14. Mai
Rating:3

nette unterhaltung!

die idee des buches ist interessant und den protagonisten und seine perspektive hat duve glaubwürdig, schlüssig und bitterkomisch geschrieben. er ist keiner der vielen hardliner, die sie ebenfalls mit ins boot holt, und trotzdem zu grausamem fähig. genau diesen aspekt fand ich gut, der wolf im schafspelz, der typ, der für die „demokratiezentrale“ arbeitet, aber eig konservativ und gewalttätig, machtgierig und ein ewig-gestriger mit kleinem ego und dem wunsch nach anerkennung ist. was mir auch gefallen hat, war die entwicklung vieler kleiner splitterbewegungen, die ähnlicher gesinnung sind, sich aber gegenseitig zerfleischen, weil sie in gewissen punkten dann doch nicht übereinstimmen und zu keinem kompromiss bereit sind — ganz oder gar nicht, sonst bist du nicht teil der crew —, das lässt sich ja in unserer gegenwart schon beobachten. sobald es um technische fortschritte und generell entwicklungen der neuen zeit geht, wird es sehr erklärend, nicht erzählend, zu albern, was vielleicht absicht ist, mich aber rausbringt. die frauenfiguren wurden flach und einseitig gezeichnet, passend zum blick des protagonisten. dieses klischee zu erfüllen, wäre mir als autorin aber extrem schwer gefallen. hätte mir für dieses buch echt gut perspektivwechsel vorstellen können, die dabei geholfen hätten, die erzählerische unzuverlässigkeit und absurdität der überzeugungen des protagonisten noch mehr auf die spitze zu treiben. ein easy-read, vllt etwas zu lang, eröffnet keine neuen welten, vor allem für frauen* passiert hier nichts neues. würde es aber einem mann schenken, der nicht kapieren will, wohin rückschrittliches mindset führen kann.

Macht
Machtby Karen DuveGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
24. Jan.
Rating:3.5

Das Buch war echt schräg. Ich muss sagen, dass es zum Teil echt widerwärtig war und manche Szenen so detailliert, dass ich mich gefragt habe, ob das wirklich Not tut, allerdings waren auch ein paar zynische Bemerkungen dabei (wie das mit dem Radhelm), die ich durchaus nachvollziehen konnte und mich zum schmunzeln gebracht haben, ansonsten ist der Hauptprotagonist natürlich durch und durch ein negativcharakter, den man nicht nachvollziehen kann und auch nicht will. Das Buch regt aber dennoch zum nachdenken an und ich fand es auch etwas fraglich, dass ein so schlimmer männlicher Hauptprotagonist über die Meinung der Autorin über Männer aussagt…

Macht
Machtby Karen DuveGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
1. Jan.
Rating:4

TW: Sexismus, häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Erwähnung des N-Wortes, Tierquälerei Dieses Buch war von Seite 1 an spannend und hat mich bestens unterhalten. Es sei aber gesagt, dass diese Geschichte grausam und ungeschönt ist. Also nichts für Zartbesaitete. Von Karen Duve möchte ich auf jeden Fall noch mehr lesen

Macht
Machtby Karen DuveGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
14. Apr.
Rating:2

Plakativ, grobschlächtig, oft widerwärtig, hasserfüllt und zutiefst pessimistisch und misanthropisch. Dabei fing dieses Buch, das als Dystopie daherkommt, eigentlich gut an. Die Welt im Jahr 2031, die sich die Autorin ausgedacht hat, wirkt einerseits völlig unwahrscheinlich und in anderen Punkten so realistisch, dass die Wirklichkeit schon längst die Ideen von Frau Duve bestätigt (z.B. benötigt man ein Gesundheitszeugnis für ein Restaurantbesuch). Es herrscht Staatsfeminismus, Frauen stellen die Regierung und sind an der Macht. Eigentlich eine interessante Idee. Genauso wie das Weiterspinnen der Klimakatastrophen, die zu Beginn der nächsten Dekade schon die nahe Apokalypse wahrscheinlich werden lassen. Diese Art von überspitzter Darstellung mag mir noch gefallen und mich zum Nachdenken anregen. Aber das wird alles überlagert durch die eigentliche Geschichte des Sebastian Bürger, ein 70jähriger, der Dank der Verjüngungspillen ein U40er ist, also nicht bio-jung, sondern nur chrono-jung. Sebastian ist ein Psychopath, der seine Frau im Keller in einem Verlies gefangen hält, sie erniedrigt, ankettet und auf die ekelhafteste Weise vergewaltigt. Und das quasi über 400 Seiten. Es geht nicht darum zu zeigen, dass die Rolle der Frauen gestärkt werden muss. Es geht nur darum, Männer pauschal als widerwärtige Schweine darzustellen, denn in dem ganzen Plot gibt es nicht einen einzigen Mann, der nicht ein Arschloch ist. Das ist noch nicht mal ein Schwarz-Weiß-Gemälde, da ist nur noch schwarz. Die entworfene Welt ist nur Staffage. Es geht nicht darum, differenziert darzustellen. Es geht nur darum, den Holzhammer von Frau Duve voll in die Fresse zu bekommen. Manche mögen auf so derartige Gewaltpornos stehen, ich tue es nicht. Den zweiten Stern gibt es zumindest für die Ansätze einer Satire.

Macht
Machtby Karen DuveGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch
23. Feb.
Rating:2

Plakativ, grobschlächtig, oft widerwärtig, hasserfüllt und zutiefst pessimistisch und misanthropisch. Dabei fing dieses Buch, das als Dystopie daherkommt, eigentlich gut an. Die Welt im Jahr 2031, die sich die Autorin ausgedacht hat, wirkt einerseits völlig unwahrscheinlich und in anderen Punkten so realistisch, dass die Wirklichkeit schon längst die Ideen von Frau Duve bestätigt (z.B. benötigt man ein Gesundheitszeugnis für ein Restaurantbesuch). Es herrscht Staatsfeminismus, Frauen stellen die Regierung und sind an der Macht. Eigentlich eine interessante Idee. Genauso wie das Weiterspinnen der Klimakatastrophen, die zu Beginn der nächsten Dekade schon die nahe Apokalypse wahrscheinlich werden lassen. Diese Art von überspitzter Darstellung mag mir noch gefallen und mich zum Nachdenken anregen. Aber das wird alles überlagert durch die eigentliche Geschichte des Sebastian Bürger, ein 70jähriger, der Dank der Verjüngungspillen ein U40er ist, also nicht bio-jung, sondern nur chrono-jung. Sebastian ist ein Psychopath, der seine Frau im Keller in einem Verlies gefangen hält, sie erniedrigt, ankettet und auf die ekelhafteste Weise vergewaltigt. Und das quasi über 400 Seiten. Es geht nicht darum zu zeigen, dass die Rolle der Frauen gestärkt werden muss. Es geht nur darum, Männer pauschal als widerwärtige Schweine darzustellen, denn in dem ganzen Plot gibt es nicht einen einzigen Mann, der nicht ein Arschloch ist. Das ist noch nicht mal ein Schwarz-Weiß-Gemälde, da ist nur noch schwarz. Die entworfene Welt ist nur Staffage. Es geht nicht darum, differenziert darzustellen. Es geht nur darum, den Holzhammer von Frau Duve voll in die Fresse zu bekommen. Manche mögen auf so derartige Gewaltpornos stehen, ich tue es nicht. Den zweiten Stern gibt es zumindest für die Ansätze einer Satire.

Macht
Machtby Karen DuveGaliani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch