23. Sept.
Rating:4

Ein Buch aus der Perspektive eines Schrumpfkopfs - oder Tsantsa in der Indianersprache Jivaro - war für mich etwas ganz Neues und ich bereue nicht, es gelesen zu haben. Die Handlung beginnt ca. 1780 in Caracas. Dort erwacht ein Schrumpfkopf langsam zum "Leben". Er beginnt seine Umgebung wahrzunehmen und die Sprache der Menschen zu verstehen. Bald darauf ist er auch in der Lage zu sprechen. Doch er bleibt nicht in Venezuela, seiner weiterer Weg führt ihn nach Europa und dort in die unterschiedlichsten Städte und Länder: Rom, Bamberg, Cambridge, Paris, Wien, Bukarest... Er wechselt oft den Besitzer und wird dabei immer menschlicher. Er fängt auch an, sich an seine Herkunft und seine Schrumpfkopfwerdung zu erinnern. Die Tsantsa-Memoiren ist sehr witzig und abwechselnd zu lesen. Vor allem die Szenen, in denen der Tsantsa als Spion in Liebesdingen eingesetzt wird, sind sehr amüsant. Mir hat auch der Schreibstil sehr gut gefallen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass sich das Buch gerade in der Mitte etwas zieht. Erst ab dem Wechsel zur neuen Familie des Tsantsa im zweiten Drittel des Buches wird es wieder spannend.

Die Tsantsa-Memoiren
Die Tsantsa-Memoirenby Jan KoneffkeGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch