16. Apr.
Rating:4.5

Ach wie toll, sehr angenehmer Stil. Viele mir bekannte Gedanken, vieles, was viele Frauen fühlen aber nie aussprechen hier in Worte verpackt. Sie bring dieses Gefühl der Fremdbestimmtheit so wunderbar auf den Punkt. Und bitte einmal ein Glas Wasser ins Gesicht dieser Schwiegermutter...

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
29. Apr.
Rating:3

Andrea ist Mitte 30 und führt seit ihrer Jugend eine Beziehung mit Georg. Zusammen ziehen, heiraten und sich somit festlegen möchte sie nicht, zu stark sind ihre Bindungsängste, zu groß ihre Verlustängste, um tatsächlich Veränderungen zuzulassen. Mit einer ungewollten Schwangerschaft verlässt sie mehr und mehr ihre Abwehrhaltung und passt sich den Erwartungen ihrer Umgebung an, wird zunehmend passiv in ihrer Lebensgestaltung und lässt den Leser mithilfe ihrer Tagträume schonungslos an ihrem Seelenleben teilhaben. Die Grundstimmung dieses Romans ist eher depressiv und die stellenweise stattfindende Selbstsabotage lässt einen nur mehr als einmal kopfschüttelnd zurück, doch wenn man ehrlich ist, findet man sich ein Stück weit doch in ihr, ihren Ängsten, Wünschen und Vorstellungen wieder, denn in jeder (gescheiterten) Beziehung kommt man an einen Punkt, an dem man beginnt zu reflektieren: "Vielleicht ist es nur die Vorstellung von dir, die ich vermisse. Die Vorstellung von uns, wie wir sein wollten."

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
1. Apr.
Rating:3

Starker Start, schwaches Ende

In den ersten Kapiteln war ich total mitgerissen vom kurzweiligen, schnellen Schreibstil der Autorin. Leider hat sich die Geschichte für mich im Schreibstil, etwa nach der Hälfte des Buches, verloren. Durch die Passivität der Hauptprotagonistin fiel es mir sehr schwer mit ihr mitzufühlen, außer wütend auf sie sein, wenn sie in der Schwangerschaft raucht und trinkt - das ging gut. Es fiel mir so schwer zu verstehen, warum sie dieses Leben so über sich ergehen lässt. Ich wollte sie am liebsten schütteln. Zum Ende hin war ich dann durch die ganzen Wasser-Metaphern komplett lost und konnte nicht mehr folgen.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
24. März
Rating:3

Andi wird ungewollt schwanger. 9 Monate begleiten wir sie.

Spannendes Thema, aber leider konnte es mich nicht mitreißen. Durch die sachliche Schreibweise hatte ich das Gefühl immer auf Abstand gehalten zu werden. Ich war genervt von den Menschen in Andis Leben, habe aber nie so richtig mit Andi mitgefühlt. Was mich auch gestört hat, waren die nächtlichen Träume. Absurde Träume zu erzählen ist immer nur für eine Person interessant: dem Erzähler. Ich habe mich beim Lesen nur gewundert, was die Autorin mir damit sagen möchte und die Schultern gezuckt.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
22. März
Beklemmung pur. Man will die Protagonistin schütteln und schreien: "LAUF WEG!"
Rating:4

Beklemmung pur. Man will die Protagonistin schütteln und schreien: "LAUF WEG!"

Dieser Roman erzählt meinen persönlichen Abraum: Innerhalb einer eigentlich längst toten Beziehung ungewollt schwanger werden, sich mehr aus externen Gründen für das Kind entscheiden, um dann in Zeitlupe in ein Leben abzurutschen, was man niemals für sich wollte.. Das Buch lebt (oder stirbt?) von kurzen Sätzen, passiver wörtlicher Rede, sich gleichenden Ab-/ Satzmustern und generell Repetition. Und kurz bevor dieser Schreibstil anfängt zu nerven oder langweilen, merkt man erst, wie gut das passt zu dem eintönigen Alltag, den sich wiederholenden Fragen, Zweifeln und Albträumen. Letztere sind geprägt von immer größer werdenden Wassermassen, Wellen, Stürmen: "Aber vielleicht zieht dieser Strudel nur mich nach unten, während du sorglos an der Oberfläche weiterschwimmst." Starkes Bild. In der Traumdeutung ist Wasser (je nach Ausformung) ein Symbol für (unterdrückte) Emotionen und auch ein Hinweis speziell auf das Verhältnis zur eigenen Mutter, was hier ebenfalls häufig thematisiert wird. Mich persönlich holte der Blickwinkel auf das Thema sehr ab, allerdings würde mich auch interessieren, wie sich die Erzählung für Personen liest, die sich eben genau dieses Lebensmodell wünschen oder bereits un-/glücklich leben..

