Sehr interessantes Thema, allerdings eher umständlich geschrieben und wahrscheinlich holprig übersetzt. Man merkt, dass das Buch aus vielen Zeitungs- und Magazinartikeln zusammen gestellt wurde, ohne dass ein Lektorat nochmal richtig bearbeitet hat.
Dieses Buch hat mir einen Aspekt der USA verdeutlicht, der mir vorher wirklich fremd war - die wachsende Zahl an Wanderarbeitern, die in umgebauten Fahrzeugen leben, zum Teil freiwillig, aber zum größeren Teil nach einem Bankrott. Speziell die Vorstellung, dass darunter viele Menschen im Rentenalter sind, die schwere körperliche Arbeiten verrichten (Stichwort: Lagerarbeiter bei Amazon im Weihnachtsgeschäft), fand ich schwer zu ertragen. Das Buch ist definitiv interessant, allerdings fand ich es durch den chronologischen Aufbau teilweise ein wenig unstrukturiert und von Wiederholungen geprägt. Es ist aber definitiv lesenswert. Darauf gestoßen bin ich eigentlich erst, als der Film Nomadland bei der Oscarverleihung abräumte (einschließlich eines Oscars für die großartige Schauspielerin Frances McDormand). Nun bin ich gespannt auf den Film.

