14. Apr.
Rating:2

Ganz seltsames Buch. Es beginnt eigentlich sehr interessant mit der chronologischen Aufarbeitung des schwersten Zugunglücks in der deutschen Geschichte, das sich am 21.12.1938 in Genthin nahe Magdeburg zutrug. Da merkt man, dass der Autor, der einige Jahre später in genau dieser Stadt in Sachsen-Anhalt zu Welt kam, viel recherchiert hat. Was sich wie eine akribische Aufarbeitung im Stil eines journalistischen Dossiers liest, ist aber bereits mit fiktiven Elementen versehen, was einem erst im Nachwort gebeichtet wird, denn alle Namen der Beteiligten sind frei erfunden. Das sind halt die Freiheiten, die sich ein Romancier nehmen kann, aber trotzdem ist es eine Gratwanderung, Fiktion und Wirklichkeit so zu verbinden. Nach dem ersten Drittel wechselt der Autor von der Makrosicht bei der Katastrophenberichterstattung in die Mikrosicht und pickt sich ein Einzelschicksal in Form eines in dem Zug mitgereisten Paares heraus. Doch statt diese Fiktion auszuschmücken mit der eigenen Fantasie, warum eine Frau unter fremden Namen sich als Opfer im Krankenhaus behandeln lässt, bombardiert Loschütz den Leser mit unzähligen Fragen wie in einem Quizduell. Es ist einer der Romane mit den meisten Fragezeichen pro Seite. Für sämtliche Lücken, die sich bei der Recherche des Paares und dem Verlobten der Frau im fernen Düsseldorf ergaben, stellt der Autor gleich mehrere Alternativen für einen Handlungsverlauf als Fragen in den Raum. Tja, Herr Loschütz, ich weiß es auch nicht. Und zu meinem Ärgernis gerät das Zugunglück aus dem ersten Drittel im weiteren Verlauf des Buchs fast völlig in Vergessenheit. Folglich war mein Leseerlebnis letztlich mehr die Besichtigung eines für mich verunglückten Buchs, welches mich in einer Form mittendrin verlor, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe.

Besichtigung eines Unglücks
Besichtigung eines Unglücksby Gert LoschützSchöffling
23. Feb.
Rating:2

Ganz seltsames Buch. Es beginnt eigentlich sehr interessant mit der chronologischen Aufarbeitung des schwersten Zugunglücks in der deutschen Geschichte, das sich am 21.12.1938 in Genthin nahe Magdeburg zutrug. Da merkt man, dass der Autor, der einige Jahre später in genau dieser Stadt in Sachsen-Anhalt zu Welt kam, viel recherchiert hat. Was sich wie eine akribische Aufarbeitung im Stil eines journalistischen Dossiers liest, ist aber bereits mit fiktiven Elementen versehen, was einem erst im Nachwort gebeichtet wird, denn alle Namen der Beteiligten sind frei erfunden. Das sind halt die Freiheiten, die sich ein Romancier nehmen kann, aber trotzdem ist es eine Gratwanderung, Fiktion und Wirklichkeit so zu verbinden. Nach dem ersten Drittel wechselt der Autor von der Makrosicht bei der Katastrophenberichterstattung in die Mikrosicht und pickt sich ein Einzelschicksal in Form eines in dem Zug mitgereisten Paares heraus. Doch statt diese Fiktion auszuschmücken mit der eigenen Fantasie, warum eine Frau unter fremden Namen sich als Opfer im Krankenhaus behandeln lässt, bombardiert Loschütz den Leser mit unzähligen Fragen wie in einem Quizduell. Es ist einer der Romane mit den meisten Fragezeichen pro Seite. Für sämtliche Lücken, die sich bei der Recherche des Paares und dem Verlobten der Frau im fernen Düsseldorf ergaben, stellt der Autor gleich mehrere Alternativen für einen Handlungsverlauf als Fragen in den Raum. Tja, Herr Loschütz, ich weiß es auch nicht. Und zu meinem Ärgernis gerät das Zugunglück aus dem ersten Drittel im weiteren Verlauf des Buchs fast völlig in Vergessenheit. Folglich war mein Leseerlebnis letztlich mehr die Besichtigung eines für mich verunglückten Buchs, welches mich in einer Form mittendrin verlor, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe.

Besichtigung eines Unglücks
Besichtigung eines Unglücksby Gert LoschützSchöffling