13. Juni
Rating:4

Auf der Suche nach einer besseren Welt besuchen die zwei Schwestern eine besetzte Zone in Frankreich, segeln über den Atlantik, lernen eine Permakultur in Kolumbien kennen… und vieles mehr. Länder bereisen, vor denen gewarnt wurde. Neue oder auch gegensätzliche Sichtweisen kennenlernen. Fragen stellen, beobachten, mitmachen. Was ist eine Permakultur oder ein „Rainbow Gathering“? Da in diesem Buch mehrere Jahre zusammengefasst wurden, geht es ziemlich schnell voran. Ich habe mir dann für jeden Tag kleine Abschnitte zum Lesen und Nachdenken vorgenommen, da der Text gar nicht so viel Raum für Reflexion hergibt. Nicht jeder Abschnitt orientiert sich am Hauptthema - die waghalsige Wanderung durch Patagonien z.B. befasst sich mehr mit der Tollkühnheit der Autorinnen und weniger mit gelebten Utopien. Auch die Kanu-Reise über den Amazonas und die Beamten-Schikane hat wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun… auf den ersten Blick jedenfalls. Man bekommt zu jedem Ort einen kurzen, aber interessanten Einblick in viele „bessere Welten“ - welche aber oft durch mehrere Faktoren bedroht werden. Endgegner Kapitalismus. Im Buch wird es tatsächlich kurz erwähnt: Wieso suchen zwei privilegierte Deutsche eigentlich in anderen Ländern nach Utopien, wenn ihr westlicher Lebensstil für viele als das Ziel angesehen wird? Überspitzt gefragt: Gibt es in Deutschland keine Gemeinschaften, keine Gruppenumarmungen, keine Selbstversorgung, keine glücklichen Kinder? Ein bisschen mehr Einordnung insgesamt hätte mir da definitiv gefallen. Das Buch hat mich definitiv zum Nachdenken angeregt, aber ich bin mir nicht sicher, wem ich es konkret weiterempfehlen kann.

Out there
Out thereby Julia HermesMALIK