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
12. Aug.
Rating:3

"Ständig versuchst du, mich zu verbiegen, bis ich nicht mehr weiterkann, bis ich zusammenbreche und liegen bleibe. Bis da nichts mehr bleibt von mir." - Seite 50 Andrea ist 35 Jahre alt und möchte sich, was ihre Zukunft betrifft, nicht festlegen. Im Gegenzug zu ihren langjährigen Freund Georg. Er möchte heiraten und eine Familie gründen - für sie jedoch ausgeschlossen. Als die Beiden aus ihren gemeinsamen Urlaub zurückkommen, stellt Andrea fest, dass sie schwanger ist. Dies verändert alles - sie wird in ein Leben gedrängt, dass sie gar nicht möchte... Das Buch "Jesolo" stand schon sehr lange auf meiner Wunschliste - die Thematik ist äußerst interessant und wird viel zu selten behandelt. Nachdem ich den Roman beendet hatte, fragte ich mich, wie man solch' eine geniale Idee vergeigen kann? Die Geschichte hatte definitiv Potenzial, allerdings hat mir die Umsetzung nur bedingt gefallen. Der Anfang (der gemeinsame Urlaub in Jesolo) ist Tanja Raich äußerst gut gelungen. Man hat einen guten Einblick in Andreas Gefühlswelt und ihre Beziehung erhalten. Danach verliert sich die Geschichte immer mehr - es gibt zu viele Handlungs- und Zeitsprünge. Auch die Schwangerschaft steht nicht im Fokus. Am Anfang konnte ich Andrea gut verstehen - ich kann durchaus nachvollziehen, wie es ist, an einer Beziehung festzuhalten, die auf Dauer nicht funktionieren kann, weil sich beide in ganz andere Richtungen entwickelt haben. Später wurde sie mir mit jeder Seite unsympathischer. Sie entscheidet sich bewusst für ein Kind und somit für ein Leben, das sie gar nicht möchte. Warum? In einer Zeit, in der Abtreibung möglich ist, muss sich niemand in die Mutterrolle drängen lassen. Doch diese Möglichkeit ist für Andrea nur kurz ein Thema. Außerdem hat sie mich mehrmals sehr wütend gemacht - in der Schwangerschaft rauchen und Alkohol trinken geht gar nicht! Ich musste das Buch öfters auf die Seite legen um über das Gelesene nachzudenken. Es bleiben viele Fragen offen und das Ende der Geschichte leistet dazu seinen erheblichen Beitrag. Wer ist Andrea? Hat sie überhaupt eine Persönlichkeit? Wie kann eine Frau, die derart auf ihre persönliche Freiheit pocht ihre Stimme verlieren und andere über ihr Leben entscheiden lassen? Wieso entscheidet sie sich bewusst für ein Kind, obwohl sie ihr/ihm niemals gerecht werden kann bzw. es niemals lieben kann, weil sie/er sie selbst immer an das erinnern wird, dass sie aufgegeben hat? Fragen über Fragen... Eine Geschichte, die zum Denken anregt.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
28. Mai
Rating:2

Puhhh ein Buch das mich frustriert und irgendwie so genervt zurücklässt. Ich fand es nicht dem Potential entsprechend überzeugend.

Ich mochte den Schreibstil von Tanja Raich sehr gerne, aber die Geschichte bzw die Erfüllung jeglicher Klischees nein danke....die Übergriffigkeit in extremster Form durch die Schwiegermutter, die Gleichgültigkeit und das 'klein redens' durch Georg und diese Kraftlosigkeit und irgendwie auch Selbstaufgabe von Andrea. Mir war das von allem zu viel, ich hätte Andrea gerne zur Seite genommen und gefragt 'was willst du? Nicht alle andern, nur du?'. Ich kann nachvollziehen, dass vermutlich u.a. genau so eine Reaktion gewünscht ist. Ich bin dabei, dass genau solche Situationen in Büchern auftauchen müssen. Aber mir fehlte der 'Ausbruch/Aufschrei'.... Ausserdem ist mir Titel und -bild hier so unschlüssig für mich, ausser das in Jesolo alles angefangen hat und vermutlich unter jedem dieser Sonnenschirme sich so ein Drama befindet? Das offene Ende kann ich insofern nachvollziehen, damit der eigenen Vorstellungskraft alle Wege offen bleiben, aber mich hat das Buch nicht gefangen. Leider kein beglückter Jubelmoment für mich.....

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
26. Mai
Rating:3

Naja.

📌 "Das musst du wissen, bevor du ein Kind in die Welt setzt. Du musst dich von allen Illusionen lösen. Nichts bleibt nämlich, wie es vorher war. Und das erste Jahr mit Kind wird das anstrengendste Jahr deines Lebens. Nur, dieses Mal kannst du nicht aufgeben." - S. 164 Andrea, gefangen in einer Gewohnheitsbeziehung, wird ungewollt schwanger und erlebt neun Monate lang das Gefühlschaos einer werdenden Mutter. Fand ich sehr nüchtern und sachlich geschildert und gewöhnungsbedürftig, durch mangelnde wörtliche Rede. Kann man zwar ganz gut lesen, muss man aber nicht.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
12. Mai
Jesolo überzeugt mich als Stadt nicht, aber das Buch ist eine Wucht!
Rating:5

Jesolo überzeugt mich als Stadt nicht, aber das Buch ist eine Wucht!

Jesolo hinterlässt ein Gefühl, wie nur künftige Lieblingsbücher es vermögen. Als Mama eine absolute Empfehlung, aber auch für alle Anderen. Denn eins haben wir immer gemeinsam: Wir entspringen alle dem Meer im Bauch unserer Mutter. 5/5 ☆

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
12. Feb.
Rating:3

2017 veröffentlichte Orna Donath ihre Studie "Regretting Motherhood". Darin schildern Frauen u.a. wie es dazu kam, dass sie Mutter wurden obwohl ihnen klar war, dass sie das eigentlich nicht möchten. Aus Liebe zu einem Mann, aus Gesellschaftlichem Zwang, aus fehlendem Mut gegen den Strom zu schwimmen. In Jesolo begegnen wir im Kern einer Frau, die große Probleme mit ihrer Schwangerschaft und Mutterrolle hat. Andreas Probleme beginnen aber eigentlich schon früher. Andrea leidet unter den Erwartungen der Gesellschaft, ihrer Schwiegereltern, ihres Freundes Georg, ihrer Schwägerin, ihrer Freunde. Sie will ihre eigene Wohnung haben, sie hat Träume und Wünsche, sie streitet und kämpft für sich, sie liebt ihren Job. Als sie schwanger wird, gibt sie diesen Kampfgeist Schritt für Schritt auf und lässt sich von allen anderen wie ein Puzzlestück an einen Platz schieben, den sie schon immer für den richtigen für sie gehalten haben. ENDLICH wird sie vernünftig. Und genau da wird es für mich als Leserin kompliziert. Von einem feministischen Standpunkt aus finde ich es sehr wichtig die Themen gesellschaftliche Erwartungen an Frauen und Mutterschaft, Eigenständigkeit in der Partnerschaft und psychische Gesundheit aufzugreifen. Diese sind immer noch hoch-tabuisiert trotz Jahrzehnten von Feministischer Literatur. Tanja Raich bietet mit ihrer Protagonistin jedoch den schlechtesten Weg an. Die Flucht in die totale Passivität, in Tagträume, in stumme Aggression, in die Kapitulation. Ich finde es wichtig diesen Aspekt des Frau-Seins in der aktuellen Literatur abgebildet zu finden, aber richtig gerne lese ich es nicht.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
2. Dez.
Rating:3

Thema fand ich sehr spannend

Ich bin froh, es gelesen zu haben, obwohl es wirklich gedauert hat, dass ich durchkam. Es hatte seine Längen und vor allem mochte ich ganz und gar nicht ihren Freund. Ich konnte diese Beziehung wirklich kaum aushalten.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
27. Okt.
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Rating:2

Ein feministischer Roman über die emotionale Zerrissenheit des Mutterwerdens einer Frau, die eigentlich gar keine Mutter werden wollte. Nun muss sie sich mit unerwünschten Ratschlägen und schwierigen sowie wichtigen Lebensentscheidungen auseinandersetzen. Es wird ausschließlich aus Sicht der Protagonistin Andrea erzählt, welche einen ungefilterten Einblick in ihre Gedankenwelt bietet. Sie wird von Beginn an als ziemlich unglücklich und unzufrieden dargestellt, sodass man sich wünscht, sie würde etwas daran ändern. Nun durchlebt sie "gezwungenermaßen" den Schwangerschaftsprozess. Wie es ihr zur Geburt bzw. in der Zeit danach ergeht, wird leider nicht mehr aufgezeigt. Mir hat der Schreibstil leider nicht so zugesagt, dieser war sehr nüchtern und teilweise kurz angebunden. Auf wörtliche Rede wurde verzichtet, die Umsetzung dessen wirkte auf mich manchmal etwas verwirrend. Insgesamt ein wichtiges und interessantes Thema, dessen Umsetzung mich aber nicht wirklich überzeugen konnte.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
22. Sept.
Rating:4

Hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich doch gern gewusst hätte, wie es weitergeht nach der Geburt Andererseits ist das Ende sehr passend Die Beklemmung, das Gefühl gefangen und machtlos zu sein, sich in einem Strudel zu befinden, der einen tiefer und tiefer zieht und die Zerrissenheit der Protagonistin kann ich gut nachvollziehen und finde ich sehr gelungen dargestellt

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
17. Nov.
Rating:1

Inhalt: Jedes Mädchen träumt eigentlich von dem perfekten vollkommenen Leben. Mann, Haus, Kind, um nur ein paar der großen Lebensstationen zu nennen, die im Prinzip jede Frau eines Tages besucht haben möchte. Nicht doch Andrea. Denn sie hat sich all das nie gewünscht. Doch das Leben kommt anders und sie schafft es nicht, ihren eigenen Willen durzusetzten. Ihr Leben ist durchgängig "okay", doch die große Freude und Aufregung fehlt. Ihr Mann ist okay, ihr Leben ist okay. Eines Tages ist sie schwanger- obwohl sie eigentlich nicht schwanger sein wollte. Sie nimmt einen Kredit auf- obwohl sie nie einen Kredit aufnehmen wollte. Sie zieht bei ihrer Schwiegermutter ein- obwohl sie nicht bei ihrer Schwiegermutter einziehen wollte. Meinung: Dieses Buch hat mich wirklich auf allen Ebenen in den Wahnsinn getrieben- was ich in diesem Fall leider auch keineswegs positiv meine. Mehrfach war ich wirklich kurz davor, dass Buch an die Wand zu werfen. Ich war frustiert, genervt, entsetzt, schockiert. Genau damit hat Tanja Raich auch bewusst gespielt, doch mich hat es wirklich einfach nur verrückt gemacht. Der Gedanke dieses Buches war es ja, dass die Protagonistin einfach zu allem "ja" sagt, was man sie fragt, was die Gesellschaft vorschreibt. Denn die moderne Gesellschaft bestimmt praktisch, was zu einem perfekten Leben gehört. Familie, Haus und Job sind so in etwa die Zutaten für ein glückliches Dasein. Doch Tanja Raich wollte bewusst damit provozieren, dass man trotz allem nicht immer die persönlichen Wünsche erfüllt hat, wenn man all diese Stationen auf seiner Liste abhaken kann, dass die Rolle der Frau aber so stark definiert ist, dass man praktisch in dem vorgeplanten Leben ersticken kann. Deswegen hat Andrea ihre eigenen Bedürfnisse hinten angestellt und nur die Erwartungen anderer erfüllt. Doch ich wollte Andrea einfach immer nur schütteln. Ich habe sie stumm angeschrien, geradezu verzweifelt angefleht, dass sie doch bitte einmal "nein" sagt. Ein einziges Mal auf sich hört. Sachen nicht einfach über sich ergehen lässt, sondern offen sagt, dass sie nicht will, da sie nicht in der Stimmung ist, dass sie sich etwas anderes von ihrem Leben versprochen hat. Gleichzeitig hat mich dieser Schreibstil komplett rappelig gemacht. Normalerweise empfinde ich eine innere Ruhe, wenn ich lese, doch bei "Jesolo" hätte ich Wände hochgehen können. Das ganze Buch war komplett parataktisch. Ein Hauptsatz ohne jegliche Ausschmückung folgte dem nächsten, und auf Dauer haben mir einfach die Adjektive gefehlt, die malerische Sprache. So wirkte die ganze Geschichte auf mich irgendwie eindimensional, die Charaktere farblos, die Geschichte nicht aussagekräftig genug. Vielleicht macht dieser Schreibstil genau das, was er soll: verrückt. Er passt zu dem schnöden Leben, dass Andrea führt, doch trotzdem sind auch die Gefühle nur eindimensional herübergekommen. Mich hat das Buch irgendwie heruntergezogen. Ich konnte mit keinem Charakter wirklich sympathisieren, und das bei wörtlicher Rede die Satzzeichen fehlten, hat mich komplett verwirrt und jedes Mal musste ich nachrechnen, wer nun mit Sprechen dran ist. Ein weiterer Aspekt, der mich irre gemacht hat. Das einzig positive für mich war, dass Tanja Raich wirklich in vielen Passagen den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Ich habe mich und die Ansprüche der Gesellschaft mehrfach wiedergefunden. Sehr eindrucksvoll fand ich das an einer Stelle, als Andrea alle Sprüche aufzählt, die sie als Schwangere gesagt bekommt. Es sind die allgemeinen Floskeln, die man immer wieder aufschnappt, wenn es um das Kinderkriegen und Schwangersein geht. Die unterschwellige Kritik an den Ansprüchen an das Individuum von der Gesellschaft waren keineswegs aus der Luft gegriffen, sonder hatten einen großen Wiedererkennungsfaktor. Trotz allem konnte mich das Buch nicht überzeugen. Ich glaube, dass es fast das erste Mal in meiner Geschichte als Rezensentin ist, dass ich 1 Stern vergebe. Ich kann mir vorstellen, dass so mancher das Buch auf seine Art sicherlich mag, denn wie ich bereits erwähnt hatte, wollte Tanja Raich bewusst provozieren, einen verrückt machen damit, dass Andrea nie "Nein" sagt und die Ansprüche der Gesellschaft bargen ein Wiedererkennungspotential. Doch alleine der Schreibstil war einfach absolut nicht meins, die ganzen Hauptsätze haben meinen Lesefluss immer und immer wieder unterbrochen und ich konnte mich mit dem Buch leider gar nicht identifizieren.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
21. Sept.
Post image
Rating:4.5

