22. Juni
Rating:5

Ein polarisierendes Buch, das zur Selbst-und Fremdreflexion anregt

Prof. Dr. Zümrüt Gülbay-Peischard ist Juristin, Dozentin und Professorin und beschreibt in diesem Buch ihre Erfahrungen und Eindrücke aus über 30 Jahren Lehrtätigkeit an Hochschulen. In vielen ihrer Beschreibungen habe ich entweder mich selbst wiedergefunden oder gar "ertappt" gefühlt, aber auch viele Verhaltensmuster anderer Studenten im Laufe meiner Studienjahre wiedererkannt, die ich als befremdlich empfunden habe. Es ist sehr interessant, die andere Seite, also die der Lehrpersonen, so detailliert und anekdotenreich gespiegelt zu bekommen. Gewiss ist dies ein Buch, bei dem sich die Geister scheiden werden: Es ist ohne Zweifel (bewusst) provokant geschrieben und zuweilen auch pauschalisierend. Wer auf behutsame, differenzierte Sprache großen Wert legt, dem wird dieses Buch sicherlich nicht gefallen, deshalb würde ich es nicht uneingeschränkt empfehlen. Mich persönlich hat das jedoch nicht gestört, ich fand den direkten, etwas provokanten Stil sehr erfrischend und ich denke, dieser ist notwendig, um die bestehende Thematik bzw. Tendenz wirklich eindrücklich zu vermitteln und um sich selbst kritisch zu hinterfragen. Sicherlich war ich auch nicht mit all ihren Ansichten d'accord und begrüße gewisse gesellschaftliche Entwicklungen, die sich mit einigen der im Buch thematisierten Problematiken beißen, durchaus, verstehe nun aber auch die andere Seite deutlich besser und denke, wie bei so vielen Dingen im Leben, dass die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen liegt. 5/5 ⭐️

Akadämlich
Akadämlichby Gülbay-PeischardQuadriga