Ich hab mich bei diesem Cover immer gefragt, welche Story dahinter steckt und bei Skoobe habe ich mir das eBook jetzt einfach mal ausgeliehen. Anita ist Ärztin in Berlin, kommt aber aus BadWü und fährt im Rettungswagen zusammen mit Kollege und Kumpel Maik. Ihre Beziehung zum Ex-Mann, der ebenfalls am selben Krankenhaus tätig ist, ist durchwachsen und der gemeinsame Sohn wohnt abwechselnd bei ihr oder ihm und seiner neuen Frau. Zwischen Beziehungen, Familie und Trauer um die kaputte Beziehung muss Anita ihren Kopf aber immer ganz bei den Notarzt Einsätzen haben und wir als Leser erleben eben mit wie die Grenzen da auch verschwimmen können. War mal ganz interessant auf welche Lebensumstände Rettungssanitäte/Ärzte treffen und das ist menschlich/gefühlsmässig nicht immer einfach und Anita eckt an.
Ich weiß nicht, wie das Buch zu mir gefunden hat. Zu Beginn meines Studiums fanden sich allerhand Bücher über medizinisches bei mir ein, vermutlich auch dieses.
Es fängt mit einer starken Frau und Notärztin an. Mit Prinzipien und jeder Menge offenen Türen. Aus Anita hätte alles werden können.
Statt dessen guckt man ihr dabei zu, wie sie jeden einzelnen Teilbereich ihres Lebens gegen die Wand fährt.
Wie ein bockiges Kind trifft sie eine dumme Entscheidung nach der anderen, stößt jedem der ihr wichtig ist vor den Kopf. Ihr Kind ist ihr ja ach so wichtig, spielt aber eine völlige Nebenrolle. Kommt zu ihr, sie will das Wochenende mit ihm verbringen, er will bei einem Kumpel übernachten. Sie schleppt jemanden ab und springt am nächsten Tag spontan im Dienst ein. Und das Kind? Wird nicht weiter erwähnt. Kommt schon klar. Und alle verzeihen ihr natürlich immer wieder, obwohl sie sich Tage lang nicht meldet. Dann stößt sie wieder irgendwem vor den Kopf, verrät am Ende ihre Prinzipien und versaut es auch noch auf der Arbeit.
Macht nix, denn da kommt ja der rettende Epilog in dem auf einmal alles wieder gut ist.
Ich hätte es ehrlich gesagt passender gefunden, wenn das ganze in einer Therapie endet.
Schade eigentlich, die Charaktere mochte ich und das Setting auch. Sogar medizinisch war da zumindest nicht alles Blödsinn. Auch wenn Pupillen nicht "stabil" sind, ein Patient sicher nicht mit einem KTW in seine Gartenlaube zurück gefahren wird (das dürfte er nämlich selbst zahlen, denn eine Befreiung hat dieses "Versorgungsproblem" sicher nicht) und ein Notarzt bei einer Leiche zumindest den Tod feststellen sollte, statt wieder abzurücken.
Insgesamt hätte ich für den Anfang noch 4 Sterne gegeben, dann ging es aber stetig Berg ab und jetzt bin ich irgendwie froh, dass es vorbei ist.