Ein toller und kurzweiliger Roman von Tanja Raich. Gut gefallen hat mir die Schreibweise der Autorin, in der man immer merken konnte, wie es der Protagonistin Andrea (Andi) gerade geht. Besonders gefallen haben mir auch die immer wiederkehrenden Aufzählungen zu einem Thema (Urlaub, Mutter sein, Geburt). Was ich teilweise nicht verstanden habe, sind die Träume von Andrea, die zum Teil als Vergleich zum Mutter sein/ Geburt (Wellen, Meer) etc. dargestellt wurden (vielleicht habe ich das Buch aber auch zu unaufmerksam gelesen.) Schwierig auszuhalten war es für mich zu lesen, wie Andrea plötzlich alles in Kauf nimmt (Zusammenziehen, wohnen bei den Schwiegereltern, leben in einer Beziehung, die sie nicht sonderlich spannend findet). Sie wirkt immer passiver (außer beim Sofakauf und dem Besuch der Freundin) und so als würde sie nicht die Verantwortung für ihr Leben übernehmen, gleichzeitig gewöhnt sie sich daran, dass sie ein Kind bekommen wird (streicht das Kinderzimmer) und macht sich Sorgen (Kind bewegt sich nicht mehr so viel im Bauch). Unpassend finde ich teilweise die Beschreibung des Romans. Ich finde nicht das Andrea nur in eine Mutterrolle gedrängt wird, sondern vielmehr in eine angepasste Gesellschaft. Des Weitern verstehe ich Jesolo als Titel und als Cover nicht, außer man möge hier die Möglichkeit zur Wende der Protagonistin beschreiben.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
19. Sept.

Dieses Buch ist mir ein echtes Rätsel... Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Protagonistin Andrea hier in keinster Weise verstehen konnte. Ihre hin und her gerissenes Verhalten war für mich nicht nachvollziehbar und leider nichtmal glaubhaft dargestellt. Auch das Ende war mehr ein Sprung in die Verwirrung als in irgendeiner Form aufschlussreich... "Jesolo" von Tanja Raich war für mich leider nicht das, was ich mir hier erhofft hatte und konnte meinen Lesenerv leider überhaupt nicht treffen.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing
26. Aug.
Andrea wird bedrängt Mutter zu werden
Rating:4

Andrea wird bedrängt Mutter zu werden

Andrea hat einen Job und eine Beziehung mit Georg, alles ist ok. Jedes Jahr verbringen sie ihren Urlaub in Jesolo. Als Andrea bemerkt, dass sie schwanger ist. Freut sich Georg sehr und malt sich ihr neues Leben aus. Andrea wollte das nie. Andrea wird vom ganzen Umfeld bedrängt, zu viele gut "gemeinte" Ratschläge prasseln auf sie ein. Beklemmend zu lesen, wie sichs Andrea verändert und sich selbst verliert. Und doch eine unterhaltsame Sichtweise. Ein Thema das immer wieder zu reden gibt.

Jesolo
Jesoloby Tanja RaichBlessing