Ein stiller, aber beklemmender Roman über Schuld, Verdrängung und die Abgründe scheinbar normaler Leben.
Ben Neven ist leitender Kriminalermittler, Familienvater, geachtet – einer von den Guten. Doch gleich zu Beginn des Romans offenbart sich seine pädophile Neigung. Jan Costin Wagner erzählt diese verstörende Geschichte aus der Perspektive Bens und Adrians, eines Missbrauchsüberlebenden, ohne Gefühlsduselei, aber mit großer erzählerischer Klarheit. Wagners Sprache ist nüchtern, zurückhaltend, fast klinisch. Gerade diese Kälte verleiht dem Roman seine Wucht. Er verzichtet auf Wertungen, zeigt nur – und zwingt damit zur Auseinandersetzung. Jeder Satz wirkt wie präzise gesetzt, das Unausgesprochene bleibt spürbar zwischen den Zeilen. Einer von den Guten ist ein stiller, aber beklemmender Roman über Schuld, Verdrängung und die Abgründe scheinbar normaler Leben. Literarisch konsequent und ethisch fordernd – nichts für schwache Nerven, aber ein wichtiger Beitrag zur Literatur über Täter und Opfer zugleich. Ich muss unbedingt noch die anderen Teile der Reihe lesen.






