25. Feb.
Rating:5

Diesem Buch muss man Zeit geben. Das liegt auch am Erzählstil der Autorin, die unbewusst oder bewusst die Eintönigkeit des Lagerlebens darin einfängt. In Wiederholungen, aber vor allem in der Langsamkeit ihres Erzählens. Man ist gezwungen sich jedem Wort zu stellen. Jeder Grausamkeit, die sich entfaltet ins Gesicht zu blicken. Wie kann ein Mensch das ertragen, wenn ich es schon kaum beim Lesen ertragen kann? Man wird mitten nach Ausschwitz hineingezerrt und erlebt, was es bedeutete dort zu sein. Dort irgendwie zu überleben. Nüchtern, fast sachlich ist der Stil. Er gibt all jenen eine Stimmte, die im Gegensatz zur Autorin nicht mehr darüber sprechen konnte. Manche weil sie es nicht wollten, die meisten weil sie ermordet wurden und ihre Stimmen verstummt waren. Im Nachwort berichtet die Übersetzerin das Seweryna Szmaglewska zunächst eine Ich Perspektive einnehmen wollte, dann aber aufgrund der Einwirkung ihrer Lektorin, einen anderen Weg gewählt hat. Eigene Erinnerungen und wahrscheinlich die Erlebnisse von anderen vermischen sich in diesem Buch, das irgendwo zwischen Roman und Erlebnisbericht angesiedelt ist. Wir befinden uns in einer Zeit in der rechte Kräfte zunehmend wieder erstarken. in der das unsagbare längst wieder sagbar wird und in der Menschen wieder fürchten müssen, ihr sicheres Leben wieder zu verlieren - und das obwohl sie Teil unserer Gesellschaft sind und diese auch stark prägen. Wenn ich dieses Buch lese, dann habe ich nicht nur im Kopf, das Ausschwitz nie wieder die Lebensrealität von Menschen werden darf, sondern auch, das noch Zeit ist, das aktiv zu verhindern. Mit unserer Handlung können wir denjenigen ihre Würde wieder geben, die ihnen von unseren Vorfahren, den Täter:innen genommen wurde. Auschwitzwurde zum Symbol für alles was Menschen anderen Menschen antun können. Aber der Holocaust, die systematische Vernichtung und Ermordung von Menschenleben das begann schon früher. Die Autorin hat mich wieder daran erinnert, das es Möglich ist zu Handeln. Es betrifft dich vielleicht heute nicht... aber morgen oder übermorgen. Wer ignoriert was momentan in Deutschland, Europa und auch den USA passiert, der hat nicht verstanden was Auschwitz wirklich bedeutet. Und der versteht dann auch nicht, was "Die Frauen von Birkenau" mit dem hier und jetzt zu tun hat. Nie wieder ist jetzt??? ... Wir sind schon mitten drin.

Die Frauen von Birkenau
Die Frauen von Birkenauby Seweryna SzmaglewskaSchöffling
6. Jan.
Rating:5

Das Buch hat mich sehr mitgenommen. Obwohl ich schon viele Berichte/ Romane dieser Art gelesen habe, hat Szmaglewska nochmal neue Aspekte der Alltagshölle einbringen können, die mir bisher nicht bewusst waren. Und das in einer intensiven und schönen (wenn man das in dem Kontext so sagen kann) Sprache.

Die Frauen von Birkenau
Die Frauen von Birkenauby Seweryna SzmaglewskaSchöffling
21. Okt.
Rating:5

MUST READ ODER NICHT? Für mich ganz klares ja. Es ist wichtig und gerade für alle, die mehr als nur ein einzelnes Schicksal verfolgen möchten, sondern sich für unzählige Stimmen interessieren, ein tolles Buch. Manchmal etwa blumig beschrieben, aber genau dadurch sollen die schrecklichen Taten und Verhältnisse betont werden.

Die Frauen von Birkenau
Die Frauen von Birkenauby Seweryna SzmaglewskaSchöffling
22. Sept.
Rating:5

Dieses Buch hat mich die letzten Monate begleitet. Jeder Satz und jedes Wort auf den 450 Seiten haben mich so erschüttert, dass ich nach jedem Kapitel innehalten, pausieren und über das Geschriebene nachdenken musste. Seweryna Szmaglewska war Inhaftierte von 1942 - 1945 in Birkenau. Kapitel für Kapitel beschreibt sie die Abläufe, Beobachtungen und Erlebnisse über das System Birkenau. Ihre Schilderungen über die Grausamkeiten sind dabei sachlich und ohne Wertung, jedoch so detailliert niedergeschrieben, dass während dem Lesen die Bilder im Kopf entstehen. Bilder, die aufwühlen und sprachlos machen. Ein Buch gegen das Vergessen.

Die Frauen von Birkenau
Die Frauen von Birkenauby Seweryna SzmaglewskaSchöffling