24. Apr.
Rating:3

"Wir widmen diese Geschichte unseres Leidens und der Solidarität jenen unserer Freunde, die für uns starben, und deren Eltern, die uns zu einer Zeit Liebe und Verständnis entgegenbrachten, als wir sie am meisten brauchten." Eine 15-köpfige Rugbymannschaft aus Uruguay will mit 25 Angehörigen im Oktober 1972 nach Chile fliegen, um gegen eine chilenische Rugbymannschaft zu spielen. Doch mitten in den Anden stürzt das Flugzeug ab - nur 32 überlebenn den Aufprall, die meisten davon schwer verletzt. Mit dem Absturz beginnt ein wochenlanger Kampf ums Überleben, den die Hälfte nicht gewinnt. Mitten im undurchdringbaren Gebirge, umringt von 4500m hohen Bergen, hüfthohen Schneemassen, keinerlei Vegetation und bedenklichen Minusgraden ausgesetzt, beschließen die Passagiere, dass sie nur überleben können, wenn sie fest zusammenhalten, Mut zeigen, und Unvorstellbares tun: das Fleisch der Verstorbenen zu essen. Damit gehen die 16 Überlebenden, die es nach 72 Tagen in den Anden noch sind, in die Geschichte ein, und werden oftmals nur auf den Kannibalismus-Aspekt reduziert. Piers Paul Read hat das Buch bereits 1974 veröffentlicht und hat dafür nicht nur mit den Überlebenden gesprochen, sondern auch mit den vielen Beteiligten aller Suchaktionen. Sehr detailliert - an manchen Stellen schon zu detailliert - schildert er, wie der Absturz zu Stande kam, wie die Passagiere überleben konnten und was sie dafür alles in Kauf nahmen. Dank seiner Detailgetreue diente mir das Buch hervorragend als Recherche für meine Podcast-Folge für @stadtlandwas, "A wie Anden". Was mir nicht gefallen hat: Piers Paul Read trifft sehr harte Urteile über die Passagiere, die seiner Ansicht nach "schwach" waren - unabhängig davon, wie schwer verletzt sie vielleicht waren. Teilweise nennt er sie "Parasiten" und wird auch in Beschreibungen von äußerlichen Merkmalen manchmal unverschämt. Daher wundert mich folgender Satz im Vorwort des Autors gar nicht: "Sie [die Überlebenden] hatten das Gefühl, dass diese Seiten den Glauben und die Freundschaft, die sie in den Kordilleren erfüllten, nicht wiedergäben." Kann ich nachvollziehen. Abgesehen davon ein sehr informatives und zugleich spannendes Buch, das kaum etwas auslässt - im Guten wie im Schlechten. Das Buch ist die Vorlage des 1993 erschienenen Films "Überleben", nicht aber des Netflix-Films "Die Schneegesellschaft" von 2023. Übersetzt von Jan Holthusen, Liselotte Julius, Hans Herman und Gisela Stege. CN: Tod, Kannibalismus, Blut

Überleben
Überlebenby Piers Paul Readriva
29. Feb.
Rating:5

Gänsehaut und Tränen

Den schockierenden Flugzeugabsturz in den Anden 1972 kennen sicherlich einige. Aber die Details zu Sterben, Überleben, Kannibalismus, Freunde und Zusammenhalt kennen nicht viele. Der Autor schafft es detailreich, aber nicht sensationsgeil, nüchtern, aber nie gefühllos den Kampf der 16 Überlebenden zu schildern. In der Presse und im aktuellen Film "Die Schneegesellschaft" wird viel berichtet und gezeigt. Aufgeklärt wird man aber erst mit diesem Buch ganz. Man ist mittendrin im Flugzeugfrack der Fairchild. Man leidet mit und man freut sich, wenn am Ende die Hubschrauber zur Rettung kommen. Großartig!

Überleben
Überlebenby Piers Paul Readriva
1. Jan.
Rating:3

Sehr interessant, aber mit Längen

Dieses Buch beschreibt die wahre Geschichte eines Flugzeugabsturzes in den Anden. Detailliert wird erzählt, wie sich alles abspielte und was die Überlebenden alles ertragen und in Kauf nehmen mussten. Man kann sich beim lesen einfach nicht vorstellen, wie unfassbar schrecklich und hoffnungslos sich die Überlebenden gefühlt haben müssen. Tage um Tage werden beschrieben und jeder einzelne klingt schrecklich. Das ganze ist nicht immer leicht zu verfolgen, weil es einfach sehr viele Personen behandelt. Parallel wird zusätzlich noch erzählt, wie die Verwandten nicht mit der Suche aufgeben und nichts unversucht lassen. Obwohl das Buch nur 350 Seiten kurz ist, hat man trotzdem das Gefühl, dass es sich manchmal etwas zieht. Es war eine interessante Geschichte, besonders vor der Hintergrund, dass es sich so wirklich abgespielt hat. Trotzdem fand ich es manchmal verwirrend und zäh geschrieben. Ich vergebe 3/5 Sternen.

Überleben
Überlebenby Piers Paul Readriva