17. Sept.
Rating:4

Ich schuf mir dieses Werk an mit dem Ziel, endlich einmal mehr zu erfahren über den Mann, der sonst in relativierender Art einfach der Schreiner und Kommunist ist. Mehr wurde mir in der schulischen Ausbildung nämlich nicht offenbart über Elser. Auch sonst hängt die Erinnerungskultur in Deutschlabd überwiegend an den "Männern des 20. Juli". Andere Widerstandskämpfer finden so fatalerweise kaum Beachtung. So ging ich mit dem Elan ans Lesen mein Wissen zu erweitern und...war nach den ersten Seiten völlig irritiert. Da ich zuvor Ortners Biographie über Roland Freisler gelesen hatte, erwartete ich hier einen ähnlichen Stil, fand mich jedoch eher in einer Art Geschichtsroman wieder. Zugegebenermaßen enttäuschte mich dies etwas, doch dieses Gefühl wandelte sich zusehends. Die Mischung aus erzählendem Stil und Quellenzitaten führt zu einer lebhaften Biographie, die einem eröffnet worin die Faszination Elsers besteht. In ihm verbinden sich die (scheinbare) Banalität seiner Zielsetzung (einfach den Krieg verhindern) und die Komplexität seines Charakters. Dies wird dem Leser in zugänglicher Art dargelegt, die ihn eine in gewissen Zügen emotionale Verbindung mit Elser aufbauen lässt. Fazit: Eine lebhafte Biographie, die Schnittmenge zwischen Geschichtsroman und Quellenarbeit bietet und aufräumt mit den sich hartnäckig haltenden Fehlbehauptungen über Georg Elser.

Der einsame Attentäter
Der einsame Attentäterby Helmut OrtnerSteidl Verlag