Schonungslos ehrlicher Einblick in das Leben mit bipolarer Störung zwischen Manie, Depression und Identitätsverlust - bewegend und literarisch beeindruckend!
Interessante und literarisch gut geschriebene Einblicke in das Leben einer bipolaren Person.
Das Buch ist wirklich sehr gut geschrieben und zeigt anschaulich auf, wie manische und depressive Phasen sich im Rahmen einer bipolaren Erkrankung abwechseln und wie sich die Betroffene Person dabei fühlt.

Eine sehr tragische Geschichte aus dem realen Leben. Ich finde die Perspektive des Autos sehr gut gelungen: er führt uns tief in seine Gedanken ein und zeigt uns schonungslos, wie er mit seiner Krankheit umgegangen ist. An vielen Stellen musste ich echt schlucken, da es sehr hautnah war und generell eine düstere und traurige Stimmung angeschlagen hat. Auch der schreibt sie des Autos hat mir ziemlich gut gefallen. Gut gelungen fand ich vor allem die Erzählung seiner Krankheit, so dass sie gut nachvollziehbar war. Trotzdem hat es sich für mich an einigen Stellen sehr gezogen und sehr oft wiederholt ich weiß, es ist eine Biografie seiner selbst und das Ende soll auch etwas offen gestaltet sein aber ich hab mich an vielen Stellen einfach ein bisschen verloren gefühlt.
Sehr beeindruckendes, ehrliches und mutiges Buch. Thomas Melle schreibt offen, präzise und ohne Pathos über seine Erfahrungen mit psychischer Erkrankung und Identität. „Die Welt im Rücken“ ist intensiv, klug und emotional, dabei niemals selbstmitleidig, sondern analytisch und ehrlich. Das Buch hat mich dazu gebracht, mich intensiver mit der Krankheit auseinanderzusetzen, und wirkt lange nach. Nach dieser Lektüre habe ich große Lust bekommen, auch seine weiteren Bücher zu lesen – absolut lesenswert.
Die Welt im Rücken von Thomas Melle ist ein eindrucksvolles und bewegendes Buch über das Leben mit einer bipolaren Erkrankung. Faszinierend und zugleich erschreckend beschreibt Melle die Extreme der Krankheit mit großer Offenheit und sprachlicher Klarheit. Dabei macht das Buch deutlich, wie wichtig es ist, sich psychische Erkrankungen bewusst zu machen – und nie zu vergessen, dass hinter jeder Diagnose ein Mensch steht. Eine wichtige Lektüre!
Reallife Beschreibung
Für mich war vorallem der manisch- depressive Teil des Buches eindeutig beschrieben, ich konnte die Wirkung der Krankheit für mich nachvollziehen. Als Autobiografie sehr wertvoll geschrieben.
Hörbuch. Dem Autor ist es hoch anzurechnen, seine schizomanischen Episoden ebenso wie die Depressionen nachfühlbar und dennoch in aller Drastizität zu schildern, zu schreiben, wie er seine Phasen erlebt hat - eine Befähigung, die den meisten Erkrankten mangels sprachlichem Talent eben abgeht.
Dies ist ein Erfahrungsbericht einer langjährigen bipolaren Erkrankung. Der Autor gibt vor allem Einblick in die magischen Phasen und ist dabei schonungslos ehrlich. Unter anderem wird die Schwierigkeit beleuchtet, jemanden gegen seinen aktuellen Willen in der Klinik zu behalten. Auch kommt die Frage auf: Was ist der eigene Wille und inwiefern existiert ein freier Wille in einer manischen Phase. Viele der geschehenen Dinge sind ihm unangenehm, er erklärt aber auch, dass sie teilweise in Krankheitsphasen geschehen sind, in denen er die Kontrolle verloren hatte. Mit den Folgen hat er bis heute zu tun. Das Buch fördert auf jeden Fall das Verständnis für die Erkrankung.
Eine sehr schonungslose, mitunter wirklich tragische Beschreibung des Lebens mit bipolarer Störung. Der Autor erzählt mehrere Jahre seines Lebens, in denen er die verschiedenen Stadien dieser Krankheit wieder und wieder durchlebt, sehr detailliert und mit Blog-Einträgen ergänzt. Das ist über weite Strecken kaum zu ertragen, manchmal fast nicht zu glauben, weil so unvorstellbar für jemanden, der davon nicht betroffen ist. Sprachlich wirklich sehr ansprechend, inhaltlich einfach so beinhart, dass ich mich anfangs nicht gleich damit anfreunden konnte und am Ende trotz Stunden des Lesegenusses auch ein bisschen froh war, dass ich diese traurige Welt wieder hinter mir lassen konnte. Definitiv ein gutes Buch, aber man muss schon was aushalten
Ein Highlight für mich. Thomas Melle schreibt über seine eigene bipolare Störung. Während des Lesens hat mich immer wieder Trauer und Wut übermannt. Eine Traurigkeit den betreffenden Personen gegenüber und eine Wut auf die Umstände, unter denen die Erkrankten Leben müssen. Melle schreibt sehr eindrücklich und plastisch, wie er von manischen Phasen in depressive Phasen gleitet und was es nicht nur mit ihm sondern auch mit seinem Umfeld macht. Und zwar über viele Jahre hinweg. Er zeigt auf, wieviel Scham er nach einer Manie verspürt und wie hilflos man dieser Erkrankung gegenübersteht und wie enorm der Leidensdruck ist. Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen, musste aber dennoch absichtlich Pausen einlegen. Der Autor versucht trotz der Tragik, seinen Humor nicht zu verlieren und lässt auch diese Seite mit einfließen. Soweit es eben die Thematik zu lässt. Ich finde, dass dieses Buch viel mehr gelesen und empfohlen werden sollte, da es Sichtbarkeit und Verständnis schafft. Ich kann vor Thomas Melle nur den Hut ziehen und wünschte gleichzeitig, dass ich es nicht müsste….. „Der Wahnsinn ist der zerstörerische Krieg in einem selbst, da gibt es keinen Zweifel, und wem es ganz schlecht ergeht, der erlebt diesen Krieg mehrmals im Leben und kann immer weniger retten.“
Dieses Buch ist unglaublich. Das Buch ist nicht primär über eine Krankheit. Hier schreibt jemand um sein Leben. Und wie! Wenn man selber schreibt und manchmal probiert „jetzt mal wirklich alles und schonungslos zu sagen“ schafft man es meist doch nicht. Thomas Melle schafft es. Zum Hörbuch: es ist eins der bestgelesen Texte, die ich je gehört habe.
„Sollte ich wieder dem Wahn verfallen, werde ich es als Schicksal hinnehmen. Ich meinte schon nach der zweiten Manie, eine dritte würde ich nicht überleben. Habe ich aber. Würde ich wieder. Ich mag mich wieder umbringen wollen, irgendwann. Dann werde ich dennoch weiterleben“
Thomas Melle schreibt in "Die Welt im Rücken" über seine bipolare Störung und tut dies auf eine sehr eindrückliche und ernste, gleichzeitig auch auf eine sehr intime Art und Weise, die das Erzählte unheimlichen „nah“ wirken lässt. Es ist defintiv keine leichte Lektüre für nebenbei, doch durch seinen besonderen Erzählstil, gespickt von einer gewissen stellenweise komisch wirkenden Selbstreflexion bei gleichzeitiger Nüchternheit, kann er dieses schwierige Thema ein wenig entschärfen. Dennoch sind die Schilderungen, vor allem der manischen und depressiven Phasen, keineswegs leicht zu verdauen. Ich habe das Hörbuch, von Thomas Melle selbst gelesen, gehört und fand es unheimlich ergreifen und sehr authentisch. Allein der Titel und die grobe Kenntnis des Themas hat es auf meine Wunschliste befördert und ich bin froh, es nun gelesen bzw. gehört zu haben!
Eine literarisch gleichermaßen herausfordernde als auch herausragende Erzählung über das Leben als manisch-depressiver Mensch.
(Die sich ab einem gewissen Punkt immer wiederholt - was aber den Krankheitsverlauf dramaturgisch darstellt. Mir persönlich sind einige Begriffe etwas sauer aufgestoßen, z.B. das Wort "arabisiert" oder "die Türken").
Autobiografie einer Person mit bipolarer Störung, anschaulich und spürbar, Schreibstil für mich etwas holprig, solide
bin leider gar nicht mit dem schreibstil und der erzählweise klargekommen.
Unglaublich, welche Wucht dieses Buch hatte. Sicher eines der besten Bücher, die ich über psychische Erkrankungen gelesen habe. Es ist eine Autobiografie eines Schriftsteller, der unter massiver bipolarer Störung (Typ 1) leidet. Ich war erstaunt, dass das Buch gar nichts Fiktionales hatte, denn als Shortlist-Buch des Deutschen Buchpreises 2016 hatte ich mir etwas Anderes vorgestellt. Ich dachte, dass nur Romane aufgenommen werden. Aber was heißt schon Fiktion in diesem Zusammenhang? Ist die manische Phase eines Bipolaren nicht die reinste Fiktion überhaupt? Was sich da im Kopf des Manischen abspielt, ist der reinste Alptraum. Nichts ist real. Da ist der Kranke überzeugt, mit Madonna zu schlafen, Picasso ein Glas Rotwein übergeschüttet zu haben oder mit Lars von Trier auf einer Party zu sein. Jede Bewegung, jede Nachricht, jede Form von verbaler und nonverbalen Kommunikation bezieht Thomas Melle, der sich als Messias in der Zeit sieht, in seinen manischen Phasen auf sich selbst. Wie kann das Leben sich einem Menschen nur so sehr in den Weg stellen? Thomas Melle kommt aus einfachen Verhältnisse, schwierige Kindheit mit gewalttätigen Vater und depressiver Mutter, Scheidungskind, der seinen Weg an die Uni findet, Literaturwissenschaften studiert und während dieser Zeit erstmals den Boden unter den Füßen verliert. Ich wußte nicht, dass die Phasen von Manie und Depression so lange andauern können. Bei ihm sind es nicht Tage, sondern Monate. Mittlerweile hat er drei lange Maniephasen hinter sich. Er sagt über sich selbst, dass er aus drei Personen besteht, dem Manischen, dem Depressiven und dem Mann, der bei dem Wechsel von einem Pol zum Anderen erkennt, in was für Peinlichkeiten er sich und sein Umfeld in der zurückliegenden Phase gestürzt hat. Kann man sich wirklich so reflektiert an seine schlimmsten Wahrnehmungsstörungen erinnern, wie es Thomas Melle kann? Ich habe es ihm abgenommen. Es gibt viele Menschen, die unter Bipolarer Störung leiden, die wenigsten haben aber seine literarischen Fähigkeiten. Es gelingt ihm außergewöhnlich gut, in sich auftürmenden Wortkaskaden diese manische Sichtweise zu Papier zu bringen. Teilweise ging es mir schon zu nahe und das Verlangen, aus dieser seelischen Achterbahnfahrt auszusteigen war groß. Aber ich habe mich von dem Sog seiner Ausdrucksfähigkeit anziehen zu lassen und war für wenige Tage voll im Buch versunken. Das passiert nicht oft. Klare Leseempfehlung.
Unglaublich, welche Wucht dieses Buch hatte. Sicher eines der besten Bücher, die ich über psychische Erkrankungen gelesen habe. Es ist eine Autobiografie eines Schriftsteller, der unter massiver bipolarer Störung (Typ 1) leidet. Ich war erstaunt, dass das Buch gar nichts Fiktionales hatte, denn als Shortlist-Buch des Deutschen Buchpreises 2016 hatte ich mir etwas Anderes vorgestellt. Ich dachte, dass nur Romane aufgenommen werden. Aber was heißt schon Fiktion in diesem Zusammenhang? Ist die manische Phase eines Bipolaren nicht die reinste Fiktion überhaupt? Was sich da im Kopf des Manischen abspielt, ist der reinste Alptraum. Nichts ist real. Da ist der Kranke überzeugt, mit Madonna zu schlafen, Picasso ein Glas Rotwein übergeschüttet zu haben oder mit Lars von Trier auf einer Party zu sein. Jede Bewegung, jede Nachricht, jede Form von verbaler und nonverbalen Kommunikation bezieht Thomas Melle, der sich als Messias in der Zeit sieht, in seinen manischen Phasen auf sich selbst. Wie kann das Leben sich einem Menschen nur so sehr in den Weg stellen? Thomas Melle kommt aus einfachen Verhältnisse, schwierige Kindheit mit gewalttätigen Vater und depressiver Mutter, Scheidungskind, der seinen Weg an die Uni findet, Literaturwissenschaften studiert und während dieser Zeit erstmals den Boden unter den Füßen verliert. Ich wußte nicht, dass die Phasen von Manie und Depression so lange andauern können. Bei ihm sind es nicht Tage, sondern Monate. Mittlerweile hat er drei lange Maniephasen hinter sich. Er sagt über sich selbst, dass er aus drei Personen besteht, dem Manischen, dem Depressiven und dem Mann, der bei dem Wechsel von einem Pol zum Anderen erkennt, in was für Peinlichkeiten er sich und sein Umfeld in der zurückliegenden Phase gestürzt hat. Kann man sich wirklich so reflektiert an seine schlimmsten Wahrnehmungsstörungen erinnern, wie es Thomas Melle kann? Ich habe es ihm abgenommen. Es gibt viele Menschen, die unter Bipolarer Störung leiden, die wenigsten haben aber seine literarischen Fähigkeiten. Es gelingt ihm außergewöhnlich gut, in sich auftürmenden Wortkaskaden diese manische Sichtweise zu Papier zu bringen. Teilweise ging es mir schon zu nahe und das Verlangen, aus dieser seelischen Achterbahnfahrt auszusteigen war groß. Aber ich habe mich von dem Sog seiner Ausdrucksfähigkeit anziehen zu lassen und war für wenige Tage voll im Buch versunken. Das passiert nicht oft. Klare Leseempfehlung.
Thomas Melles Offenheit mit der Krankheit Bipolarität ist bewundernswert, seine Darstellung ist beängstigend und verstörend wie das Flirren eines defekten Lichts im mit 300 km/h durch einen endlosen, dunklen Tunnel rasenden ICE. Innerlich hatte Melle schon Abschied genommen von seinem Leben, wie er offen eingesteht. Wenn der Teufel einmal die eigene Seele im Klammergriff hat, fühlt man sich wahrscheinlich wie im Brennofen der Hölle. Es ist dieses Grauen, das Melle mehrfach durchmachte. Nichts erscheint ihm mehr lebenswert. Man möchte ihm am liebsten zurufen: Halte durch, es geht vorbei. Thomas Melle hat mit "Die Welt im Rücken" eine nichtfiktionale Tragödie geschrieben, die fesselnd ist. Und mit dem Einblick in sein Innenleben hat er darüber hinaus einen wichtigen Beitrag geleistet, um das Krankheitsbild Bipolarität zu verstehen und den betroffenen Menschen ein bisschen mehr Verständnis entgegen bringen zu können. Die vollständige Rezension: https://buecherherbst.wordpress.com/2016/10/16/rezension-thomas-melle-die-welt-im-ruecken-rowohlt-buecherherbst-buecherblog-der-fremde-im-eigenen-koerper/
Wild, durcheinander, schnell und ja, halt irgendwie verrückt. Thomas Melle schreibt in seinem Buch "Die Welt im Rücken" über sein Leben mit einer bipolaren Erkrankung. Hierbei beleuchtet er jedoch nicht sachlich seinen Zustand, sondern er nimmt die Leser*innen mit auf seine Schübe. Das ist ganz schön anstrengend, aber es lässt einen eben auch nachvollziehen, was in ihm vorging und wie es sich anfühlt. Ich musste beim Lesen öfter an die Leute denken, die einem manchmal auf der Straße begegnen, die laut Selbstgespräche führen oder einen mit Dingen, die man nicht versteht auf einmal ansprechen oder manchmal auch anschreien. Und nach diesem Buch kann ich etwas besser nachvollziehen, wie sie die Sitation aus ihrer Perspektive wahrscheinlich wahrnehmen. Thomas Melle ist sehr ehrlich im Umgang mit seinem Verhalten und seiner Erkrankung. Er thematisiert auch, wie sich sein Umfeld dadurch verändert hat und wie schwierig es ist einen Job und Freundschaften zu pflegen. Aber auch die Kreativität und andere Vorzüge lernen wir durch ihn verstehen. Für alle, die mal einen Einblick in den Alltag eines bipolar erkrankten haben möchten, kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Wer jedoch sachliche Erklärungen, ein How to oder fachliche Ausführungen sucht, ist hier falsch.
+ Eindrücke in Störungsbild + Schreibstill ermöglicht ein besseres Nachempfinden - Fachbegriffe teils leichtfertig verwendet (aber nur selten) - Schreibstill ist schwer zu folgen, Kapitel teilweise aneinander gereiht ohne offenkundigen Zusammenhang
Faszinierend beschreibt Melle seinen Lebensweg mit seinen Höhen und Tiefen. Mit seinem Buch liefert er ein Stück Aufklärungsarbeit in Hinsicht auf bipolare Störung und psychische Erkrankungen im Allgemeinen. Allerdings lässt sich keine Spannungsmomente erkennen, die Geschichte fließt einfach vor sich hin, ohne Ziel. Außerdem schafft Melle es, sein Innerstes zu zeigen, ohne sich offenzulegen. Auch nach der Lektüre kann ich nicht sagen, was in ihm vorgegangen ist, ich kann ihn nach wie vor nicht verstehen.
Der Schriftsteller Thomas Melle dokumentiert in seiner Autobiografie die Erkrankung, an der er seit vielen Jahren leidet: Er ist bipolar. Früher nannte man das „manisch-depressiv“, und das ist, so Melle, der besser passende Ausdruck, auch wenn er den Versuch, die Krankheit mithilfe des neuen Begriffes zu entstigmatisieren, anerkennt. Bipolar, manisch depressiv, wie vielen anderen sicher auch war mir die Krankheit ein Begriff, ich wusste auch ungefähr, wie das Krankheitsbild aussieht, manische und depressive Phasen wechseln sich ab. Ich wusste, Carrie Fisher war bipolar und Stephen Fry ist es auch. Doch was die Manie wirklich bedeutet, das war mir nicht klar. Ich dachte, es handelt sich um eine Art euphorischen Zustand, doch tatsächlich sieht die Manie ganz anders aus, ist geprägt von Wahn, Paranoidität und einer Wesensveränderung der betroffenen Person. Thomas Melle leidet an einer besonders schweren Form der Bipolarität, die mit einem stark erhöhten Suizidrisiko verbunden ist. Seine Schilderungen seiner manischen Phasen machen betroffen, schockieren angesichts des Ausmaßes, in dem die Krankheit sein Leben zerstörte. Melles Sprache ist kraftvoll und ausdrucksstark, sehr literarisch und dabei klar, was mir ausgezeichnet gefallen hat. Melle konzentriert sich auf die drei Schübe der Manie, die er bisher durchgemacht hat und die sich in ihrer Schwere und Dauer jeweils steigerten. Er glaubt in diesen Phasen, dass sich die ganze Welt um ihn dreht, dass er jeden kennt und jeder ihn kennt, dass alles, Songtexte, Zeitungsartikel, Kinofilme, sich auf ihn beziehen. Die Krankheit zerstört seine zwischenmenschlichen Beziehungen, bedroht seine schriftstellerische Tätigkeit, lässt ihn in den finanziellen Abgrund stürzen. Mitleidhascherei ist mit Sicherheit das letzte, was Thomas Melle mit seiner Autobiografie erreichen will. Der empathische Leser kann jedoch nicht anders, als sich in ihn hineinzuversetzen und sich zu wünschen, die Krankheit möge ihn zukünftig in Ruhe lassen. Was Thomas Melle sicher eher beabsichtigte, ist, Aufklärung über die Krankheit zu betreiben und Verständnis für Betroffene allgemein zu generieren. Ich denke, dass er auch persönlich seinen Mitmenschen seine Verhaltensweisen erklären wollte. All dies gelingt ihm überzeugend in besonders lesenswerter Sprache. Zum Hörbuch: Man merkt Thomas Melle an, dass er kein geübter Sprecher ist, sein Vortrag klingt schon recht vorgelesen, dennoch finde ich es grundsätzlich gut, wenn ein Autor seine Biografie selber liest, es bringt den Text dem Leser automatisch näher. Darum kann ich das Hörbuch definitiv empfehlen.
Was für ein krasses Buch & eine krasse Erkrankung. Ich finde es so gut wie Thomas Melle das alles reflektiert.. Das muss einfach so hart sein. Finde es bloß etwas schade, dass er gefühlt viel weniger auf seine depressiven Episoden eingegangen ist als auf die manische Zeit, aber ok























