzeren zieht. Wissenswertes Nora Roberts greift in der "Wild Ukrainians"-Saga (Originaltitel: The Stanislaskis) ein Thema auf, das in der zeitgenössischen Romance oft als "Cultural Heritage Romance" bezeichnet wird. In "Gegen jede Vernunft" (Originaltitel: Convincing Alex) stellt sie die Balance zwischen Integration und Tradition in den Fokus. Die Reihe ist berühmt dafür, wie sie die Komplexität von Einwandererfamilien in den USA über mehrere Generationen hinweg porträtiert, wobei Roberts ihren Status als eine der produktivsten und erfolgreichsten Autorinnen des Genres nutzt, um universelle Fragen nach Heimat und Zugehörigkeit mit klassischer Unterhaltungsliteratur zu verknüpfen.

Die Stanislaskis / Gegen jede Vernunft
Die Stanislaskis / Gegen jede Vernunftby Nora RobertsMIRA Taschenbuch
26. Mai
Rating:5

Ein lustiges Buch mit tollen Charakteren. Zackary wollte zwar schnell was von ihr aber durch die Sorge um sein Bruder hat man das nicht gemerkt was ich schön fande zu lesen. Rachel eine sehr Berufstätige Frau was mir sehr gefallen hat da Software eher selten geschrieben wird. Nick war zu beginn sehr anstrengend und ich mochte ihn auch nicht wirklich bis kurz vor Schluss. Was mir sehr gut an dem Band gefallen hat ist das darstellen von Familien das nicht immer nur Blutsverwandschaft notwendig ist um eine richtige Familie zu sein.

Die Stanislaskis / Gegen jede Vernunft
Die Stanislaskis / Gegen jede Vernunftby Nora RobertsMIRA Taschenbuch