3. März
Rating:4

Gut geschrieben und sehr gut recherchiert. Mir ist es anfangs etwas schwer gefallen rein zu kommen, aber dann ging's sehr gut. Ich konnte mich sehr gut einfühlen und dem Geschehen folgen. Klare Empfehlung für alle die in die DDR eintauchen wollen. Inhaltsangabe (Quelle Amazon) Über Liebe und Freundschaft in einer Welt, die Vertrauen nicht kennt Ein Roman über das Ringen um Nähe, um Liebe, Loyalität und Freundschaft im Schatten staatlicher Kontrolle. Ein bestechendes Porträt von der Kraft und Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen, dem Enthusiasmus des Neuanfangs und dem Verlust von Illusionen. »Selbstregulierung des Herzens« entfaltet ein vielfältiges Panorama des Lebens in der DDR und im frisch wieder vereinigten Deutschland. Im Zentrum stehen Georg, der anfangs noch hofft, seinen Staat mithilfe von ersten Computern und Kybernetik vorwärtszubringen, und die Künstlerin Mona. Um sie herum entwickelt sich ein reiches Ensemble an Figuren: der illusionslose Intellektuelle Roland, der in den Westen flieht; Marlies, die versucht, das System von innen zu reformieren, sowie die Künstlerfreunde Monas. Alle treffen sich in einem Dorf in der Nähe von Wandlitz, wo bald seltsame geheime Bautätigkeiten beginnen. Mit stiller Wucht schreibt Peggy Mädler über das Flirren zwischen Halt und Auflösung – über Nähe und Entfremdung, Anpassung und Resilienz.

Selbstregulierung des Herzens
Selbstregulierung des Herzensby Peggy MädlerGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
17. Feb.
Zwischen Misstrauen und zarter Hoffnung
Rating:4.5

Zwischen Misstrauen und zarter Hoffnung

Zwischen leiser Melancholie und vorsichtiger Hoffnung entfaltet sich eine Geschichte, die lange nachhallt. Die Figuren wirken nicht wie literarische Konstruktionen, sondern wie Menschen aus Fleisch und Erinnerung, deren Sehnsucht nach Nähe in einer misstrauischen Welt besonders verletzlich erscheint. Gerade diese stille Intensität hat mich tief berührt. Das Panorama aus DDR-Vergangenheit und Aufbruch in ein neues Deutschland wird mit feinem Gespür für Zwischentöne erzählt. Beziehungen verschieben sich, Ideale bröckeln, und doch glimmt immer wieder ein zarter Funke von Verbundenheit auf. Besonders eindrucksvoll ist, wie unspektakulär große Gefühle sichtbar werden – in Blicken, Gesprächen, kleinen Entscheidungen. Spürbar bleibt die Frage, wie viel Vertrauen ein Mensch wagen kann, wenn Sicherheiten verschwinden. Die Sprache trägt dabei eine ruhige Schönheit, die weder beschönigt noch verurteilt, sondern aufmerksam begleitet. Genau diese Sanftheit macht den Roman so eindringlich. Ein stilles, kluges Buch über Verlust, Mut und die zerbrechliche Kraft von Freundschaft. Keine laute Lektüre, sondern eine, die sich behutsam ins Herz legt und dort lange weiterarbeitet.

Selbstregulierung des Herzens
Selbstregulierung des Herzensby Peggy MädlerGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch