7. Sept.
Rating:1

„Ich konnte nicht mehr unterscheiden zwischen der Wahrheit und den Lügen, die Spuren verwischen, Lügen, die blenden.“ (s.43) Die Protagonistin ist Dolmetscherin bei der Asylbehörde. Täglich übersetzt sie das Jammern und die Lügen der Asylberwerber_innen. Eines Tages schlägt sie einem Migranten eine Flasche über dem Kopf. Jetzt muss sie sich erklären warum eine ehemalige Asylbewerberinnen indischer Abstammung so etwas grauenhaftes tun soll. Für die Beamten bleibt sie als Migrantin fremd, aber auch ihren Landsleuten bleibt sie fremd - als eine die es geschafft hat. Dieses kleine Büchlein hat insgesamt 127 Seiten. Meine Geduld reichte bis Seite 104. Anfangs schien ich mich in die Geschichte hineinzudenken, doch irgendwann verlor ich den Faden beim Lesen und wusste nicht, um was es genau geht. Klar wurde mir nur, dass die Protagonistin vom System genervt ist, aber sie Teil vom System wurde. Dies führte dazu, dass sie das Gedicht von Charles Baudelaire ‚erschlagt die Armen!‘ wörtlich nahm. Leider musste ich dieses Buch abbrechen, weil ich mich eher gequält habe als vergnügt. Aber vielleicht habe ich nur die Geschichte nicht gerafft. Von mir gibt es keine Leseempfehlung, aber dafür 1/5 Sterne. „Wahrheit hat etwas mit Ästhetik zu tun. Das Hässliche, Vulgäre, Ungeschickte und Ungehobeite erscheint nicht wahr. Man lügt aus Lust an der Übertreibung. Um einen grundsätzlichen Mangel zu überbrücken.“ (s.82)

Erschlagt die Armen!
Erschlagt die Armen!by Shumona SinhaEdition Nautilus GmbH