Skurril, makaber und erstaunlich lehrreich.
Dr. Mark Benecke präsentiert in diesem schmalen Band eine Sammlung außergewöhnlicher, teils bizarrer Geschichten aus der Tierwelt. Wer ihn kennt, weiß: Hier geht es nicht um niedliche Anekdoten, sondern um Grenzfälle, Absonderlichkeiten und biologische Realitäten, die man so vermutlich nicht im klassischen Tierlexikon findet. Ob nekrophile Enten, betrunkene Elche, Tiere mit ungewöhnlichem Sexualverhalten oder Fälle von Haustieren, die sich an ihren verstorbenen Besitzer:innen bedienen – Benecke bewegt sich konsequent abseits zoologischer Wohlfühlzonen. Dabei bleibt der Ton typisch: sachlich informiert, leicht provokant, mit schwarzem Humor und klarer Haltung, insbesondere wenn es um Themen wie den Umgang mit homosexuellen Tierpaaren in Zoos geht. Inhaltlich ist das Buch unterhaltsam und wissensvermittelnd zugleich. Allerdings darf man keine tiefgehende wissenschaftliche Abhandlung erwarten. Die Texte sind eher essayistisch und pointiert, teilweise sehr knapp gehalten. Manche Kapitel hätten für meinen Geschmack noch etwas stärker in die Tiefe gehen können. Ein echtes Highlight ist die Gestaltung. Kat Menschiks Illustrationen sind – wie gewohnt – eindrucksvoll, ästhetisch und zugleich eigenwillig. Das durchgängig dunkle Design mit schwarzen Hintergründen, farbintensiven Bildern und gerahmten Textseiten verleiht dem Buch eine besondere Haptik und visuelle Geschlossenheit. Es ist definitiv auch ein Sammlerstück für Liebhaber schön gestalteter Bücher. Trotz aller Begeisterung: Nicht jede Anekdote zündet gleich stark, und stellenweise wirkt der Schockfaktor bewusst kalkuliert. Wer mit makabren oder expliziten Tiergeschichten nichts anfangen kann, wird hier vermutlich keinen Zugang finden. Fazit: Ein ungewöhnliches, optisch herausragendes Buch voller kurioser Tierfakten und schwarzem Humor. Unterhaltsam, informativ und definitiv nichts für Zartbesaitete – aber nicht durchgehend so tiefgehend, wie es stellenweise hätte sein können.
















