15. Juli
Rom riecht nicht nach Marmor, sondern nach Mensch
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Rom riecht nicht nach Marmor, sondern nach Mensch

Also, wer gedacht hat, das alte Rom sei nur Marmor, Toga und Triumphzug – falsch gedacht! Dieses Buch ist wie ein Espresso mit doppeltem Schuss Wahrheit: stark, bissig und mit ordentlich Wumms im Abgang. Karl-Wilhelm Weeber nimmt einen mit in die Straßen von Rom – nicht zu den Kaisern und Konsuln, sondern dahin, wo's nach Schweiß, Straßenstaub und echten Geschichten riecht. Ich hab beim Lesen mehr über das echte Leben gelernt als in zwölf Jahren Geschichtsunterricht (und das mit weniger Lateinvokabeln!). Sklaven, Händler, Bio-Gemüse auf dem Markt (ja, wirklich!), Zirkushunde und Klos, die man besser meidet – es ist alles drin. Und das mit einem Tonfall, als würde der Autor einem beim Italiener des Vertrauens einen Rotwein ausgeben und locker aus dem antiken Nähkästchen plaudern. Zwischendurch hab ich gelacht, dann wieder gedacht: „Heilige Lorbeeren, das ist heute ja immer noch aktuell!“ Smog, Stau, soziale Ungleichheit – die Römer hatten’s quasi schon durch, lange bevor wir moderne Probleme hatten. Ein bisschen absurd, ein bisschen genial – und ganz sicher nicht trocken. Wer also keine Lust mehr auf Geschichtsbücher im Bleiwestenstil hat, sondern lieber stilecht mit Sandalen durch die Gosse von Rom stapfen will, wird dieses Buch lieben. Es macht Spaß, es macht klug – und man will danach sofort eine Nachtigall kaufen und sich über syrische Mode unterhalten. Ganz großes historisches Kino!

Als Rom noch nicht Antike war
Als Rom noch nicht Antike warby Karl-Wilhelm WeeberGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch